(openPR) „Unsere Studie veranschaulicht, dass die Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen häufig Kompromisse bei Umweltaspekten eingehen müssen“, erklärt die Ko-Autorin der Studie Dr. Eline Schoonjans aus dem ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Umweltbehörden könnte hier helfen, um sowohl die Sicherheit der Arbeitnehmer/innen als auch die ökologische Nachhaltigkeit sicherzustellen.“
Emissionen und Umweltbelastung steigen nach Gewerkschaftswahlen
Für den Zeitraum von 1990 bis 2020 haben US-amerikanische Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit einer durchschnittlichen Beschäftigtenzahl von 180 einen Anstieg der Freisetzung von Giftstoffen in Luft, Boden und Wasser um bis zu 15 Prozentpunkte nach gewonnenen Gewerkschaftswahlen dokumentiert. Dadurch verschlechtert sich unter anderem die Luftqualität in der Umgebung der Betriebe erheblich. Gleichzeitig sinken Maßnahmen zur Behandlung gefährlicher Abfälle, etwa durch Recycling oder Energiegewinnung, um bis zu 60 Prozentpunkte.
Innovationen zur Schadstoffvermeidung reichen nicht aus
Gewerkschaftlich organisierte Betriebe investieren zunehmend in innovative Ansätze zur Reduzierung von Abfall bei der Produktion. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise verbesserte Prozess- und Produktdesigns, die die Entstehung von toxischem Abfall verringern sollen. Diese Bemühungen reichen als Prävention allerdings nicht aus, um die gesunkenen Maßnahmen zur Behandlung gefährlicher Abfälle vollständig zu neutralisieren. Die Studie hebt deshalb hervor, dass zielgerichtete politische Interventionen notwendig sind, um nachhaltige Lösungen in der Abfallwirtschaft zu fördern und gleichzeitig die Arbeitssicherheit zu gewährleisten.
Methodik
Die Studie untersucht den Einfluss von Gewerkschaftswahlen auf das Management giftiger Abfälle und die Umweltbilanz von Produktionsstätten in den USA. Untersucht wurden über 600 Unternehmen. Grundlage der Analyse sind Daten der National Labor Relations Board (NLRB) zu Gewerkschaftswahlen sowie Informationen aus dem Toxic Release Inventory (TRI) über die Freisetzung und Behandlung gefährlicher Stoffe. Zudem fließen Luftqualitätsdaten der Environmental Protection Agency (EPA) in die Untersuchung ein. Methodisch setzt die Studie auf ein Regression Discontinuity Design (RDD), das den kausalen Effekt von Wahlgewinnen von Gewerkschaften auf Umweltindikatoren ermittelt.
wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Eline Schoonjans
Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“
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Originalpublikation:
https://ftp.zew.de/pub/zew-docs/policybrief/en/pb03-25.pdf





















