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Gründer-Mindset entscheidet, ob Start-ups Krisen überstehen

(openPR) „In Krisen müssen Unternehmen häufig unter hohem Zeitdruck und großer Unsicherheit weitreichende Entscheidungen treffen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen auf den gleichen externen Schock sehr unterschiedlich reagieren und dass diese Unterschiede auch mit den Eigenschaften der Führungskräfte zusammenhängen“, erklärt Prof. Dr. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Professorin an der Technischen Universität München.

„Für die Politik bedeutet das: Ein und dieselbe politische Unterstützungsmaßnahme kann sich je nach Anpassungsfähigkeit und Innovationsbereitschaft der Unternehmensleitung unterschiedlich auswirken. Diese Unterschiede sollten bei der Ausgestaltung von Hilfsmaßnahmen stärker berücksichtigt werden“, ergänzt Dr. Eline Schoonjans, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

Risikobereitschaft fördert schnelle Innovationen

Anstatt Arbeitszeiten zu reduzieren oder andere Einschnitte vorzunehmen, passen risikobereite Gründer/innen bestehende Prozesse oder Produkte an, verändern Vertriebswege oder digitalisieren Arbeitsabläufe. Solche Maßnahmen müssen häufig schnell umgesetzt werden, um auf Lieferengpässe, Nachfrageeinbrüche oder veränderte Arbeitsbedingungen zu reagieren. Risikoaverse Gründer/innen sparen eher finanziell ein. Diese Strategien beeinflussen die Anpassung an Krisensituationen und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig.

Migrationserfahrung und Offenheit stärken Strategiewechsel

Gründer/innen mit einer hohen Offenheit für neue Erfahrungen setzen in der Krise häufiger auf strategische Innovationen. Sie verändern etwa ihre Innovationsstrategie, erschließen andere geografische Märkte oder passen die Unternehmensziele an. Auch Gründer/innen mit Migrationserfahrung verfolgen häufiger solche grundlegenden Veränderungen – insbesondere, wenn sie aus unternehmerischen Motiven gründen, wie einer konkreten Geschäftsidee, dem Wunsch nach Selbstbestimmung oder einem höheren Einkommen.

Über die Methodik

Für die Studie wurden Daten von 1.408 Unternehmen im IAB/ZEW-Gründungspanel ausgewertet, die zwischen 2012 und 2019 in Deutschland gegründet wurden. Die Persönlichkeitsmerkmale der Gründer/innen wurden anhand der sogenannten Big Five Persönlichkeitsdimensionen – Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und emotionale Stabilität – sowie ihrer Risikobereitschaft erfasst. Im Mai und Oktober 2020 wurden die Unternehmen zu ihren Reaktionen auf die Corona-Krise befragt. Dabei wurde zwischen fünf Krisenstrategien unterschieden: Rückzug, Durchhalten, operative Innovation, strategische Innovation und Unternehmensausstieg. Mithilfe eines statistischen Modells wurde untersucht, wie die persönlichen Merkmale und Erfahrungen der Gründer/innen mit diesen gleichzeitig möglichen Krisenreaktionen zusammenhängen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hanna Hottenrott
Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“
Telefon: +49 (0)621 1235-182
E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
https://link.springer.com/article/10.1007/s11187-026-01237-0?utm_source=rct_congratemailt&utm_medium=email&utm_campaign=oa_20260703&utm_content=10.1007%2Fs11187-026-01237-0

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