(openPR) Einzelausstellung vom 15. 12. 2007 – 2. 2. 2008, Vernissage am 14. 12. 2007, 19:00 Uhr, mit einer Soundcollage von Steve Morell
Seit zwei Jahren setzt sich die Künstlerin Aleksandra Chaberek mit dem Mythos der Medea auseinander. Künstlerisch setzt sie das Thema in einer Serie seit Anfang 2007 um. Chaberek beabsichtigt nicht, den Mythos der Medea als Ganzes zu reflektieren, sondern zielt mit ihrer Arbeit auf die Hervorhebung eines besonderen Aspektes ihrer Gestalt ab. Medeas selbstzerstörerische Geste der Ermordung ihrer eigenen Kinder ist der Natur einer Frau als Lebensspenderin entgegengesetzt. Durch die Rache an dem Mann, den sie liebt, verletzt sich Medea seelisch und zerstört sich letztendlich selbst. Faszinierend an dieser Handlung ist die Tatsache, dass sie das archetypische mütterliche Prinzip des Gebärens und Behütens nicht nur bricht, sondern sogar verkehrt.
Medeas Tragödie hat heutzutage eine ungewöhnliche Bedeutung, in einer Welt individueller Isolation, in der das Aufziehen von eigenen Kindern in vielerlei Hinsicht unangebracht erscheint und als Hindernis gesehen wird. Als Resultat daraus mutet die Entscheidung, keine Kinder zu bekommen, heute normal wenn nicht charakteristisch an.
Als Frau ist die Künstlerin selbst Teil dieses Phänomens und fühlt sich nicht dazu berufen, es moralisch zu kommentieren, aber es künstlerisch als gegeben darzustellen. Das betrifft die Veränderung, die ein solcher Trotz der Natur hervorruft und zwar sowohl persönlich als auch sozial. Chaberek will somit nicht Medeas Leben nachzeichnen, sondern ihrem besagten Handeln und dessem eigentlichen Wesen durch ihre Werke auf den Grund gehen.
In der Ausstellung „La Petit Mort“ und in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Janine Bean konzentriert sich die Künstlerin auf zentrale Körperpartien in einer Serie physiologischer Vergrößerungen, die sowohl Schmerz als auch Ekstase darstellen. Chaberek wird u. A. eine leidenschaftlich erregte Frau zeigen, die nach zuviel Leid ihre Menschlichkeit verliert und sich letztendlich drastisch zu einem Stück Fleisch reduziert. Diese Serie hyperrealistischer nackter Körper soll es durch ihren aggressiven Naturalismus schaffen, die Dimension der Realität zu überwinden. Dabei soll ein Ausdruck der entsprechenden zeitgenössischen Mentalität gefunden werden, die von ihr als polnische Künstlerin und Bewohnerin Zentraleuropas sehr deutlich empfunden wird.
janinebeangallery
Janine Bean
Torstraße 201
10115 Berlin
030 41767168
www.janinebeangallery.com
Die janinebeangallery, gegründet im Jahr 2004, ist eine Galerie für junge, zeitgenössische Kunst, die besonderen Wert auf Ausstellungen und Projekte mit besonderen Titeln und Themen legt. Dabei ist uns die enge Zusammenarbeit mit unseren Künstlern wichtig, um ein Thema zu erarbeiten und umzusetzen. Zur Förderung unserer Künstler gehört für uns neben alltäglichen Hilfestellungen aber auch die Bereitstellung von Atelierräumen, die derzeit von den Künstlern Mari Lou, Paula Bogati und Iwona Wanda Kowalczyk genutzt werden.
Zu den Projekten der Galerie gehören: female signs (s. u.), Power and Pussy - eine geplante Ausstellung mit der Themenkonstellation Frauen und Macht - und Schwarzmarkt, wobei hier der Projektraum der Galerie für Performances und Installationen genutzt werden soll.













