(openPR) Lässt sich aus dem Fuldaer Salmonellenfall etwas lernen?
Interview mit Dr. Heinrich Huber von ipro consulting GmbH in Karlsruhe
Das Bild der Massenerkrankung von Personal und Patienten des Klinikums Fulda ist erschreckend. Genauso erschreckend ist die Unklarheit über die eigentlichen Abläufe. "Eine Nachspeise aus Apfelmus und Sahne hat nach Erkenntnissen des Kreisgesundheitsamts die ersten Salmonellen-Infektionen bei Mitarbeitern des Klinikums Fulda ausgelöst. ... Allerdings war gestern nach wie vor nicht klar, wie sich 150 Patienten sowie Bewohner und Betreuer des Seniorenheims Heilig Geist angesteckt haben", schrieb die Fuldaer Zeitung am 23. Mai 2007. "Und die ganze Angelegenheit ist sogar noch mysteriöser geworden. Schließlich gab es keinen Apfelschnee für die Patienten im Klinikum und auch keinen im Seniorenheim Heilig Geist. Warum mit einigen Tagen Abstand eine zweite Infektionswelle losbrach, ist ebenfalls noch nicht ermittelt. Deshalb treffen die Schlagzeilen überregionaler Medien, dass der Fall aufgeklärt sei, ganz einfach nicht zu."
Das legt die Vermutung nahe, dass hier nicht an der Front geschlampt wurde - schließlich seien die Hygienemaßnahmen am Klinikum Fulda in den vergangenen Jahren nicht eingeschränkt, sondern ausgeweitet worden. Die betrieblichen Abläufe scheinen unklar zu sein, und hier könnten andere Krankenhäuser ansetzen, um ähnliche Fehler zu vermeiden.
Die Redaktion sprach darüber mit dem Organisationsexperten Dr. Heinrich Huber von der ipro Consulting GmbH, der sich seit Jahren mit der Erfassung, Modellierung und betriebsinternen Publikation von Arbeitsabläufen beschäftigt.
Redaktion:
Herr Dr. Huber, Sie sind Spezialist für die Optimierung von Prozessabläufen. Hätte so ein Fall wie die Salmonellen-Massenerkrankung in Fulda vermieden werden können?
Dr. Huber:
Menschliches Versagen passiert überall. Die Frage ist doch, wie schnell der Fehler hätte aufgedeckt werden können, um größeren Schaden zu vermeiden.
Redaktion:
Sie haben ein Managementsystem entwickelt, das alle Arbeitsabläufe im Unternehmen optimiert und den Mitarbeitern die nötige Sicherheit bietet, dass solche Fehler nicht passieren oder zumindest schnell aufgedeckt werden können, weil das System für organisatorische Klarheit sorgt.
Dr. Huber:
Ja, das System strukturiert alle Ablaufprozesse, sei es bei Qualität, Geschwindigkeit, Reihenfolge von Abläufen oder Kosten und erzielt im Unternehmen eine hohe Optimierung. Zu Beginn erstellen wir eine Analyse und erfassen erst einmal alle Arbeitsabläufe und Strukturen, verknüpfen sie so, wie es sein sollen und speichern das ganze in einer Datenbank, damit sie schnell und bequem angepasst werden können.
Redaktion:
Warum haben nicht schon alle Krankenhäuser sich strukturieren oder zertifizieren lassen? Sind denn hohe Kosten zu erwarten?
Dr. Huber:
Vielleicht erkannten die Krankenhäuser bisher nicht die Notwendigkeit, nachvollziehbare Strukturen, einfache Informationswege, klare Verantwortlichkeiten und Führungskennzahlen zu implementieren. Unser Weg ist es, für jeden Kunden und sein Problem eine Lösung zu finden. Das kann ein Arbeitsaufwand von zwei Wochen oder auch eine regelmäßige Betreuung beinhalten. Das wichtigste ist aber das Beratungsgespräch, damit der Kunde seine Vorteile sieht und versteht. Alle unsere Kunden sind sehr zufrieden und haben mit unser Optimierung sehr schnell einen wirtschaftlichen Erfolg erzielt - also die Investition, die nun einmal im fünfstelligen Bereich liegt , schnell wieder hereingeholt.
Redaktion:
Und Sie haben sehr bekannte Kunden: die Frankfurter Messe, die InfraServ Hoechst GmbH (die ehemalige Höchst AG), BASF AG, Parfümerie Douglas GmbH und TX Logistik AG, um nur einige zunennen. Warum meinen Sie, ist gerade auch in den Krankenhäusern ein besonderer Bedarf an Managementsystemen zur Prozessoptimierung vorhanden?
Dr. Huber:
Da gibt es natürliche mehrere Gründe und jedes Unternehmen hat einen anderen Schwerpunkt. Aber in einem sind sich alle einig: ihnen geht es natürlich um Wirtschaftlichkeit,Qualität und Sicherheit in den Abläufen. Bei Krankenhäusern kommt noch der Faktor Gesundheit dazu, der nicht hoch genug bewertet werden kann. Und ein Unternehmen, das mit uns den Weg der Strukturierung und Optimierung gegangen ist, hat auch zufriedenere Mitarbeiter, die im System jederzeit nachschlagen können, welche Abläufe wie definiert sind. Das macht die Mitarbeiter sicher bei Ihrer Arbeit.
Redaktion:
Herr Dr. Huber, Sie haben die Software als Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft mitentwickelt und dieses Wissen in Ihr Unternehmen ipro-consult eingebracht und weiterentwickelt. Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen Krankenhäuser?
Dr. Huber:
Jeden Tag gibt es neue Regeln und Vorschriften, Ärzte und Mitarbeiter stehen unter besonderen Belastungen. Für diese Mitarbeiter müssen die täglichen Abläufe schnell verfügbar sein, dass geht nur mit klar definierten Strukturen und verbesserten Arbeitsabläufen. Jeder Mitarbeiter kann mittels unseres Prozessmanagements Fehler in den Abläufen vermeiden helfen. Das ist doch eine schöne Aussicht für das Gesundheitswesen schlechthin.
Redaktion:
Herr Dr. Huber, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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