(openPR) Die Gruppe um Dr. Florin Radu hat FNPP-Proben mit weicher Röntgenstrahlung und Ptychographie an BESSY II untersucht. Dabei wurden die magnetischen Texturen erfasst, während die Probe einem äußeren Magnetfeld in bestimmten Raumrichtungen ausgesetzt war. Dafür steht an BESSY II ein weltweit einzigartiges Instrument bereit, das vom Team um Radu selbst entwickelt wurde: Der Vektormagnet VEKMAG kann in allen drei Raumrichtungen ein Magnetfeld von bis zu 1T erzeugen.
„Wir konnten beobachten, dass sich die Magnetstreifendomänen durch ein äußeres Magnetfeld steuern lassen, wenn es nicht senkrecht, sondern parallel zu diesen Mustern angelegt wird“, sagt Dr. Viktor Ukleev, Erstautor der Studie. „Das Überraschende war: Schon ein sehr kleines Feld von nur 10 Millitesla genügt, um eine chirale Streifenkonfiguration zu einer achiralen Fächerkonfiguration zu verändern.“
Modellierungen können dieses Verhalten gut erklären: Im FNPP konkurrieren unterschiedliche magnetische Wechselwirkungen miteinander, was im Ergebnis zu den komplexen magnetischen Texturen führt. Während eine dieser Wechselwirkung nahezu isotrop ist, besitzt eine andere wichtige Wechselwirkung eine Vorzugsrichtung. „Wir haben nun in unseren Experimenten einen konkreten Mechanismus identifiziert, durch den ein schwaches B-Feld in der Ebene ein Gleichgewicht zwischen diesen Wechselwirkungen bewirkt und damit den Streifenzustand verändert“, sagt Ukleev.
Das Material FNPP eignet sich damit als Modellsystem, um Spintexturen von außen zu kontrollieren. Die hier gewonnenen Ergebnisse bringen die Entwicklung von funktionellen magnetischen Materialien für die Spintronik voran.
wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Victor Ukleev. ![]()
Originalpublikation:
Advanced Functional Materials (2026): Vector-field control and emergent basal-plane anisotropy of magnetic textures in noncentrosymmetric (Fe0.63Ni0.3Pd0.07)3P
V. Ukleev, O. I. Utesov, L. Ubilla, C. Luo, R. Abrudan, P. Wild, H. Kropf, M. Winter, S. Schneider, A. Tahn, B. Rellinghaus, T. Butcher, S. Finizio, S. Wintz, M. Weigand, M. Birch, Y. Tokura, Y. Taguchi, K. Karube und Florin Radu
DOI: 10.1002/adfm.77809















