(openPR) Wer an Unternehmensnachfolge denkt, denkt häufig zuerst an steuerliche Gestaltung, Gesellschaftsverträge oder die formale Nachfolgeregelung. Eine aktuelle Studie von PwC, der INTES Akademie und der Digital Business Universityzeigt jedoch, dass die entscheidende Grundlage für den langfristigen Erfolg oft an anderer Stelle liegt: bei den gemeinsamen Werten der Unternehmerfamilie.
Die Studie „In bester Verfassung – die Familienverfassung im Familienunternehmen“ kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Zwar halten 59 Prozent der befragten Familienunternehmen eine Familienverfassung für sinnvoll, tatsächlich verfügen jedoch nur 36 Prozent über ein entsprechendes Regelwerk. Gleichzeitig berichten Unternehmen mit einer Familienverfassung von mehr Zusammenhalt, klareren Entscheidungsstrukturen und größerer Stabilität zwischen den Generationen. Sogar wirtschaftliche Vorteile werden sichtbar. 29 Prozent der Unternehmen stellen einen höheren wirtschaftlichen Erfolg fest.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine Entwicklung, die Professor Guido Quelle seit vielen Jahren in seiner Beratungspraxis beobachtet: Erfolg-reiche Familienunternehmen scheitern selten an fehlenden Verträgen. Viel häufiger entstehen Schwierigkeiten dort, wo Erwartungen unausgesprochen bleiben, Rollen ungeklärt sind oder gemeinsame Werte nicht bewusst entwickelt wurden.
Genau hier setzt Quelles Vortrag „Wegsterben ist keine Option!“ an. Er zeigt auf, weshalb Unternehmensnachfolge weit mehr ist als die Übergabe von Anteilen oder Verantwortung. Sie ist ein langfristiger Führungsprozess, in dem Vertrauen entsteht, unterschiedliche Erwartungen der Generationen zusammengeführt und gemeinsame Werte bewusst weiterentwickelt werden.
Unternehmensnachfolge ist kein Ereignis, sondern als strategischer Entwicklungsprozess zu verstehen. Die eigentliche Nachfolgeregelung beginnt nicht beim Notar, sondern in den Gesprächen der Unternehmerfamilie. Dort entscheidet sich, ob aus unterschiedlichen Sichtweisen eine gemeinsame Zukunft entsteht. Damit ergänzt Professor Quelle die Erkenntnisse der aktuellen Studie um eine entscheidende Perspektive: Eine Familienverfassung kann Orientierung geben. Tragfähig wird sie jedoch erst dann, wenn sie Ausdruck einer gemeinsamen Haltung ist und von den beteiligten Generationen gelebt wird. Dokumente schaffen Klarheit. Vertrauen entsteht zwischen Menschen.
Die aktuelle Diskussion um Familienverfassungen macht deutlich: Die Zukunft von Familienunternehmen entscheidet sich nicht erst bei der Vertragsunterzeichnung. Sie beginnt dort, wo Unternehmerfamilien rechtzeitig miteinander über Verantwortung, Erwartungen und Werte sprechen. Genau darin liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge über Generationen hinweg.
















