(openPR) Durchschnittlich 15,5 Kilometer legen Privatpersonen jeden Tag mit dem Auto zurück, so das Statistische Bundesamt. Bei Familien mit Kindern sind das neben Urlaubsreisen tägliche Fahrten zum Kindergarten, zur Schule, zum Einkaufen oder auch zu Freizeitaktivitäten - auf ein Jahr gerechnet viel Zeit im Auto und hunderte Stunden im Kindersitz.
Was viele Eltern jedoch übersehen: Die Sicherheit ihrer Kinder endet nicht bei der Auswahl des passenden Kindersitzes, scheinbar unbedeutende Faktoren wie die Körperhaltung oder auch die richtige Kleidung können entscheidend dafür sein, wie gut ein Kind im Auto im Ernstfall wirklich geschützt ist.
„Wann sind wir endlich da?“ - Häufig ein Zeichen von Unbehagen
Komfort und Sicherheit gehen beim Autofahren mit der Familie Hand in Hand, denn nur wer bequem sitzt, fährt auch wirklich sicher im Auto mit. Submarining nennt es die Wissenschaft, wenn ein Kind oder Erwachsener bei einem Unfall – meist bedingt durch eine ungünstige Sitzposition – unter dem Beckengurt durchtaucht. Die Folge dieses „U-Boot-Effekts“ können schwerste Verletzungen am Bauch, an der Wirbelsäule und an den Beinen sein.
Alle Eltern kennen die Frage „Wann sind wir da?“, doch nur die wenigsten ahnen, dass nicht immer Langeweile der Auslöser ist. Manchmal ist schlicht die unbequeme Sitzposition der Grund für die ungeduldigen Rufe von der Rückbank.
Dass Kinder ruhig und entspannt in ihrem Kindersitz sitzen und nicht hin und her oder nach vorne rutschen, ist deshalb nicht nur ein Vorteil für das Nervenkostüm der Eltern, sondern auch ein (doppelter) Sicherheitsfaktor. Überhaupt sind es häufig kleine unscheinbare Details, die die Sicherheit von Kindern bei Autofahrten merkbar verbessern können.
Diese einfachen Maßnahmen erhöhen die Sicherheit von Kindern im Auto:
- Rückwärts fahren, so lange es geht: Expertinnen und Experten empfehlen, Kinder im Auto so lange wie möglich rückwärts zu transportieren. Beim gefährlichen Frontalunfall wird die Belastung so breitflächig über den Oberkörper des Kindes verteilt und von der Kindersitz-Schale aufgefangen statt – wie bei einem Vorwärtssitz - punktuell auf den empfindlichen Nacken und die Wirbelsäule zu wirken. „Je später der Wechsel in einen nach vorn gerichteten Kindersitz, desto besser“, raten deshalb nicht nur der ADAC und Stiftung Warentest, sondern auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).
- Gurte richtig straffen: Viele Eltern schnallen zu zaghaft an, stellt unter anderem die Unfallforschung für Versicherer (UdV) regelmäßig in ihren Studien zur Fehlbedienung von Kindersitzen fest. Der Pinch-Test zeigt, ob die Gurte am Kind zu locker sind: Lässt sich am Gurt eine Schlaufe bilden, muss nachgestrafft werden. Einmal in die tägliche Routine übernommen, erhöhen Eltern so mit wenigen Sekunden mehr Aufmerksamkeit die Sicherheit ihres Kindes.
- Auf die Kleidung des Kindes achten: Dicke Winterjacken komprimieren sich bei einem Unfall binnen Millisekunden, es entsteht eine gefährliche Lücke zwischen dem Kind und dem Gurt. Besser: Dünne Fleecejacken unter dem Gurt und die dicke Jacke über das angeschnallte Kind legen. Im Sommer helfen atmungsaktive Sitzeinlagen gegen übermäßiges Schwitzen im Kindersitz und verbessern den Komfort des Kindes. Positiver Nebeneffekt: Das Kind sitzt ruhiger und sicherer im Kindersitz.
- Regelmäßige Pausen einplanen: Irgendwann wird auch der gemütlichste Kinder- oder Autositz unbequem. Deshalb sind regelmäßige Pausen mit möglichst viel Bewegung bei längeren Autofahrten wichtig. Sie sorgen außerdem dafür, dass der Fahrer oder die Fahrerin sich im Anschluss wieder gut konzentrieren kann.
- Die Sitzposition regelmäßig überprüfen: Rutscht das Kind im Sitz nach vorne? Suchen seine Füße ständig Halt? Zieht das Kind die Beine nach oben oder tritt gegen den Vordersitz? Kinder, die auf einen Kindersitz in Fahrtrichtung wechseln, sind meistens noch zu klein, um mit den Füßen den Boden zu erreichen.
„Es hat mich überrascht, dass Bein-, Gesäß- und Rückenschmerzen bei Kindern im Auto fast nirgendwo ein Thema sind, obwohl es doch eigentlich auf der Hand liegt, dass baumelnde Füße unbequem und auch nicht gesund sind", sagt Dariusz Pełka.
Er erfand mit seinem Unternehmen OKIDAY eine Fußstütze für Kindersitze und zeigt sich erfreut über den positiven Nebeneffekt seines Zubehörteils, das nicht nur die Laune, sondern auch die Sitzhaltung und damit die Sicherheit der Kinder verbessert. „Eltern berichten mir regelmäßig, dass ihre Kinder endlich wieder entspannt und gerne im Auto mitfahren“, erzählt er und ergänzt: „Ich gebe zu, die meisten Kinder fragen immer noch, wann sie endlich da sind – aber deutlich später!“
Die Erfahrung vieler Familien zeigt: Oft sind es die kleinen, unscheinbaren Veränderungen, die den größten Unterschied machen, auch beim Autofahren mit den Kindern.











