(openPR) Erster Platz für verdeckte Reportage über Ausbeutung ausländischer Arbeiter in Süditalien
Brüssel, 17. April 2007 – Die Sieger des EU Journalisten-preises „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“ 2006 sind gestern in Brüssel bekannt gegeben worden. Der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancen-gleichheit, Vladimír Špidla, hat den ersten Preis an eine Reportage des Italieners Fabrizio Gatti verliehen.
In seiner Reportage „Ich war ein Sklave in Apulien“ im Espresso Magazine berichtet Fabrizio Gatti über die Ausbeutung ausländischer Arbeiter in der süditalienischen Region Apulien. Der Preisträger schildert die Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeiter als ähnlich der Sklaverei. Für seine Recherche hat er sich als Gastarbeiter ausgegeben und im Artikel laut Jury „die schwierige Situation von Europas ,Zweiter-Klasse-Bürgern’ dargestellt, die schwere Diskriminierungen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft erfahren müssen.“ Der erste Preis ist eine Reise im Wert von 4.500 Euro.
„Wir werden keine Form der Diskriminierung dulden“, sagte Kommissar Špidla. „Die Medien haben eine Schlüsselrolle, wenn es um die Sensibilisierung für diese wichtigen Themen geht. Der Mut und der Einsatz dieser Journalisten verdienen unsere Wertschätzung. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, in unserer Gesellschaft beständig nach Vielfalt zu streben, und dass Veränderung möglich ist.“
Eine Reise im Wert von 3.000 Euro ging als zweiter Preis an den ungarischen Journalisten Miklós Hargitai. In seinem Artikel „Unsere Zigeuner-Tochter", der in Népszabadság Online erschienen ist, untersucht er die Schwierigkeiten bei der Adoption von Kindern, die Minderheiten angehören. In seinem Beispiel gehören sie zur Gruppe der Roma. Den dritten Preis, eine Reise im Wert von 2.000 Euro, erhielt die belgische Korrespondentin Petra Sjouwerman. Sie arbeitet für die Tageszeitung „De Morgen“ und schildert im Artikel „Unternehmen stellt nur Autisten ein”, wie wertvoll ,Anderssein’ sein kann. Sie unterstützt die positive Wirkung, die von der Integration von Menschen mit Behinderungen ausgeht.
Der Sonderpreis für junge Journalisten ging an die finnische Journalistin Henna Helne. Die 27-Jährige öffnet in ihrem Aritkel „Mütter lernen die Sprache ihrer Kinder“ die positive Perspektive der Integration und sensibilisiert für das Thema „Mehrfachdiskriminierung“, in diesem Fall aufgrund von Alter, Geschlecht und ethnischer Herkunft. Der Artikel ist in der Zeitschrift „Anna“ erschienen. Henna Helne erhält eine Reise im Wert von 2.500 Euro.
Der EU Journalistenpreis „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“ ist eine Initiative der Europäischen Kommission und wurde in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. Er soll die Arbeit von Journalisten ehren, die zu einem besseren Verständnis von Vielfalt und Diskriminierung beitragen.
Die Auswahl für die Vergabe des EU-Journalistenpreises 2007 läuft seit Februar. Zugelassen sind Artikel aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten, die in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2007 veröffentlicht werden. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr ein Sonderpreis verliehen, der das „Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle 2007“ aufgreift. Der Schwerpunkt hierbei liegt auf Artikeln über Mehrfachdiskriminierung.
Weitere Informationen zum EU-Journalistenpreis und zu den Preisträgern finden Sie unter www.stop-discrimination.info.









