(openPR) Il Paradiso in Terra“ ist viel mehr als nur eine Ausstellung. Nach den Wünschen der fürstlichen Familie Borromeo soll diese Initiative den Anfang für eine schrittweise Umgestaltung der Burganlage Rocca Borromeo von Angera am Lago Maggiore markieren. Diese soll in ein Zentrum zur Interpretation und Deutung der Epoche des Mittelalters umgestaltet werden und steht Liebhabern dieser Geschichtsepoche, Familien und Schülern gleichermaßen offen.
Die „Regie“ für eine Umgestaltung der Rocca Borromeo in einen innovativen Dokumentations- und Erlebnispark über das Mittelalter - einer Einrichtung, die es so in ganz Italien nicht gibt - wurde von der Prinzessin Bona Borromeo einer Gruppe um den Historiker und Museologen Daniele Jalla übertragen. Für dieses Projekt konnten auch die Architektin Luisella Italia und der Architekt Massimo Venegoni vom Architekturbüro Dedalo in Turin gewonnen werden, jeweils Experten auf dem Gebiet von Museums-Projekten. Auch der Historiker Mauro Ambrosoli und die Ikonografin Lucia Impelluso ergänzen das Team.
Die Festung Rocca Borromeo, die sich vor dem lombardischen Ost-Ufer des Lago Maggiore erhebt, ist bereits seit dem Ende des 15. Jahrhunderts im Besitz der Familie Borromeo. Würdevoll in ihrer eindrucksvollen Lage wird die Rocca in der ersten Phase dieses Projektes zu einem „offenen Buch“ mittelalterlicher Gärten. Mit den Renaissance-Gärten der Isola Bella und dem Botanischen Garten der Isola Madre entsteht so ein "Dreieck" von Landschaftsgärten, die sich gegenseitig ergänzen.
Außen, auf dem freien Platz, der sich zum See hin öffnet, rund um die Kapelle, beginnen im Herbst die Gärtner der Borromäischen Inseln mit ihrer Arbeit. Unter der Aufsicht von Experten pflegen sie junge Pflanzen, die dort wachsen und unterschiedliche Typologien eines mittelalterlichen Gartens hervorbringen. Im Inneren der Rocca Borromeo, in den eindrucksvollen Räumen des Scaligera-Flügels, erläutert eine szenografische Ausstellung das Thema, das durch Dokumente und Bilder in den verschiedenen Abteilungen der Ausstellungen illustriert wird.
Auf der Grundlage mittelalterlicher Texte hat Mauro Ambrosoli, einer der besten Kenner der Geschichte der Landwirtschaft, drei grundsätzliche Typologien von Gärten ausgemacht. Die Architekten haben ein Projekt, das aus zwei Ausstellungsebenen besteht, erarbeitet. Das erste stellt im Zentrum der drei Säle die Heraufbeschwörung eines Gartens dar, als Erlebnisraum, mit Klängen und projizierten Bildern. Das zweite, das an den Wänden der Säle entlang entwickelt wurde, gibt anhand von Reproduktionen von bestimmten Bildern Erklärungen zur Symbolik der Elemente der Gärten.
Der erste Garten heißt „Il giardino dei Principi“. Er war seinerzeit für die Eigentümer reserviert und hat sich innerhalb der Mauern des Schlosses zu einem Ort der Kommunikation entwickelt, einem Ort, an dem Musiker festliche Klänge hören lassen zwischen der Pflanzenarchitektur als Abbild der Baukunst der ZeitHier ist alles von weiteren hohen Mauern umgeben, die von weißen Rosen umrankt oder auch von tief roten oder von Jasminblüten bewachsen sind, während der gepflegte Rasen von Orangenbäumen und Zedern umsäumt wird.
Der zweite Garten heißt „Verziere“ und wird von Zierpflaumen-Hecken und weißen Rosenstöcken umrahmt. In ihm finden sich Obstbäume, die in einer ganz bestimmten Ordnung angepflanzt worden sind und den zentralen Fischteich säumen. Er ist ein Garten, in dem auch einige Tiere gehalten werden: Kaninchen, Hasen, Rehe und Hirsche.
Dann gibt es schließlich noch „Il Gardino delle erbe piccole“, der sich von den einfachen Klostergärten oder Gärten von Krankenhäusern dahingehend unterscheidet, dass er mit besonders kleinen Pflanzen, die schön anzusehen und wohlriechend sind, medizinischen Kräutern, Einjahres-Pflanzen und Obstbäumen bestückt ist und der sicher „mehr aus Wohlgefallen als aus Profitgründen“ angelegt worden ist.
Alle Gärten huldigen dem aristotelischen Prinzip, in dem das kleine als Mikrokosmos, die umgebende Natur als Makrokosmos, vom Großen zum Kleinen, vom Baum bis zum Grashalm, darstellt. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die Metapher von „Liebe und Religion“, in der das irdische Paradies als „locus amoenus“ beschrieben wird, einem "lieblichen" Platz. In der Tat bezeichnet der lat. Begriff amoenus das Wort "lieblich".In der Ausstellung wird der Besucher über einen Parcours geführt, der ihm erlaubt, die verschiedenen Aspekte des Ortes, den wir Garten nennen, zu identifizieren und, über Bilder und Ausstellungsobjekte, die Werte, die mit dieser Institution verbunden sind, zu erfahren. Ein Ort des Gesprächs und der Sozialisation, ein Ort der Landschaftsbildung, landwirtschaftlichen Erfahrung und vor allem ein Ort dichter und präziser Symbolik.
Alles in diesem Garten ist in der Tat auf keine zufälligen oder geschmacklichen Aspekte zurückzuführen, sondern folgt präzisen symbolischen Aspekten: Hier ist z. B. die Orange zu nennen, die das Symbol der Göttin Aphrodite darstellt, ihrerseits wiederum Symbol der „Schönen Ordnung“. Deswegen darf im Garten auch das Wasser nie fehlen, wie auch der Fischteich mit den Fischen, weil diese das Symbol der Fruchtbarkeit sind, da sie im Wasser leben, das wiederum das Symbol des Lebens schlechthin darstellt.
Der Ausstellungs-Parcours in den Scaligere-Sälen führt an den Miniatur-Handschriften des „Rosen-Romans“ vorbei, dem „giardino maschile“ (männlichen Garten) und dem „giardino femminile“ (weiblichen Garten), an den Jungen und an den Mädchen aus dem „Decameron, an den Texten von Pier de Crescenti über landwirtschaftliche Arbeiten für Männer, darunter auch wenige speziell für Frauen, an männlichen und an weiblichen Pflanzen.
Ein Raum ist sogar einem heiligen Märtyrer gewidmet: Petro d'Anghiera, der vom Lago Maggiore an den Spanischen Hof gekommen ist, wo er Gelegenheit hatte, an Informationen aus der neuen Welt, also Amerika, zu gelangen. Informationen, die er dem Kardinal Ascanio Sforza regelmäßig überbracht haben soll. In seinen Briefen, in denen er u.a. die erste Reise von Christopher Columbus beschreibt, spricht er auch über die Einführung über die neuen Pflanzen aus der neuen Welt in Spanien nachzulesen: nämlich den Mais.
Mit der Entdeckung Amerikas endet offiziell die Epoche des Mittelalters. Damit ist auch die Typologie des mittelalterlichen Gartens beendet. Die Einführung neuer Pflanzen aus der neuen Welt bedeutete eine Revolution in der Landwirtschaft und in der Geschichte des Gartens in Europa.
Informationen: Borromeoturismo
Tel: +39 0323 30556 Fax: +39 032330046
Mail:
Maggioni Tourist Marketing
Kastanienallee 88
10435 Berlin
Mail:
Web: www.maggioni-tm.de
Maggioni Destination Management Tourist Marketing
ist eine Marketing- und Kommunikations-Agentur für den Bereich Tourismus mit Sitz in Berlin. Wir haben uns auf die Entwicklung und Durchführung von Werbemaßnahmen für italienische Tourismus-Regionen auf dem deutschen Markt spezialisiert. Unsere zweisprachige Agentur führt zwei Kulturen, die italienische und die deutsche, zusammen und ist somit in der Lage, auf die Bedürfnisse beider Märkte gleichermaßen gut einzugehen.













