(openPR) "Der Mittelstand hat sehr früh erkannt, dass die größte Wertschöpfung in den Materialien selbst liegt und nicht aus der Beseitigung generiert werden kann", erklärte Dr. Thomas Probst, Referent beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. kürzlich auf den Sächsischen Abfalltagen.
Der Gedanke der ressourcenoptimierten Kreislaufwirtschaft sei inzwischen sowohl in der Kreislaufwirtschaft als auch in der Umweltpolitik etabliert.
Die Ressourcen der Kreislaufwirtschaft erstreckten sich dabei grundsätzlich auf drei Bereiche, nämlich:
• die Sekundärstoffströme,
• die Energiepotentiale der Stoffströme,
• die Vermeidung und Verminderung von Schadstoffen.
Probst erläuterte, dass viele Sekundärstoffe dabei so eingesetzt werden könnten, dass entweder die Stoffe erhalten blieben oder aber ihre Energie genutzt werden könne.
Während die Entsorgungswirtschaft immer noch – fast unversöhnlich – in die Fraktion der Verbrenner und der Recycler gespalten ist, seien die politischen Weichen durch das Kyoto-Abkommen inzwischen so gestellt, dass die Um-setzung der Ziele unter den Prämissen der Nachhaltigkeit, Ressourcenscho-nung, Kreislaufwirtschaft und Lebenszyklen zu optimieren ist.
Stoffströme in der Kreislaufwirtschaft
Die Umbrüche seit dem magischen Datum 1. Juni 2005 ermöglichen es, dass die vorhanden Stoffströme im Recycling inzwischen effizienter als zuvor genutzt werden, da die Beseitigungsmöglichkeiten nun deutlich einge-schränkt sind.
bvse-Referent Dr. Thomas Probst: "Der Verteilungskampf und damit der Wettbewerb um die Stoff-ströme, die im Jahr 2003 in Deutschland rund 366 Mio. Tonnen betragen, haben sich über die höheren Entsorgungskosten und auf Grund noch knapper Vor-behandlungskapazitäten verlagert."
Weitgehender Konsens bestehe bei Politik und Entsorgungswirtschaft über die stoffliche Nutzung von Schrotten (ca. 22,2 Mio. Tonnen in 2006) und Altmetallen (ca. 2,8 Mio. Tonnen in 2005), Papier, Pappe und Kartonagen – PPK (ca. 15,5 Mio. Tonnen in 2006), Altglas (2,5 Mio. Tonnen in 2005) sowie Alttextilien (ca. 1,9 Mio. Tonnen).
Dissens bestehe in der Politik und der Entsorgungswirtschaft über die Kunst-stoffverwertung. Obwohl sich die Kunststoffverwertung inzwischen weltweit als Wirtschaftszweig etabliert habe, werde der hohe Materialwert der Kunststoffe häufig vernachlässigt.
Bei der Verwertung der anfallenden rund 4,42 Mio. Tonnen in 2005 gewinne vor allem der Energieinhalt der Kunststoffe immer größere Bedeutung und das obwohl sich seit langem Märkte mit positiven Erlösen für das Recycling von Sekundärkunststoffen etabliert haben.
"Von interessierten Kreisen wird bei Kunststoffen immer wieder die gemeinsame Erfassung mit Restabfällen und anschließendem Aussortieren der verwertbaren Kunststoffe diskutiert, obwohl dadurch die Kunststoffe dem Recycling entzogen werden, weil die dann querkontaminierten Materialien nicht mehr hochwertig verwertet werden können", machte Probst deutlich und stellte fest: "Gebrauchte Kunststoffe sind eine ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Quelle, um marktgängige Produkte herzustellen".








