(openPR) Energie-Abnehmerverband kritisiert die zu kurz greifenden Pläne von Wirt-schaftsminister Glos zur Liberalisierung der Energiemärkte
Hannover – Dem Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) gehen die Vorschläge im Erfahrungsbericht von Bundeswirtschaftsminister Glos über das vor zwei Jahren eingeführte Energiewirtschaftsgesetz nicht weit genug. „Wenn der Minister die bisherigen Ergebnisse als ‚noch nicht zufrieden stellend’ bezeichnet, dann ist das eine extreme Untertreibung“, erklärte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. Ein wirklicher Wettbewerb bei Strom und Gas existiere noch nicht. „Deshalb fordern wir eine komplette Entflechtung der Energiekonzerne und damit eine wirksame Trennung von Erzeugung und Netzbetrieb. Nur so haben neue Marktteilnehmer die Chance auf einen fairen Netzzugang.“ An die Verbraucher appellierte Panitz, sich über alternative Energielieferanten zu informieren und über einen Wechsel nachzudenken. „Nur so kann der Marktmacht von Energieversorgern Grenzen gesetzt werden“, so der Energieexperte.
Zu dieser Einschätzung passt das Ergebnis einer Untersuchung der EU-Kommission zum europäischen Energiehandel unter anderem an der Leipziger Strombörse EEX: Der Großhandelspreis für Strom liegt aufgrund der Marktkonzentration weit über dem Niveau bei Wettbewerb. So hat das Oligopol der vier Stromkonzerne allein 2005 eine Summe von rund 10 Milliarden Euro über den Erzeugungskosten eingenommen. „Solange es keinen Wettbewerb gibt, nutzen die etablierten Konzerne ihre Macht weiterhin schamlos zu Lasten der deutschen Verbraucher aus“, kommentierte Panitz die Studie.











