(openPR) Das Forschungsprojekt Landwirtschaft als Dienstleister im Katastrophenschutz in Bayern (LuKaS) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Technischen Universität München (TUM) ist mit dem 1. Europäischen Resilienz-Award ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 12. Oktober 2026 im Universitätsclub Bonn anlässlich des UN-Tags der Katastrophenvorsorge statt. Mit der Auszeichnung wird die europaweite Pionierarbeit des Projektteams im Bereich der Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe in den Katastrophenschutz gewürdigt.
Das LuKaS-Team um die Projektleiter Dr. Christoph Bader (HSWT) und Prof. Dr. Heinz Bernhardt (TUM) untersucht seit 2025 in einer Machbarkeitsstudie, wie landwirtschaftliche Betriebe nach der Sicherung des eigenen Betriebs Blaulichtorganisationen im Katastrophenfall unterstützen können. Ziel ist es, die Potenziale und Ressourcen landwirtschaftlicher Betriebe systematisch zu erfassen und deren mögliche Integration in bestehende Katastrophenschutzstrukturen zu bewerten.
Landwirtschaft als starke Partnerin im Katastrophenschutz
Extreme Wetterereignisse, Hochwasser, Waldbrände oder großflächige Stromausfälle stellen Gesellschaft und Einsatzkräfte zunehmend vor Herausforderungen. Das Verbundprojekt LuKaS untersucht daher, wie landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Flächen, Maschinen, Energieressourcen und ihrer Infrastruktur künftig zusätzliche Aufgaben im Bevölkerungsschutz übernehmen können. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Ernährungssicherung, der Tiernotversorgung sowie der Bereitstellung von Notfallkommunikation und logistischer Unterstützung.
„Die Menschen auf dem Land sind nicht nur Betroffene, sondern Teil der Lösung: Ihr lokales Wissen, ihre Nachbarschaften und die Ressourcen der Höfe sind ein Schatz, den wir systematisch einbinden wollen. Beteiligung schafft Vertrauen, und Vertrauen schafft Sicherheit“, betont Margarethe Stadlbauer (HSWT), Expertin für Bürgerbeteiligung im LuKas-Team.
„Landwirtschaft ist schon immer durch langwierige Produktionsprozesse geprägt. Zwischen Aussaat und Ernte vergehen viele Monate. Die Aufzucht einer Milchkuh dauert mehre Jahre. Eine Resilienz der Systeme ist hierfür absolut notwendig. Im Projekt LuKaS wird dieser Resilienzgedanke wieder auf die Gesellschaft und den ländlichen Raum übertragen“, erklärt Prof. Dr. Heinz Bernhardt.
Europaweite Anerkennung für innovativen Forschungsansatz
Vergeben wurde der Europäische Resilienz-Award von der Europäischen Genossenschaft EQAsce, der Forschungsplattform GIQS e.V. und der der Initiative Modellregion WiR. Mit dem Preis würdigen die Veranstalter innovative Ansätze zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz und zur Verbesserung der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure in der Krisenvorsorge. Das Projekt LuKaS gilt dabei als europaweit wegweisendes Beispiel für die systematische Einbindung der Landwirtschaft in den Katastrophenschutz.
Über das Projekt LuKaS
Das Verbundprojekt Landwirtschaft als Dienstleister im Katastrophenschutz in Bayern (LuKaS) wird gemeinsam von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Technischen Universität München (TUM) am Campus Weihenstephan durchgeführt. Die Projektlaufzeit reicht von Juli 2025 bis Dezember 2027. Gefördert wird das Vorhaben vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.














