(openPR) In einem aktuellen Blogbeitrag dokumentiert der Unternehmer und Verleger Markus Schall seine Erfahrungen mit dem Hosting-Anbieter HostEurope – und trifft damit offenbar einen Nerv.
Anlass ist die automatisierte Umstellung sämtlicher E-Mail-Postfächer auf Microsoft Exchange – inklusive Speicherung sämtlicher Inhalte in der Microsoft-Cloud, ohne ausdrückliches Opt-in der Kunden.
„Datenschutz ist für mich keine Option, sondern ein Prinzip“, schreibt Schall. „Ich kann nicht über Datenhoheit publizieren – und dann meine eigenen E-Mails ungefragt in eine US-Cloud schieben lassen.“
Das Thema betrifft Tausende Unternehmen, viele davon im sensiblen Kunden- oder Gesundheitsbereich.
DSGVO? Fehlanzeige: Automatische Migration ohne aktive Zustimmung
Besonders kritisch sieht Schall die automatisierte Migration der E-Mails in die Microsoft-Infrastruktur, ohne dass der Provider im Vorfeld ein aktives Opt-in eingefordert hätte. Damit werden personenbezogene Daten ohne aktive Zustimmung in großem Stil an Dritte übergeben – ein Vorgang, der unter DSGVO-Gesichtspunkten mindestens fragwürdig ist.
Zwar wurde die Migration in mehreren E-Mails angekündigt, doch angesichts der Flut an HostEurope-Nachrichten (bei Schall waren es 28 laufende Verträge und insgesamt mehr als 1.100 E-Mails im Kontext von Hosteurope im Postfach) war die entscheidende Information leicht zu übersehen – und wurde von vielen offenbar erst wahrgenommen, als der Umzug unmittelbar bevorstand oder bereits vollzogen war.
200 E-Mail-Konten? Dann mal eben 200 Euro mehr pro Monat
Der zweite große Kritikpunkt betrifft die Kostenstruktur. Mit der Umstellung auf Microsoft Exchange wird für jedes einzelne E-Mail-Konto eine monatliche Gebühr fällig – oft rund 1 Euro pro Adresse. Was sich bei kleinen Accounts noch harmlos anhört, kann für Unternehmen mit vielen Postfächern schnell in eine vierstellige Zusatzbelastung pro Jahr kippen.
Markus Schall: „Ich habe von Kunden gehört, die über 200 Postfächer verwalten. Für die bedeutet diese Umstellung 200 Euro Mehrkosten im Monat – bei exakt null Mehrwert.“ Für viele kleine Unternehmen ist das nicht mehr nachvollziehbar – und auch nicht mehr wirtschaftlich.
Unerwartete Nebenwirkungen: Kurzzeitiger Ausfall des Lizenzservers
Für Schall endete die Migration des Providers zur Microsoft-Cloud mit einer Migration zu einem anderen Anbieter. Der abrupt notwendige Umzug hatte auch technische Nebenwirkungen, die sich unmittelbar im Arbeitsalltag bemerkbar machten. So kam es infolge der Umstellung für mehrere Stunden zu einem Ausfall des Lizenzservers der eigenen ERP-Softwarelösung.
Zwar konnte das Problem zeitnah behoben werden – dennoch wäre es hilfreich gewesen, wenn eine frühzeitige Kommunikation an die betroffenen Kunden möglich gewesen wäre. Da der Migrationsdruck jedoch unmittelbar und ohne zeitlichen Vorlauf entstand, blieb dafür keine Gelegenheit. Für Anbieter mit hohem Anspruch an Erreichbarkeit und Verlässlichkeit ist dies nicht nur ärgerlich, sondern auch ein reales Risiko für die Kundenbindung.
Kündigung per Klick – aber bitte 28 Mal
Hinzu kommen massive Hürden bei der Vertragsbeendigung. Jeder einzelne Vertrag bei HostEurope – sei es eine Domain, ein Postfach oder ein Hostingpaket – muss manuell gekündigt werden. Mit zusätzlichen Abfragen, etwa zur Motivation des Wechsels oder zur Frage, ob man nicht doch noch bleiben wolle.
Ein System, das sich für viele nicht wie Kundenservice, sondern wie ein technisch gepolsterter Zwangsaufenthalt anfühlt. Markus Schall beschreibt den Kündigungsprozess als „ungewöhnlich aufwendig und übergriffig in der Kommunikation“.
Kein Platz mehr für Halbwahrheiten im Hosting-Markt
Der vollständige Blogartikel ist auf dem Blog von Markus Schall veröffentlicht. Er richtet sich vor allem an Selbstständige, IT-Verantwortliche und Datenschutzbeauftragte, die ihre Hosting-Entscheidungen nicht leichtfertig treffen wollen – und die zunehmend erkennen, dass Datenhoheit mehr bedeutet als ein SSL-Zertifikat und ein „Sicher“-Schloss im Browser.
Vollständigen Artikel lesen:
Zwangsmigration: Wenn E-Mails plötzlich in der Cloud landen
Markus Schall hat inzwischen den Anbieter gewechselt – zu einem deutlich günstigeren Dienstleister mit vollständiger Kontrolle über alle Daten.
Über den Autor
Markus Schall ist Softwareentwickler, Verleger und Betreiber mehrerer Fachportale rund um Digitalisierung, KI, Hosting und Systemintegration. Sein Verlag M. Schall Verlag publiziert mehrsprachige Sachbücher, satirische Beiträge (u. a. die Reihe „Herr von L’Oreot“) sowie kritische Artikel zu Themen wie Datenschutz, Wirtschaft und technologischem Wandel. Alle Inhalte erscheinen ohne externe Werbung, vollständig selbstgehostet und in bis zu neun Sprachen.
Häufige Fragen zur Pressemeldung
- Warum ist die Umstellung von HostEurope auf Microsoft Exchange problematisch?
Weil sie ohne aktives Zutun der Kunden erfolgt ist. Nutzer wurden nicht gefragt, ob sie ihre E-Mails künftig in der Microsoft-Cloud speichern möchten – sie wurden schlicht umgestellt. Diese Vorgehensweise widerspricht dem üblichen Verständnis eines informierten Einverständnisses und stellt aus Sicht vieler Unternehmer einen massiven Eingriff in ihre Datenhoheit dar. - Welche datenschutzrechtlichen Bedenken bestehen bei der neuen Lösung?
Sobald E-Mails in einer externen Cloud gespeichert werden – insbesondere bei US-Anbietern – stellen sich Fragen zur DSGVO-Konformität. Daten von Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern könnten dabei in Drittländer übertragen werden. Ohne explizite Zustimmung und ohne transparente Aufklärung ist dies zumindest rechtlich fragwürdig. - Welche Auswirkungen kann eine solche Zwangsmigration für Unternehmen haben?
Neben dem Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten kann es zu technischen Problemen kommen, etwa durch veränderte Einstellungen, Inkompatibilitäten oder plötzliche Ausfälle. Im konkreten Fall kam es sogar zu einem temporären Ausfall des Lizenzservers, der die Funktionsfähigkeit der ERP-Software beeinträchtigte. - Wie sollten Unternehmen auf solche Entwicklungen reagieren?
Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, wo ihre Daten gespeichert sind und welche Rechte sie an diesen Daten behalten. Wenn ein Hoster ohne transparente Kommunikation grundlegende Strukturen ändert, ist das ein Warnsignal. Eine frühzeitige Migration zu einem alternativen Anbieter mit klaren Datenschutzstandards kann hier sinnvoll sein. - Ist das Vorgehen von HostEurope aus juristischer Sicht haltbar?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten – es hängt davon ab, wie die vertraglichen Grundlagen formuliert sind. Dennoch dürfte es in vielen Fällen zumindest grenzwertig sein, Kundendaten automatisch in eine andere Infrastruktur zu verschieben, ohne explizites Opt-in oder ohne technische Alternativen anzubieten. - Gibt es zuverlässige Alternativen zu HostEurope und Microsoft Exchange?
Ja, es gibt zahlreiche Hoster im europäischen Raum, die auf Datenschutz und individuelle Serverlösungen Wert legen. Entscheidend ist, dass der Nutzer selbst bestimmen kann, wo und wie seine Daten verarbeitet werden – ohne sich einer pauschalen Cloud-Zwangslogik unterwerfen zu müssen.


Der Schall-Verlag wurde 2025 von Markus Schall gegründet – aus dem Wunsch heraus, Bücher zu veröffentlichen, die Klarheit schaffen, zum Nachdenken anregen und sich bewusst dem hektischen Strom des Zeitgeists entziehen. Der Verlag versteht sich nicht als Massenmarktplatz, sondern als kuratierte Plattform für Inhalte mit Haltung, Tiefgang und Substanz.







