(openPR) Anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September sind zahlreiche Hochschulen sowie journalistische Medien in diesen Tagen aktiv, um auf die Bedeutung und Grundsätze der Demokratie aufmerksam zu machen und für sie einzutreten. Auch Mitglieder der Hochschulen NRW betonten Anfang der Woche in Videobotschaften die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit, die Aufgabe der Hochschulen, Demokratie zu verteidigen, und was es bedeutet, dass Hochschulen Orte des Wissens und der demokratischen Bildung sind.
Auf ihrer Sitzung am 17. September 2026 auf dem Versuchsgut Merklingsen der Fachhochschule Südwestfalen tauschten sich die Rektor_innen und Präsident_innen der nordrhein-westfälischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit Dr. Arne Hordt, Referent für Grundsatzangelegenheiten der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen (LpB NRW), über den dritten Demokratiebericht der LpB NRW aus. Den Bericht hatte die LpB NRW im März 2026 an den Präsidenten des Landtags überreicht. Er basiert auf einer repräsentativen Befragung der Wohnbevölkerung in NRW und zeigt ein besorgniserregendes Bild.
„Die Ergebnisse zeigen, dass sich demokratische Vorstellungen zunehmend mit nicht-demokratischen Ideen unter der begrifflichen Tarnkappe „Demokratie“ vermischen. Das heißt, dass Wissen über die Merkmale der Demokratie gehen bei jungen Menschen mehr und mehr verloren“, erläuterte Arne Hordt. Außerdem sei bedenklich, dass zwar die Verbundenheit mit Deutschland und NRW hoch bleibe, aber insbesondere bei jüngeren und mittleren Altersgruppen ein deutlicher Rückgang der Demokratiezufriedenheit nachweisbar sei, so Hordt und weiter: „Die Daten zeigen deutlich: Bei den Jüngsten, in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen, bricht die Demokratiezufriedenheit regelrecht ein.“
Der dritte Demokratiebericht sei ein Aufruf zum Handeln, so Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Vorsitzender der Hochschulen NRW und Präsident der Westfälischen Hochschule. Junge Menschen seien zunehmend unsicher, was Demokratie bedeute und wie sie funktioniere. Kriegesmann: „Die Gefahr, dass demokratische Prinzipien durch autoritäre Ideen ersetzt werden, ist real. Daher müssen wir Demokratiebildung in unseren Hochschulen stärken und offen für Demokratie eintreten.“
Kriegesmann weiter: „Hochschulen sind nicht nur Orte, an denen junge Menschen Fachwissen erwerben, sondern sie sind auch die Orte, an denen sich diese jungen Menschen zu freien und verantwortlichen Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln, die zukünftig unsere demokratische Gesellschaft tragen und gestalten werden. Deshalb sehen wir als Landesrektor_innenkonferenz unsere Verantwortung darin, unsere Hochschulen als Lern- und Arbeitsorte demokratischer Kultur zu stärken und demokratische Haltungen bei Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden zu fördern.“







