(openPR) Bonn, 31. Mai 2026 – Rauchen gefährdet nicht nur Herz, Lunge und Gefäße – auch die Augen leiden. Darauf macht Retina plus e.V. anlässlich des Weltnichtrauchertages aufmerksam. Nach Angaben der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sind bis zu 20 Prozent aller Neuerblindungen nach dem 50. Lebensjahr auf das Rauchen zurückzuführen.
„Die Auswirkungen des Rauchens auf das Sehvermögen werden in der Öffentlichkeit noch immer unterschätzt“, erklärt Retina plus e.V. „Dabei gehört Rauchen zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für schwere Netzhauterkrankungen und Sehbehinderungen.“
Besonders deutlich zeigen sich die Folgen bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), einer der häufigsten Ursachen für schweren Sehverlust im Alter. Nach Angaben der DOG verdoppelt bis verdreifacht Rauchen das Risiko, an AMD zu erkranken. Zudem treten erste Krankheitszeichen bei Rauchenden häufig bis zu zehn Jahre früher auf als bei Nichtrauchenden. Das Risiko für die besonders aggressive feuchte Form der AMD ist sogar mehr als vierfach erhöht.
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft weist darauf hin, dass Tabakrauch die empfindlichen Strukturen des Auges auf vielfältige Weise schädigt. Giftstoffe beeinträchtigen die Durchblutung der feinen Gefäße, fördern Entzündungsprozesse, erhöhen den oxidativen Stress und schädigen Nervenzellen der Netzhaut. Die DOG-Expertin Professorin Dr. Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg betont, dass der Einfluss des Rauchens auf das Sehvermögen in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich unterschätzt werde.
Für Menschen mit Netzhauterkrankungen oder einer familiären Vorbelastung sind diese Erkenntnisse von besonderer Bedeutung. „Gerade bei Erkrankungen wie der AMD gibt es nur wenige Risikofaktoren, die Betroffene selbst beeinflussen können. Der Verzicht auf Nikotin gehört dazu“, betont Retina plus e.V.
Die gute Nachricht: Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Nach Einschätzung der DOG kann der Verzicht auf Tabak das Fortschreiten einer AMD verlangsamen und das Risiko schwerer Krankheitsverläufe senken. Prof. Dr. Teresa Barth weist darauf hin, dass Abstinenz nachweislich die Entwicklung höhergradiger Krankheitsstadien verzögern kann.
Besorgt zeigt sich Retina plus e.V. zugleich über aktuelle Entwicklungen beim Nikotinkonsum junger Menschen. Nach den zum Weltnichtrauchertag veröffentlichten Daten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) rauchen und vapen Jugendliche wieder häufiger als noch vor wenigen Jahren. Insbesondere Mehrweg-E-Zigaretten gewinnen an Bedeutung. Das BIÖG warnt in diesem Zusammenhang, dass Nikotin schnell abhängig macht und neuartige Nikotinprodukte häufig gezielt attraktiv für junge Menschen gestaltet werden.
„Wer heute mit dem Rauchen oder Vapen beginnt, denkt selten an sein Sehvermögen im Alter“, so Retina plus e.V. „Doch Prävention ist immer auch Blindheitsprävention. Deshalb müssen die Folgen des Nikotinkonsums für die Augen stärker in die Gesundheitsaufklärung einbezogen werden.“
Zu den langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten auf die Augengesundheit liegen bislang nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Umso wichtiger sind aus Sicht von Retina plus e.V. weitere Forschung und eine frühzeitige Aufklärung über die Risiken nikotinhaltiger Produkte.
Retina plus e.V. unterstützt alle Maßnahmen, die Menschen beim Ausstieg aus dem Nikotinkonsum helfen. Der Weltnichtrauchertag erinnert daran, dass jede nicht gerauchte Zigarette einen Gewinn für die Gesundheit bedeutet – auch für die Augen.
Über Retina plus e.V.
Retina plus e.V. ist ein gemeinnütziges Experten- und Selbsthilfenetzwerk von Menschen mit Sehverlust für Betroffene, Angehörige und Partner im Gesundheitswesen und darüber hinaus.
Als Experten in eigener Sache vernetzen und unterstützen sie bundesweit Menschen, die direkt oder indirekt von fortschreitenden Sehverlust betroffen oder bedroht sind.
Der Verein informiert, berät und vernetzt Betroffene und ihre Angehörigen und setzt sich für Forschung, Aufklärung und die Verbesserung der Lebenssituation sehbehinderter und blinder Menschen ein.











