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Ute Schmid erhält Communicator-Preis 2026

13.04.202612:10 UhrIT, New Media & Software
Bild: Ute Schmid erhält Communicator-Preis 2026

(openPR) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stifterverband zeichnen die Informatikerin Prof. Dr. Ute Schmid mit dem Communicator-Preis 2026 aus. Ute Schmid ist Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Geschäftsführende Direktorin des Bamberg Center for Artificial Intelligence (BaCAI). Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für Wissenschaftskommunikation in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 29. Juni 2026 im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Bonn statt.

Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Die Jury würdigt Ute Schmid als „langjährige und beständige Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI)“. Die Jury hebt hervor, dass Ute Schmid nicht erst seit dem breiten Anwendungsboom der letzten Jahre, sondern schon seit den 1990er-Jahren mit ihrem kommunikativen Engagement die Grundlagen für eine sachkundige Debatte und eine souveräne, reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen gelegt hat.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagt Ute Schmid. „Wissenschaftskommunikation ist für mich kein Zusatz zur Forschung, sondern ein zentraler Teil wissenschaftlicher Verantwortung – gerade bei einem Thema wie Künstlicher Intelligenz, das unser Leben, Lernen und Arbeiten in vielen Bereichen verändert.“ Sie ergänzt: „Mir ist wichtig, Menschen zu befähigen, KI-Systeme nicht nur zu nutzen, sondern sie auch in ihren Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen. Nur auf dieser Grundlage können wir als Gesellschaft souverän entscheiden, wie wir Künstliche Intelligenz gestalten wollen.

Ute Schmid verbindet in ihrer Arbeit technologische Innovation mit Fragen der Verantwortung, Teilhabe und Bildung. Ihre Kommunikations- und Transferaktivitäten zielen darauf, Künstliche Intelligenz nicht als abstrakte Zukunftstechnologie zu verhandeln, sondern als gestaltbare gesellschaftliche Aufgabe verständlich und erfahrbar zu machen. Dabei bringt sie Menschen aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit zusammen und schafft Räume für Austausch und fundierte Diskussionen über Chancen, Grenzen und Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz.

Wissenschaftliche Erkenntnisse in die Unternehmenspraxis einbringen

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Transfer in Wirtschaft und Bildung. So hat Ute Schmid das vom Freistaat Bayern geförderte „KMU-KI-Erfahrungszentrum“ am Cleantech Innovation Park in Hallstadt initiiert. Dort können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen KI-gestützte Fertigungsprozesse kennenlernen, konkrete Anwendungen erproben und Mitarbeitende qualifizieren. Auch in gemeinsamen Forschungsprojekten mit Unternehmen bringt sie wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis ein und gewinnt umgekehrt Impulse für neue Forschungsfragen.

KI-Kompetenzen entlang der Bildungskette stärken

Darüber hinaus engagiert sich Ute Schmid seit vielen Jahren für KI- und Informatikbildung entlang der gesamten Bildungskette. Mit der Forschungsstelle Elementarinformatik (FELI), Fortbildungen für Lehrkräfte und Workshops für Kinder und Jugendliche setzt sie sich dafür ein, digitale und algorithmische Kompetenzen frühzeitig zu fördern. Beispielhaft hierfür steht etwa ein von Ute Schmid konzipiertes analoges Lernspiel für Grundschülerinnen und -schüler zum Thema „Maschinelles Lernen“, das von der Spielzeugfirma Haba professionell umgesetzt wurde. Mit dem Lehrbuch „Künstliche Intelligenz selber programmieren“ bietet Schmid Jugendlichen einen altersgerechten und praktischen Zugang zu KI.

Engagement in Politikberatung und öffentlichem Diskurs

Auch die breite Öffentlichkeit, Medien und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger gehören zu den zentralen Adressaten ihrer Arbeit. Ute Schmid bringt ihre Expertise unter anderem in den Deutschen Ethikrat, die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages, in den Bayerischen KI-Rat, das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt), in die Plattform Lernende Systeme sowie in zahlreiche weitere wissenschaftliche Beiräte und Gremien ein. Als Sachverständige und Impulsgeberin setzt sie sich dafür ein, dass öffentliche Debatten über KI faktenbasiert geführt werden und Chancen wie Risiken realistisch eingeschätzt werden können.

Die Preis-Jury hebt insbesondere hervor, dass Ute Schmid ihre Kommunikationsaktivitäten immer zielgruppenspezifisch und dialogorientiert gestaltet. In Vorträgen, Workshops, Publikationen und Medienbeiträgen leistet sie Aufklärungsarbeit zu gesellschaftlich hochrelevanten Themen wie vertrauenswürdiger KI, KI in der Bildung, KI-generierter Desinformation und der Vermenschlichung von KI-Systemen.

Über den Communicator-Preis

Der Communicator-Preis wird seit dem Jahr 2000 von der DFG und dem Stifterverband vergeben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschung in besonders kreativ sind, innovative, auch mutige Wege gehen und ihre Zielgruppen auf geeignete und wirksame Weise ansprechen. Sie sollen zudem die gesellschaftliche Dimension ihrer Forschung erkennen und ihr Wissen in öffentliche Debatten, Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen einbringen. Das Preisgeld soll die Ausgezeichneten in ihrem Engagement unterstützen und auch die Umsetzung neuer Projekte ermöglichen. Die Jury wählte die diesjährige Preisträgerin in einem mehrstufigen Auswahlprozess aus 70 Bewerbungen und Vorschlägen aus. Die Preisvergabe Ende Juni erfolgt durch DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker und Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Prof. Dr. Ute Schmid
Lehrstuhl für Kognitive Systeme
Tel.: 0951/863-2860
E-Mail

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