(openPR) Sensible Geschäftshauslösung gleicht städtebauliches Defizit aus
Am 24. Juni 2007, dem bundesweiten Tag der Architektur, lädt die Architektenkammer Niedersachsen Interessierte ein, eine Auswahl aktueller Bauprojekte ihrer Stadt und Region mit fachkundiger Betreuung zu besichtigen. In Osnabrück steht der Öffentlichkeit das von der pbr Planungsbüro Rohling AG entworfene, im Dezember 2006 fertig gestellte Büro- und Geschäftshaus Möser-Carré in der Wittekindstraße offen. Der Besucher erhält Zugang zu Bereichen, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Darüber hinaus bieten sich ihm im Gespräch mit Architekten Einblicke in Themen der Architektur und Baukultur.
Das neue fünfgeschossige Sparkassengebäude ist gerade deshalb sehenswert, weil es ein über fünfzig Jahre dauerndes städtebauliches Provisorium gesichtsloser Zweckbauten im Herzen Osnabrücks beendete. Der winkelförmige Baukörper stellt eine gestalterische Verbindung zu den heterogenen Gebäuden der Möserstraße her und wertet so das Bild des Stadtteils auf. Die betonte Eckposition des Möser-Carrés leitet ihre vertikale Dimension aus dem vis-a-vis gelegenen Kaufhaus ab. Die spannungsvoll gegliederte Kalksteinfassade mit ihren großzügigen Verglasungen im Erdgeschoss verleiht dem Büro- und Geschäftsgebäude ein freundliches Lächeln, das auch bei Dunkelheit strahlt. Der Anschluss des neuen Gebäudes an die Fassade der Sparkassenhauptstelle erfolgt nahtlos. Das den Hof erschließende zweigeschossige Portal wirkt einladend und lichterfüllt. Der optisch und akustisch von der Straßenkreuzung abgeschirmte Innenhof bietet einen attraktiven Platz für gastronomische Outdoor-Angebote.
Eine Besonderheit des Gebäudes ist seine stützenfreie Zugangssituation. Diese wird von einer stählernen Fachwerkkonstruktion mit einem Gewicht von 50 Tonnen ermöglicht. An der raumhohen Stahlkonstruktion im Dachgeschoss sind die drei 600 Tonnen schweren Obergeschosse aufgehängt. Diese Bauart ist in Osnabrück einzigartig und stellte hohe Anforderungen an die Planung sowie die Umsetzung.
Neben der städtebaulichen Perspektive erfüllt der Neubau auch gestiegene Anforderungen an die Flächennutzung. Über 3.000 m² Bürofläche sind auf die Obergeschosse zwei bis fünf verteilt. Im Erd- und ersten Obergeschoss wurden 600 m² Raum für Einzelhandel und Gastronomie geschaffen. Rechts und links vom repräsentativen Eingangsportal, gut sichtbar für die Besucher, siedelten eine Sushi-Bar und ein Bistro an. Unter dem Gebäude versteckt eine Tiefgarage 50 Stellplätze. Sensibel geplante Gebäude wie das Möser-Carré verdichten viele Vorzüge urbanen Lebens auf kleinstem Raum und schaffen ästhetische Fixpunkte im Stadtbild.
Der Entwurf für das Möser-Carré ging aus einem 2002 durchgeführten, begrenzt offenen Realisierungswettbewerb der Sparkasse Osnabrück hervor. Unter 54 eingereichten Entwürfen erreichte die pbr Planungsbüro Rohling AG den fünften Platz. Im Überarbeitungsdurchgang der prämierten Beiträge setzte sich der pbr-Entwurf beim Bauausschuss der Sparkasse als bestes Nutzungskonzept gegenüber Mitbewerbern durch.
Fakten zum Neubau:
Bruttogeschossfläche: 6.200 m²
Bruttorauminhalt: 24.000 m³
Nutzfläche: 3.400 m²
Osnabrück, 15.06.2007
pbr Planungsbüro Rohling AG, Architekten und Ingenieure
Heinrich Eustrup, Telefon (0541) 9412-0
Rheiner Landstraße 9
49078 Osnabrück
www.pbr.de












