(openPR) Risikostrategie ohne Steuerungswirkung: Warum viele Banken an zentralen MaRisk-Anforderungen scheitern
Risikostrategien sind vorhanden, genehmigt und dokumentiert – und dennoch regelmäßig Gegenstand kritischer Prüfungsfeststellungen. In vielen Instituten fehlt die tatsächliche Steuerungswirkung: Einzel-Strategien werden nicht aus der Geschäftsstrategie abgeleitet, der Risikoappetit bleibt unklar definiert und Limite sind weder konsistent noch nachvollziehbar begründet. Damit verliert die Risikostrategie ihre zentrale Funktion als verbindlicher Rahmen für die Gesamtbanksteuerung und wird zum formalen Pflichtdokument ohne operative Relevanz.
Besonders kritisch ist die mangelnde Verzahnung mit zentralen Steuerungsprozessen. In der Praxis zeigen sich Brüche zwischen Risikostrategie, ICAAP, Kapitalplanung und operativem Risikomanagement. Stresstests werden nicht systematisch in strategische Entscheidungen eingebunden, Risikotoleranzen sind nicht konsistent mit der Kapital- und Liquiditätsplanung abgestimmt und wesentliche Risikoarten werden nicht vollständig oder nicht ausreichend differenziert berücksichtigt. Auch Governance-Strukturen, insbesondere die klare Abgrenzung von Verantwortlichkeiten und Berichtslinien, sind häufig nicht belastbar umgesetzt.
Hinzu kommt der steigende regulatorische Druck durch die aktuelle MaRisk-Novelle. Die verstärkte Anwendung des Proportionalitätsprinzips der neuen MaRisk verlangt von Instituten eine eigenständige, nachvollziehbare Herleitung ihrer Risikostrategie. Viele Banken unterschätzen dabei den erforderlichen Detaillierungsgrad und die Anforderungen an Dokumentation und Konsistenz. Die Folge sind nicht nur Prüfungsfeststellungen, sondern auch Fehlsteuerungen im laufenden Geschäft, weil strategische Vorgaben nicht wirksam in operative Prozesse übersetzt werden.
Das Online-Seminar „Grundlagen einer aufsichtskonformen Risikostrategie“ am 1. Juli 2026 setzt genau an diesen Schwachstellen an und zeigt, wie Institute ihre Risikostrategie als wirksames Steuerungsinstrument etablieren können. Im Fokus stehen konkrete Ansätze zur Ableitung der Risikostrategie aus der Geschäftsstrategie, zur Definition eines belastbaren Risikoappetits sowie zur Integration in Risikomanagement, ICAAP und Gesamtbanksteuerung. Darüber hinaus werden praxisnahe Methoden zur Überprüfung der Strategieprozesse und zur Identifikation typischer Schwachstellen vermittelt.
Thomas von Brasch, Experte für Unternehmenssteuerung und Risikocontrolling bei der GC Guides Consulting, zeigt aus langjähriger Praxis, wie Institute Risikostrategien konsistent aufbauen, typische Brüche zwischen Strategie und Steuerung vermeiden und regulatorische Anforderungen in belastbare Prozesse und Entscheidungslogiken überführen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen damit konkrete Lösungsansätze für eine Risikostrategie, die nicht nur regulatorischen Anforderungen genügt, sondern tatsächlich Steuerungswirkung entfaltet. Teilnehmer erhalten praxisnahe Impulse, um ihre Strategien zu schärfen, Prozesse zu verzahnen und regulatorische Erwartungen sicher zu erfüllen.
Die zentrale Botschaft: Eine Risikostrategie ohne operative Verankerung ist kein Schutz, sondern ein Risiko. Institute, die ihre strategischen Vorgaben nicht konsequent in Steuerungsprozesse überführen, verlieren die Kontrolle über ihre Risikoposition.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/grundlagen-einer-aufsichtskonformen-risikostrategie













