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Weltnichtrauchertag 2026: Freie Wahl? Von wegen!

Weltnichtrauchertag 2026: Freie Wahl? Von wegen! (© Deutsche Krebshilfe)
Weltnichtrauchertag 2026: Freie Wahl? Von wegen! (© Deutsche Krebshilfe)

(openPR) Die Kontrolle zurückholen und die eigene Gesundheit schützen

Bonn (age) – Ansprechende Verpackungen, Werbung in den Sozialen Medien und künstliche Aromen: So vermarktet die Tabak- und Nikotinindustrie gesundheitsschädliche Produkte und spricht damit vor allem junge Menschen an. Wer in die Falle tappt, wird schnell abhängig vom Suchtstoff Nikotin: Freie Wahl? Von wegen! Mit einem Plakat macht die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai auf die Strategien der Tabakindustrie aufmerksam. Zudem stellen die Organisationen Forderungen an die Politik.

Rauchen ist nach wie vor das größte Gesundheitsrisiko für unsere Gesellschaft: Jeder siebte Todesfall in Deutschland und rund 20 Prozent der Krebsfälle gehen auf das Rauchen zurück. „Der Rückgang der jugendlichen Raucher ist eine sehr positive Entwicklung. Doch der steigende E-Zigarettenkonsum in dieser Gruppe macht diesen Erfolg zunichte – und bereitet uns große Sorgen. Ganz abgesehen davon, dass E-Zigaretten ebenso wie Tabakzigaretten viele krebserregende Stoffe enthalten, entsteht so eine neue Generation Nikotinsüchtiger“, so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Fast 70 Prozent derjenigen, die E-Zigaretten verwenden, rauchen zusätzlich Tabakzigaretten.

Plakat zum Weltnichtrauchertag
Seit inzwischen 25 Jahren veröffentlicht die Deutsche Krebshilfe zusammen mit dem ABNR Plakatmotive zum Weltnichtrauchertag. Das diesjährige Motiv macht deutlich, auf welche Weise die Tabak- und Nikotinindustrie ihre Konsumenten beeinflusst: Durch den Suchtstoff Nikotin und professioneller Vermarktung bleibt Rauchenden praktisch keine freie Wahl. Wer jedoch aufhört, holt sich die Kontrolle zurück. Das Motiv ist als Wendeplakat verfügbar: Eine Seite zeigt das Motiv mit E-Zigarette, auf der anderen Seite ist es mit Tabakzigarette abgebildet. Interessierte finden das Motiv zum Weltnichtrauchertag als Plakat sowie als Banner in unterschiedlichen Formaten und als animierten Clip zusammen mit weiteren Informationsmaterialien zum Herunterladen oder Bestellen unter: www.krebshilfe.de/weltnichtrauchertag. Die Motive der vergangenen Jahre sind einzusehen auf www.weltnichtrauchertag.de.

Politische Forderungen zum Weltnichtrauchertag

Aromen- und Werbeverbot
Die Tabak- und Nikotinindustrie setzt verschiedene Strategien ein, um ihre Produkte für ihre – oft jungen – Kunden attraktiv zu machen. Dazu gehören Nikotinprodukte in süßen Geschmacksrichtungen und indirekte Werbung über Influencer in Sozialen Medien. „Der Markt wird aktuell geflutet mit einer immer breiter und bunter werdenden Palette an nikotinhaltigen Produkten. Darauf müssen wir schneller reagieren“, sagt Prof. Dr. Sabina Ulbricht, Vorstandsvorsitzende des ABNR. „Der aktuell viel diskutierte Vorschlag, 13 Kühl- und Inhaltsstoffe in E-Zigaretten zu verbieten, geht in die richtige Richtung, um Kinder und Jugendliche vor dem Einstieg in den Konsum dieser Produkte zu schützen – er ist jedoch nur ein Anfang. Wir brauchen zudem die konsequente Umsetzung des Werbeverbots für E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte in den sozialen Medien.“

Verpackungen standardisieren
Ein weiteres wichtiges Instrument der Tabakindustrie, um ihre Produkte zu vermarkten, ist die Verpackung. „Im Gegensatz zu Verpackungen anderer Produkte wird die Zigarettenschachtel mehrmals hervorgeholt und ist damit sowohl für Rauchende selbst als auch für ihr soziales Umfeld ständig sichtbar“, so Prof. Dr. Ute Mons, Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums zur Tabakkontrolle am DKFZ. „Standardisierte Verpackungen verringern die Attraktivität von Tabakerzeugnissen, nehmen ihnen die Werbefunktion und erhöhen die Auffälligkeit der Gesundheitswarnungen auf den Verpackungen. Damit halten sie nachgewiesenermaßen Nichtrauchende – insbesondere Jugendliche – davon ab, mit dem Rauchen anzufangen.“ Acht EU-Länder, beispielsweise die Niederlande und Frankreich, haben bereits standardisierte Verpackungen für Tabak- und Nikotinprodukte eingeführt.

Rauchverhalten in Deutschland

Die Raucherzahlen in Deutschland sind nach wie vor auf einem hohen Niveau: Mehr als jede vierte erwachsene Person raucht. Besonders hoch ist die Raucherquote unter jungen Erwachsenen: Im Alter von 18 bis 29 Jahren rauchen über 40 Prozent der Männer und rund 30 Prozent der Frauen. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Minderjährigen, die Tabakzigaretten rauchen, in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. In der Altersklasse von 12 bis 17 Jahren gehört inzwischen die E-Zigarette allerdings zu den beliebtesten Nikotinprodukten.

Forderungen des ABNR an die Politik

Das Aktionsbündnis Nichtrauchen, in dem neben der Deutschen Krebshilfe 19 weitere bundesweit tätige Gesundheitsorganisationen vertreten sind, fordert gesetzliche Maßnahmen, um den Tabak- und Nikotinkonsum in Deutschland einzudämmen:

  • Die jährliche deutliche Erhöhung der Tabaksteuer für konventionelle Zigaretten und E-Zigaretten
  • Den umfassenden Schutz vor Passivinhalation für alle
  • Aufklärungskampagnen zu Risiken von Tabak– und neuen Nikotinprodukten
  • Das vollständige Verbot von Sponsoring und Marketing für Tabak- und Nikotinprodukte, insbesondere in Online-Medien
  • Einheitsverpackungen für alle Tabak- und Nikotinprodukte
  • Das Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten
  • Das Verbot von Einweg-E-Zigaretten
  • Kostenfreie Angebote der Tabak- und Nikotinentwöhnung für Rauchende in der Gesundheitsversorgung

Weitere Informationen unter www.abnr.de.

Interviewpartner auf Anfrage!

Bonn, Berlin, Heidelberg, den 27. Mai 2026

Ansprechpartner für die Presse:

Charlotte Weiß
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel.: +49 228 / 72990-96
E-Mail: E-Mail

Dr. Sibylle Kohlstädt
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 / 42-2843
E-Mail: E-Mail

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

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