openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Forschende rücken den Boden ins Rampenlicht

18.11.2025 • 16:58 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Ein internationales Team aus 23 interdisziplinären Partnern – darunter die Uni Marburg um die Ökologin Anne-Christine Mupepele – schließt sich zusammen, um die noch wenig bekannte Rolle von Böden für Bestäuber zu verstehen und innovative, nachhaltige Bodenbewirtschaftungs¬praktiken zu entwickeln, die bodennistende Bestäuber schützen und damit neue Wege zum Schutz von Böden und Bestäubern aufzeigen.

Bestäuber sind die stillen Helden unserer Ökosysteme. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Vermehrung von Pflanzen und steigern die Erträge landwirtschaftlicher Kulturen, indem sie Pollen zwischen Blüten oder Blütenteilen übertragen. Doch es gibt einen oft übersehenen Teil ihrer Geschichte: Viele Bestäuber verbringen wichtige Phasen ihres Lebens auf oder unter der Erde – sie nisten, ruhen oder überwintern im Boden.

Trotzdem wird die Bedeutung des Bodens für die Gesundheit von Bestäubern weitgehend übersehen. „Wir wissen bislang wenig darüber, was Bestäuber während ihrer Zeit im Boden zum Gedeihen brauchen oder wie moderne Bodenbewirtschaftungspraktiken sowohl die Bestäuber als auch die essenziellen Ökosystemleistungen, die sie erbringen, gefährden könnten,“ erläutert die Marburger Ökologin Prof. Dr. Anne-Christine Mupepele, Spezialistin für Wildbienen und andere bestäubende Insekten. Genau hier setzt ProPollSoil an.

Das EU-Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Beziehung zwischen Bestäubern und Bodengesundheit eingehend zu erforschen. Mit einer Förderung von 7,7 Millionen Euro über vier Jahre im Rahmen des Horizon-Europe-Forschungs- und Innovationsprogramms vereint ProPollSoil ein internationales Expertenteam unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM).

Mit dem offiziellen Projektstart im vergangenen Monat wird das ProPollSoil-Konsortium aus 23 Partnerorganisationen untersuchen, wie wir Bestäuber besser schützen können – beginnend im Boden.

„Mit ProPollSoil bringen wir europäische Spitzenforschung zusammen, um eine bislang unterschätzte Dimension des Biodiversitätsschutzes sichtbar zu machen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft eröffnet neue Wege, ökologisches Wissen rasch in wirksames Handeln zu überführen. Wir sind stolz, dass Marburg dazu beiträgt, zentrale Zukunftsfragen unserer Umwelt nachhaltig zu beantworten,“ sagt Prof. Dr Gert Bange, Vizepräsident für Forschung der Uni Marburg.

Prof. Dr. Sara Leonhardt von der federführenden Technischen Universität München ergänzt: „Die Forschung im Rahmen von ProPollSoil wird letztlich dazu beitragen, Böden und die von ihnen abhängigen Bestäuber besser zu schützen. Um dies zu erreichen, werden wir die letzten verbliebenen ‚Hotspots‘ gesunder Böden identifizieren, die eine hohe Bestäuberdiversität unterstützen, Lebensräume für Bestäuber auf landwirtschaftlich genutzten und bewirtschafteten Flächen verbessern und gezielte Maßnahmen gegen den Verlust der biologischen Vielfalt ergreifen.“

Bildtext: Die Hosenbiene (Dasypoda) gräbt ihr Nest in sandigen Boden. Foto: Kenneth Kuba

Bild zum Download: https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2025/hosenbiene

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Anne-Christine Mupepele
Fachbereich Biologie
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421 28-23386
E-Mail: E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1296740
 601

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Forschende rücken den Boden ins Rampenlicht“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Europäische Nachwuchswissenschaft im Wettstreit an der Uni Kiel: Das sind die Gewinner*innen des EUCYS 2026
Europäische Nachwuchswissenschaft im Wettstreit an der Uni Kiel: Das sind die Gewinner*innen des EUCYS 2026
Jetzt stehen sie fest: Die Gewinner*innen des European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) 2026 haben die internationale Jury mit ihren Forschungsarbeiten überzeugt. Nach mehreren Tagen intensiver Begutachtung und Gesprächen mit den jungen Wissenschaftler*innen wurden am Samstag im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die Preise des diesjährigen europäischen Nachwuchswettbewerbs verliehen. Die mit jeweils 7.000 Euro dotierten ersten Preise gingen an Nikoloz Tkebuchava (17) und Lizi Chachua (16), Georgien, “In Sili…
Saturnmond Enceladus: Gute Nachrichten für die Suche nach Leben im All
Saturnmond Enceladus: Gute Nachrichten für die Suche nach Leben im All
Wie groß sind die Chancen, außerirdisches Leben in unserem Sonnensystem zu finden? Eine gerade in Science Advances erschienene Studie unter Leitung des Planetologen der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Frank Postberg, zeigt, dass sich die Bestandteile des unter einer Eiskruste verborgenen Ozean des Saturnmondes Enceladus leichter nachweisen lassen, als bislang gedacht. Zeitgleich veröffentlicht das renommierte Fachmagazin eine weitere Studie mit Beteiligung von Frank Postberg und dem FU-Weltraumforscher Dr. Nozair Khawaja, die nahe legt, …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: TRENDS 2014: EMOTIONEN, MATERIALIEN, SHOPPING-STARSBild: TRENDS 2014: EMOTIONEN, MATERIALIEN, SHOPPING-STARS
TRENDS 2014: EMOTIONEN, MATERIALIEN, SHOPPING-STARS
… Design. TRENDS 2014 verschafft einen Überblick über die entscheidenden Marktveränderungen, gesellschaftliche Neuorientierungen und angesagte Persönlichkeiten, die als Benchmark und Lifestyle-Ikonen im Rampenlicht stehen. Die Studie zeigt auf, welche Faktoren heute den Konsumenten und seine Kauflust beeinflussen. Denn Vertriebs- und Marketingstrategen müssen …
Bild: Pilze reagieren empfindlich auf wärmeres Klima
Pilze reagieren empfindlich auf wärmeres Klima
Die Klimaerwärmung wird die Zusammensetzung der Pilzgemeinschaft im Boden verändern, insbesondere an kalten Standorten wie an der Waldgrenze. Das hat ein Team von Forschenden der Eidg. Forschungsanstalt WSL in einem sechsjährigen Versuch bei Davos (Schweiz) herausgefunden. In der Folge dürften sich auch die Nährstoffkreisläufe im Ökosystem verändern. --- Verändern …
Bild: Gleitschneelawinen: die grossen Unbekannten
Gleitschneelawinen: die grossen Unbekannten
… Gleitschneelawine (siehe Kasten) löst. Dafür hat sie den Wassergehalt und die Temperatur des Bodens gemessen – drei Winter lang. Es ist das erste Mal, dass Forschende Daten direkt unterhalb der auf einem Wasserfilm ins Tal rutschenden Schneemassen erhoben haben. Langfristiges Ziel ist, geeignete Regeln für eine zeitgenauere Warnung vor Gleitschneelawinen …
Bild: Die Natur kann genauso erfolgreich sein wie gedüngte Monokulturen - Interview zum Jena-Experiment
Die Natur kann genauso erfolgreich sein wie gedüngte Monokulturen - Interview zum Jena-Experiment
… Ökosysteme erbringen? Kann der weltweite Artenverlust dazu führen, dass Ökosysteme am Ende schlechter „funktionieren“? Diesen und anderen Fragen gehen seit 15 Jahren über 100 Forschende im Rahmen des Jena-Experiments nach. Die Ergebnisse des Langzeitprojektes bis heute hat Prof. Wolfgang Weisser an der Technischen Universität München in der Zeitschrift …
Neuer Index verbessert die Erfassung von Waldökosystemen
Neuer Index verbessert die Erfassung von Waldökosystemen
Wälder werden regelmäßig vermessen, um ihren Zustand und die Entwicklung des Ökosystems zu überwachen. Dafür nutzen Forschende den sogenannten Blattflächenindex (Leaf Area Index, LAI) der zeigt, wie dicht das Blätterdach ist und wie viel Licht es aufnimmt. Auf dieser Grundlage lassen sich Photosynthese und Wasserverdunstung von einzelnen Bäumen bis auf …
Den Mond mit Glasfasern durchleuchten
Den Mond mit Glasfasern durchleuchten
… von Daten über Mondbeben. Auch heute stützen sich Wissenschaftler auf diese Daten, die jedoch nur einen flüchtigen Einblick in das Innere des Mondes bieten. Deshalb prüfen Forschende der ETH Zürich unter der Leitung von Johan Robertsson, Professor für Angewandte Geophysik, einen neuen Ansatz zur Untersuchung der inneren Struktur des Mondes. Mit von der …
Bild: Wenn der Klimawandel Bakterien verändert
Wenn der Klimawandel Bakterien verändert
… Folgen das für Menschen, Tiere und Pflanzen haben könnte. Das dreijährige Projekt „Bakterielle Klimaresilienz in One Health“ (BaKlimON) startet am 1. Juli 2026.Forschende der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) bündeln in BaKlimON ihre mikrobiologische …
Bild: Langzeitstudie zeigt: Waldböden entziehen Atmosphäre zunehmend Methan
Langzeitstudie zeigt: Waldböden entziehen Atmosphäre zunehmend Methan
… im Südwesten Deutschlands über Zeiträume von bis zu 24 Jahren. Waldböden nehmen demnach pro Jahr im Durchschnitt drei Prozent mehr Methan auf. Dies führen die Forschenden auf das Klima zurück: Sinkende Niederschläge sorgen für trockenere Böden, in die Methan leichter eindringt als in feuchte. Zudem bauen Mikroorganismen bei steigenden Temperaturen Methan …
Wie sich sozialwissenschaftliche Forschung besser nachrechnen lässt
Wie sich sozialwissenschaftliche Forschung besser nachrechnen lässt
Wie gut lassen sich sozialwissenschaftliche Studien rechnerisch nachvollziehen? Dieser Frage widmeten sich LMU-Forschende in einer groß angelegten Studie. Die Untersuchung entstand vor dem Hintergrund der sogenannten Reproduzierbarkeitskrise in der empirischen Forschung. Veröffentlichte Ergebnisse lassen sich demnach oft nicht zuverlässig nachvollziehen, …
Sie lesen gerade: Forschende rücken den Boden ins Rampenlicht