(openPR) Innsbruck, 12. September 2007 - Bei den am Wochenende zu Ende gegangenen Torball-Weltmeisterschaften in Innsbruck/Österreich hat das von dem Trainer-Duo des Polizeisportvereins Karlsruhe, Hans-Dieter Weidner und Josef Albanese, gecoachte deutsche Herrenteam durch einen 4-2-Finalsieg über Belgien den Titel geholt. Die als Titelverteidiger angetretenen deutschen Damen trösteten sich bei diesen Titelkämpfen mit der Bronze-Medaille.
Weltmeister bei den Frauen wurde Italien durch ein Golden Goal in der Verlängerung gegen Belgien. Von vergangenem Donnerstag bis Samstag hatten insgesamt 16 Damen- und Herrenteams aus Kamerun, Uruguay, Russland, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich um den Titel bei den 4. Weltmeisterschaften im Torball gespielt, die alle vier Jahre ausgetragen werden.
Torball ist ein speziell für Blindensportler entwickelter Mannschaftssport, der vor allem in Westeuropa beliebt ist, aber zunehmend Anhänger auch in weiteren Regionen der Welt findet. Bei dieser Sportart stehen, bzw. knien sich jeweils drei Spieler oder Spielerinnen auf einem 7 mal 16 m großen Spielfeld gegenüber. Denn um ihr 7 m breites und 1,30 m hohes Tor zu schützen kauern die drei Spieler auf Matten, um sich der Länge nach hinzuwerfen, sobald der Ball des gegnerischen Werfers dessen Hand verlassen hat. Dass die Bälle flach über den Boden geschoben werden, garantieren drei in der Mitte des Spielfeldes in 40 cm Höhe gespannte Leinen, an denen sich Glocken befinden. Wenn diese Glocken klingeln, ist der Wurf ungültig. Den Ball hören die Spieler dank einer Glocke, die sich im Inneren befindet.
In Deutschland ist Torball seit langem beliebt und so haben sich die Nationalmannschaften und auch die Vereinsteams in der internationalen Spitze etabliert. Deshalb gehörten die beiden deutschen Teams auch zum engeren Favoritenkreis. Die Damen als Vorrunden-Vierte und die Herren qualifizierten sich für die Halbfinalbegegnungen, in denen die Europäer (Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich) unter sich waren, und erreichten somit das Minimalziel.
Das deutsche Damen-Team unterlag im ersten Halbfinale den Belgierinnen, die die Vorrunde klar für sich entschieden hatten, deutlich mit 2-6. Gegner im Spiel um die Bronze-Medaille war Frankreich, das gegen Italien mit 2-5 das Nachsehen hatte.
Bei den Herren erreichte ebenfalls die Mannschaft Belgiens das Finale, die überraschend deutlich mit 4-1 die Gastgeber aus Österreich schlug, die das stärkste Vorrundenteam stellten. Deutschland setzte sich in der zweiten Halbfinalpartie klar mit 7-2 gegen Italien durch und konnte sich für die einzige Vorrundenniederlage revanchieren. In dem spannenden Finale stand es bis zwei Minuten vor Ende ausgeglichen und laut Co-Tainer Josef Albanese drohte das Spiel gerade zu Gunsten der Belgier zu kippen als das befreiende 3-2 fiel. Dadurch bekam das deutsche Team die nötige Sicherheit zurück und konnte den Sieg dann sogar noch mit einem weiteren Treffer sichern. Mit nur einer Niederlage (gegen Italien) und einem Unentschieden (gegen Gastgeber Österreich) in der Vorrunde und durch die kontinuierliche Steigerung während des Turniers ist man verdient Weltmeister geworden.
Weitere Informationen unter: http://www.torball-wm.at/
Jörn Kneiding
Referent für Kommunikation
Polizeisportverein Karlsruhe
Mobil: 0173/9633479
Was ist Torball?
Torball ist ein speziell für Blindensportler entwickeltes Ballspiel und zählt zu den wenigen Mannschaftssportarten im Blindensport. In Westeuropa ist Torball die beliebteste und am häufigsten gespielte Teamsportart.
Die Ohren ersetzen die Augen
Die Torballer sind ausschließlich auf ihr Gehör angewiesen, da mit Hilfe einer lichtundurchlässigen Augenabdeckung allen Spielern der Sehrest genommen wird. Es kommt also auf das Gehör an!
Der bewegte Ball kann doch gehört werden?!
Der Ball ist etwa so groß wie ein Fußball und mit 450g etwas schwerer als derselbe. Damit er hörbar ist, befinden sich in seinem Inneren einige Metallvorhangringe, die ein deutlich wahrnehmbares Geräusch erzeugen, wenn der Ball in Bewegung ist.
Das Spielfeld
Das Spielfeld umfasst 7x16 Meter, wobei die 7 Meter lange Grundlinie gleichzeitig die Torlinie ist. Das Tor erstreckt sich also über die ganze Spielfeldbreite und ist fast so breit wie ein Fußballtor. Die Höhe beträgt 130 cm.
Der Mannschaftsraum bietet viele Anhaltspunkte zur Orientierung
Der Mannschaftsraum befindet sich direkt vor dem Tor und ist mit 7m Breite auch genauso breit. In die andere Richtung dehnt er sich 6m aus und reicht bis zur ersten Leine. Als Orientierung dienen neben dem Tor die drei 1x2 Meter großen Teppichmatten, die an vorgegebenen Stellen festgeklebt werden. Die Spieler dürfen während dem Spiel den Mannschaftsraum nicht verlassen, sich in diesem aber frei bewegen. Neben diesen fixen Orientierungspunkten kann sich jeder Spieler an seinen Mitspielern orientieren und seine Position in Relation zu diesen ausrichten.
Die unberührbaren Leinen!
Zwischen den beiden Mannschaftsräumen befindet sich eine 4x7 Meter große neutrale Zone. Die drei Leinen werden im Abstand von 2 Metern auf 40 cm Höhe quer über das Feld gespannt. An ihnen befestigte Glöckchen läuten bei der geringsten Berührung. Doch dies darf weder einem Spieler noch dem Ball passieren!
Die Mannschaft sind mehr als drei Spieler !
Jede Mannschaft verfügt über drei Feldspieler. Im Idealfall halten sich bis zu drei Wechselspieler auf der Bank bereit. Der Trainer stellt die Spieler auf das Spiel und den Gegner ein.
Der Ball ist rund und das Spiel dauert 10 Minuten!
Die reine Spielzeit beträgt 2x5 min. Die Halbzeitpause beträgt gerade mal 2min. In bestimmten Situationen, wie beispielsweise bei der Spielerauswechslung, der Durchführung von Strafwürfen oder einer Mannschaftsauszeit wird die Spielzeit unterbrochen.
Spielleitung
Diese erfolgt durch einen Schiedsrichter, der von einem Protokollanten, einem Zeitnehmer und vier Torrichtern unterstützt wird.










