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Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR

29.06.200714:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
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Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR
Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR

(openPR) Zwangsadoptionen gehören zu den dunkelsten Kapiteln beider deutscher Staaten. Wieso in beiden deutschen Staaten? In dem einen, nämlich in der ehemaligen DDR, sind sie passiert bzw. durchgeführt worden und in dem anderen waren sie bekannt. Das heißt, sie wurden zur Kenntnis genommen und ebenso verschwiegen wie in der DDR. Erst als ein Journalist und betroffene Eltern, die in den Westen ausreisen durften, diese Adoptionen publik machten, nahm die BRD dazu Stellung.



Die Regierung der BRD zeigte sich entrüstet und behauptet davon nichts gewusst zu haben.
An der stillen Komplizenschaft in West und Ost hinsichtlich de staatlich angeordneten Kidnappings und an der Inhumanität besteht jedoch kein Zweifel. Zwangsadoptionen waren eine teuflische Foltermethode der meist gütig lächelnden Frau Honecker. Um diese Zwangsadoptionen für die DDR legal zu machen, wurden eigens Gesetze dafür erlassen. Von Margot Honecker.

Sie stand dem Ministerium für Volksbildung vor und auf ihre Weisung hin sind Kinder ihren Eltern weggenommen worden, weil diese angeblich nicht in der Lage ihre Kinder „“ zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ zu erziehen waren. Die Eltern hatten nicht das Recht, das Erziehungsziel selbst festzulegen sondern der sozialistische Staat achtete auf die richtige Erziehung. So sollte allein die Festlegung des Erziehungsziels durch die Partei eine Erziehung im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts gewährleisten. Kindern war es in der DDR „fast“ unmöglich eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Die meisten Menschen identifizierten ihre eigene Persönlichkeit fast immer mit den Idealen des Sozialismus und versinnbildlichten damit die Ideologie der DDR. Menschen, die diese Ideale nicht automatisch übernahmen oder später durch irgendwelche Ereignisse Zweifel an diesen Idealen bekamen, entwickelten sich dann als eigenständige Persönlichkeit außerhalb der sozialistischen Persönlichkeitsvorgaben des Staates und der Partei. Meist führten diese Persönlichkeitsveränderungen zu Ausreiseanträgen, die fast immer, egal wie oft ein Bürger diesen Antrag stellte, abgelehnt wurden.
Was immer hinter diesen Ausreiseverweigerungen stand, den betroffenen Eltern bereiteten sie die fürchterlichsten Seelenqualen. Der Fall der Familie Grübel brachte Mitte der siebziger Jahre die Diskussion um Zwangsadoptionen ins Rollen.

Nach bekannt werden dieses Falles ging man dann in der DDR bei politisch motivierten Adoptionen „subtiler“ vor. So ist diese staatliche Kidnapping immer mit sozialem „Rufmord einher gegangen.
Die Pflicht zur Arbeit ist als „politisches Repressionsinstrument“ genutzt worden und Menschen wegen „angeblicher Asozialität“ mit Hilfe des Paragraphen 145 des DDR- Staatsgesetzbuches (Verleitung zu asozialer Lebensweise)zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Diesen Menschen wurde dann, auf Grund dieser Verurteilung, das Sorgerecht für ihre Kinder für immer entzogen.

Das menschenverachtende Regime entlarvt sich selbst durch seine selbstsichere Buchhaltermanie:
Zitat aus einem Schreiben der Jugendhilfe, das in den meisten Akten gefunden wurde (entnommen aus: Die Welt v.28.05.1991):

„Am 23.10. hatten wir auf Weisung des Ministeriums für Volksbildung die Kinder abzuholen. Sie waren ruhig, ohne Hektik, waren vorher Stunden verhört worden.
Sollten sich verwandte melden, um die Kinder abzuholen, haben wir das nicht zu gestatten.“

Aber es gab auch andere gründe für Zwangsadoptionen.
Wenn z. B. ein Parteimitglied der mit einer hohen und Vorbildwirksamen Funktion betraut war, straffällig wurde und man das unter allen Umständen vertuschen musste.
Der Genosse war mit einer Frau verheiratet, die Kinder aus der ersten Ehe mitgebracht hatte und als Jugendliche schon mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, dann wurden auch ganz schnell irgendwelche Vorwände „gefunden“. Dann wurde die Straftat des Genossen auf die Frau projiziert. Sie wurde verurteilt, ihr wurde das Sorgerecht entzogen und die Kinder adoptiert.
Sie hatte keine Chance.

Denn der Staat hatte immer und in jedem Fall Recht. Dem Staat das Gegenteil zu beweisen war unmöglich.
Die seelischen Qualen die den Eltern damit zugefügt wurden, gipfelten meistens in Depressionen, schweren Krankheiten bis hin zum Selbstmord.
Bei diesen Zwangsadoptionen schwanken die Zahlen zwischen einigen Hundert und 7000. Die Dunkelziffer wird allerdings auf mehr als 20000 geschätzt.

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