(openPR) Noch ein Weihnachtsbuch – muss das sein? Doch dieses ist anders als die anderen: Es unterscheidet zwischen Weihnachten als christlichem und Weihnachten als kulturellem Fest, entflechtet die religiösen und weltlichen Anteile und überzeugt durch detektivische Recherche.
"In unserer von Diversität geprägten Gesellschaft halte ich es für überfällig, Weihnachten nicht nur auf seine christlichen Anteile reduziert zu sehen, sondern in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen. Weihnachten ist viel mehr als bloß ein christliches Fest. Wir verwenden Weihnachten und Christfest als Synonyme, aber bei genauerem Hinschauen ist Weihnachten ein Oberbegriff und Christfest ein Unterbegriff.“, sagt Sabine Häcker. Ihr Buch, erschienen am 1. Dezember 2025, beginnt mit der Frage, warum Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf geworden ist, obwohl Ostern und Pfingsten theologisch gesehen doch viel bedeutsamer sind. Ihre Antwort ist so einleuchtend, dass man sich fragt, warum das nicht längst gesellschaftliches Wissen ist. Und das macht die besondere Herangehensweise von Sabine Häcker aus: Sie stellt gängige Narrative in Frage, entstaubt bei ihrer höchst umfangreichen Quellenarbeit vergessene Zeitdokumente und kommt zu verblüffenden Erkenntnissen.
Die Autorin, Fachdirektorin für Bildungswissenschaften in Bremen, untersucht die einzelnen Weihnachtstraditionen und analysiert dann die Funktion des Festes in den unterschiedlichen politischen Zeiten. Durch diesen doppelten Blick ist ihr etwas aufgefallen, was bislang ein weißer Fleck in den Geschichtsbüchern war: Dass die häusliche Weihnachtsfeier aus dem Zeitgeist der Aufklärung entstanden ist. Die neue Schicht des Bürgertums setzte mit dem Geschenkefest die damals neuen Ideale von Kindheit, Liebesehe, bürgerlicher Familie und Religion als Privatangelegenheit um. Der Kerzenbaum wurde 1774 zum ersten Mal in Goethes Leiden des jungen Werthers erwähnt, und wer seinerzeit als fortschrittlich gelten wollte, musste den neumodischen Baum mit Kerzen aufstellen – so wurde der Weihnachtsbaum zu einem Symbol der aufklärerischen Feier. Kein Wunder, dass der Vatikan 200 Jahre brauchte, um 1982 erstmals an dieser säkularen Tradition teilzunehmen.
Das Buch ist eine Reise durch die letzten 500 Jahre unserer Kultur, ein intellektuelles Lesevergnügen - und eine inklusive Weihnachtseinladung.
Sabine Häcker: Wem gehört Weihnachten? – Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025.










