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Projekt SALSA: Fraunhofer IOSB ebnet mit Nutzerstudien den Weg zu Entspannung und Schlaf hinter dem Steuer

04.02.202613:15 UhrLogistik & Transport
Bild: Projekt SALSA: Fraunhofer IOSB ebnet mit Nutzerstudien den Weg zu Entspannung und Schlaf hinter dem Steuer

(openPR) Stand heute darf und kann ein Mensch am Steuer eines hochautomatisierten Fahrzeugs (SAE Level 3) im Stop and Go auf der Autobahn seine Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen abwenden und beispielsweise relaxen, während das Fahrzeug selbstständig bremst, beschleunigt, lenkt. Sobald die Fahrerin oder der Fahrer die Augen schließt, wird das Auto jedoch protestieren – denn Schlafen ist nicht erlaubt, und eine Unterscheidung zum bloßen Augenschließen im Wachzustand ist heutigen Autos nicht möglich. Das zu ändern, ist eins der Ziele, die die Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB im Projekt SALSA verfolgen.

Das Erlaubte technisch möglich machen

Laut Gesetz wäre Relaxen mit geschlossenen Augen bei Level 3 nämlich erlaubt. »Mit unserer Studie wollen wir möglich machen, was technisch bis dato nicht umsetzbar ist«, erklärt David Lerch, Wissenschaftler in der Abteilung Human-AI Interaction des Fraunhofer IOSB. »Dazu haben wir umfangreiche Daten erhoben, mit denen wir nun unsere KI-Algorithmen darauf trainieren werden, Schlafen von Relaxen zu unterscheiden.« Kleine Details in der Körperhaltung, erfasst von Innenraumkameras und analysiert durch KI-Algorithmen, sollen dies möglich machen

Das Fraunhofer IOSB hat langjährige Erfahrung im Bereich Innenraumerfassung im Fahrzeug. Die Forschenden – aus Fachrichtungen wie Informatik, Ingenieurwissenschaften, Psychologie – verfügen neben anderen Laboraufbauten über einen realitätsnahen Fahrsimulator auf Basis eines Audi A3. Dort können sie einerseits Körperposen der Fahrenden mit Sensoren erfassen, wie sie auch in Serienfahrzeugen verbaut werden. Andererseits haben sie zusätzliche Messmöglichkeiten, um etwa per Hirnstrommessung (EEG) den tatsächlichen Schlaf-/Wachzustand festzustellen.

Sleep Inertia und Fahrerzustandsmodell

Mit allen diesen Daten füttern die Forschenden ihre KI-Algorithmen. Diese haben so bereits gelernt, in Echtzeit zu erkennen, welcher Tätigkeit der Mensch am Steuer nachgeht und worauf seine Aufmerksamkeit gerichtet ist. »In SALSA wenden wir diese Erfahrung nun gezielt auf das Thema Relaxen und Schlaf an«, erläutert Lerch.

In einer zweiten Nutzerstudie untersuchten die Forschenden die sogenannte »sleep inertia«. David Lerch: »Das ist das Phänomen, dass die physische und psychische Leistung erst mal nicht so gut ist nach dem Aufwachen.« Er und seine Kolleginnen und Kollegen weckten die Probanden im Fahrsimulator und erfassten verschiedene Daten, darunter die Qualität der Fahrleistung. So überprüften sie ein in der Fachliteratur postuliertes Fahrerzustandsmodell und zeigten, dass künftige Autos auf Autonomielevel 4 mindestens zwei Minuten einplanen müssen, bis ein schlafender Mensch wieder voll fahrtüchtig ist. Nach dem Relaxen sind es dagegen nur zehn Sekunden.

Prototyp für optimales Aufwecken

In einer dritten Studie ging es um das Aufwecken an sich: Wie kann ein Auto möglichst sanft und gleichzeitig wirkungsvoll deutlich machen, dass es den Menschen am Steuer wieder braucht? Optimal ist die Kombination aus Vibration des Sitzes und Sound, sagen die Forschenden, und haben dazu einen Prototypen gebaut und getestet.

Die Ergebnisse der drei Nutzerstudien sowie viele andere Zwischenergebnisse aus SALSA präsentiert das Projektkonsortium am 12. Februar 2026 ab 9 Uhr in der Schwabenlandhalle Fellbach im Großraum Stuttgart. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt SALSA (Smarte, Adaptive und Lernbare Systeme für Alle) startete im Juli 2024, wird von Valeo Schalter und Sensoren GmbH sowie der Universität Stuttgart koordiniert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 10 Millionen Euro gefördert.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
David Lerch | Fraunhofer IOSB | | Telefon +49 160 1112937

Presseansprechpartner:
Ulrich Pontes | Pressesprecher Fraunhofer IOSB | | +49 721 6091-301

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1007/978-3-032-12798-3_22
https://doi.org/10.1007/978-3-031-92692-1_6

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