openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Migrationshintergrund als Innovationsbooster

04.12.202507:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) „Gerade in innovationsstarken Branchen können Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund einen entscheidenden Beitrag zum Strukturwandel leisten – allerdings müssen dafür die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt die Ko-Studienautorin Prof. Dr. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

„Besonders beim Zugang zu Bankkrediten bestehen Benachteiligungen, die gezielte politische Maßnahmen erfordern. Eine bessere Integration von Gründern mit Migrationshintergrund in das Start-up-Ökosystem würde sowohl ihre Erfolgschancen erhöhen, als auch neue Dynamiken in Branchen bringen, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind“, ergänzt Ko-Studienautorin Elisa Rodepeter, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

Hohes Innovationspotenzial durch Menschen mit Migrationshintergrund

Die ZEW-Untersuchung zeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund seltener aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus gründen. Häufig gründen sie, um eigene Geschäftsideen umzusetzen, neue Märkte zu erschließen oder bestehende Marktangebote zu verbessern. 33 Prozent der Unternehmen, die von Menschen mit Migrationshintergrund gegründet wurden, nennen den Geschäftsausbau als Hauptziel. Bei Unternehmen, die von Menschen ohne Migrationshintergrund gegründet wurden, sind es lediglich 25 Prozent.

Diese Ausrichtung geht mit einer überdurchschnittlichen Innovationsorientierung einher: Gründer/innen mit Migrationshintergrund investieren häufiger in Forschung und Entwicklung und bringen öfter neuartige Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt, die es zuvor weder national noch international gab. Diese Unterschiede in der Innovationsorientierung bestehen unabhängig von alternativen Einflussfaktoren wie Gründungserfahrung, Bildungsniveau, Branche und Standort. Damit leisten Menschen mit Migrationshintergrund einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und Diversifizierung des deutschen Gründungsökosystems.

Hürden beim Kapitalzugang

Trotz ihres hohen Engagements und ihrer Innovationskraft sehen sich Gründer/innen mit Migrationshintergrund in Deutschland mit erheblichen Finanzierungshürden konfrontiert. 18 Prozent von ihnen berichten von Schwierigkeiten beim Zugang zu externem Kapital – im Vergleich zu nur 12 Prozent bei Gründer/innen ohne Migrationshintergrund. Diese Unterschiede bleiben auch bestehen, wenn Faktoren wie Branche, Bildungsniveau, Gründungserfahrung und Standort berücksichtigt werden. Die Analyse legt nahe, dass fehlende langjährige Bankbeziehungen, Vorurteile bei der Kreditvergabe und ein geringerer Zugang zu etablierten Netzwerken die Finanzierungschancen schmälern. Dadurch können vielversprechende Innovationsvorhaben entweder gar nicht oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Über die Studie

Die Ergebnisse beruhen auf Daten des IAB/ZEW-Gründungspanels. Es ist eine für Deutschland repräsentative Stichprobe, die Informationen über Gründungen und junge Unternehmen beinhaltet. Die Daten beschreiben und analysieren Struktur sowie Entwicklung junger Unternehmen. Durch seinen Umfang und dem Detailgrad an Informationen stellt das IAB/ZEW-Gründungspanel eine einzigartige Datenquelle dar, die in einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Projekten eingesetzt wird, um Hintergrundinformationen zur Geschäftssituation und Dynamik junger Unternehmen bereitzustellen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hanna Hottenrott
Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“
E-Mail: E-Mail
Telefon: +49 (0)621 1235-182

Elisa Rodepeter
Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“
E-Mail: E-Mail
Telefon: +49 (0)621 1235-307

Originalpublikation:
https://ftp.zew.de/pub/zew-docs/policybrief/en/pb12-25.pdf

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1298031
 358

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Migrationshintergrund als Innovationsbooster“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär  weiht Forschungsneubau ein: Neue Labore und Maschinen für Hightech-ForschungBild: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär  weiht Forschungsneubau ein: Neue Labore und Maschinen für Hightech-Forschung
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär weiht Forschungsneubau ein: Neue Labore und Maschinen für Hightech-Forschung
Auf einer Fläche von mehr als 2.000 m2 stehen dem Fraunhofer IOF mit dem Neubau künftig neue Labore sowie Reinräume und Büros in direkter Nachbarschaft zum Hauptgebäude des Institutes zur Verfügung. Der mittlerweile dritte Erweiterungsbau des Forschungsinstituts ist damit ein wichtiger strategischer Schritt für dessen Zukunft. Denn auf den zusätzlichen Labor- und Reinraumflächen werden relevante Zukunftsthemen aus der Hightech-Agenda vorangetrieben. »Mit der Hightech Agenda Deutschland machen wir Deutschland wieder zum Top-Technologieland. O…
Bild: KI-Exzellenz: DFKI präsentiert autonome Robotik und 6G-Vernetzung auf der German Robotics ConferenceBild: KI-Exzellenz: DFKI präsentiert autonome Robotik und 6G-Vernetzung auf der German Robotics Conference
KI-Exzellenz: DFKI präsentiert autonome Robotik und 6G-Vernetzung auf der German Robotics Conference
Die GRC 2026 ist zentrale Plattform für den Transfer wissenschaftlicher Spitzenforschung in die industrielle Anwendung. Das DFKI zeigt Lösungen, die speziell für den Einsatz unter extremen Bedingungen entwickelt wurden – von der Tiefsee bis in den Weltraum. Roboter-Systeme für Feld, Unterwasser und Weltraum In der begleitenden Fachausstellung präsentiert das DFKI ausgewählte Projekte, die den aktuellen Stand der Robotik-Forschung abbilden: - Autonome Instandhaltung unter Wasser (MARIOW): Dieses System wurde für die automatisierte Wartung mar…
10.03.2026
16:36

Das könnte Sie auch interessieren:

Erziehungskompetenz und Bildung stärken
Erziehungskompetenz und Bildung stärken
… die Grundvoraussetzung für eine umfassende und individuelle Teilhabe in einer modernen Gesellschaft. Dies gilt im besonderen Maße für Menschen mit Migrationshintergrund, da nur durch gesellschaftliche Partizipation ein nachhaltiger Integrationsprozess gelingen kann. Der Nationale Integrationsplan betont so auch das Ziel einer erfolgreichen beruflichen …
Bild: syskoplan: Spenden statt schenkenBild: syskoplan: Spenden statt schenken
syskoplan: Spenden statt schenken
… für Unterricht und Kultus nahm Spende für das Programm „Talent im Land - Bayern“ entgegen München, 19. Januar 2011 – Die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund steht derzeit im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Damit die Jugendlichen in der Gesellschaft Fuß fassen können, brauchen sie Unterstützung. Der IT-Dienstleister syskoplan AG …
Abschlussveranstaltung des Projekts "spin - sport interkulturell"
Abschlussveranstaltung des Projekts "spin - sport interkulturell"
Das Projekt „spin – sport interkulturell“ hat Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund für den Vereinssport gewonnen und Sportvereine im Ruhrgebiet bei dem Prozess der sozialen Integration von jungen Migrantinnen unterstützt. Kurz vor Ende der vierjährigen Laufzeit stellten die beteiligten Institutionen heute auf einer Abschlussveranstaltung …
Büropräsenz als Schlüssel zur Innovation?
Büropräsenz als Schlüssel zur Innovation?
… eignen. Flexible Arbeitszeiten und -orte schaffen eine Umgebung, die sich an individuelle Bedürfnisse und den persönlichen Arbeitsrhythmus anpasst. Spaß und Abwechslung als InnovationsboosterMonotonie hemmt die Kreativität: Abwechslung bei der Arbeit und Spaß an der Tätigkeit sind laut Studie ebenfalls entscheidende Treiber für kreative und innovative …
Bildungsungleichheit: Keine Diskriminierung von Schulkindern mit Migrationshintergrund bei Notenvergabe durch Lehrkräfte
Bildungsungleichheit: Keine Diskriminierung von Schulkindern mit Migrationshintergrund bei Notenvergabe durch Lehrkräfte
… In den meisten OECD-Ländern sind Kinder aus Einwandererfamilien in Bezug auf die Bildungsleistung im Nachteil gegenüber ihren Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Diese Unterschiede im Bildungserfolg können teilweise auf den durchschnittlich niedrigeren sozioökonomischen Status von Einwandererfamilien sowie auf migrationsspezifische Faktoren, wie …
Bild: Altenpflegeausbildung für AlleBild: Altenpflegeausbildung für Alle
Altenpflegeausbildung für Alle
Förderung für Nicht-Muttersprachler bei Campus Berufsbildung e. V. „Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Pflegekräfte mit Migrationshintergrund bereits seit Jahren ein wichtiges Beschäftigungspotential in der Altenpflege stellen. Allerdings sind die besonderen Fähigkeiten und Bedürfnisse dieser Beschäftigtengruppe in Theorie und Praxis bisher …
Großer Zuwachs an Pflegepersonal mit Migrationshintergrund notwendig
Großer Zuwachs an Pflegepersonal mit Migrationshintergrund notwendig
… demografische Wandel unserer Gesellschaft, die seit 1950er Jahren stark von Zuwanderung geprägt ist, bringt es mit sich, dass ein großer Zuwachs an Pflegepersonal mit Migrationshintergrund benötigt wird. In unserer modernen Gesellschaft, in der sich alte Familienstrukturen längst nicht mehr so umsetzen lassen, wie es im vergangenen Jahrhundert noch üblich …
Bild: "Keine unvollkommenen Deutschen mit Akzent" - PETEK-Veranstaltung macht Frauen mit Migrationshintergrund MutBild: "Keine unvollkommenen Deutschen mit Akzent" - PETEK-Veranstaltung macht Frauen mit Migrationshintergrund Mut
"Keine unvollkommenen Deutschen mit Akzent" - PETEK-Veranstaltung macht Frauen mit Migrationshintergrund Mut
… Oberhausen eingeladen hatte. Der Austausch zwischen Experten aus Wissenschaft und Politik, Unternehmerinnen und Gründungswilligen zeigte große Potentiale von Frauen mit Migrationshintergrund auf. "Es ist wunderbar, dass es diese Veranstaltung gibt", begrüßte Claudia Zim-mermann-Schwartz vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration …
Bild: Wie gesund sind Migranten?Bild: Wie gesund sind Migranten?
Wie gesund sind Migranten?
… Studien entspricht der Gesundheitszustand der Migrantinnen und Migranten in Deutschland in etwa demjenigen der Mehrheitsbevölkerung. Allerdings treten bei Menschen mitMigrationshintergrund bestimmte Gesundheitsrisiken häufiger auf oder führen zu stärker ausgeprägten Krankheitsbildern. So ist beispielsweise das Risiko an Magenkrebs zu erkranken für Migrantinnen …
Sie lesen gerade: Migrationshintergrund als Innovationsbooster