(openPR) Was früher als leistungsstark galt – zentrale Energiestrukturen – stößt nicht nur im Wandel zu erneuerbaren Energien an seine Grenzen.
Zentrale Systeme sind effizient, planbar, stabil. Doch wenn Flexibilität gefragt ist, wird ihre Starre zum Risiko. Dezentrale Systeme dagegen sind beweglich, resilient, ortsnah – aber sie brauchen Verbindung, Koordination und Vertrauen.
Die Lösung liegt nicht im „entweder – oder“, sondern im hybriden Zusammenspiel: Ein Netz, das gleichzeitig steuert und erlaubt – verbindet und verteilt – wie ein gut regulierter Organismus.
Zwischen Herzschlag und Rückkopplung: Was Teams am Leben hält
Auch in Unternehmen reicht es heute nicht mehr aus, „von oben“ zu steuern – ebenso wenig wie ausschließlich auf Selbstorganisation zu setzen. Es braucht klare Führung, wo Orientierung gefragt ist, Verantwortung in Teams und die Eigeninitiative eines jeden Einzelnen. Ein Herz ohne Gefäße kann nicht wirken. Ein Gehirn ohne Rückmeldung wird konfus und verliert die Richtung.
Im Arbeitsalltag heißt das:
• Führung lebt von konkreter Rückmeldung – nicht nur durch Kontrolle
• Kommunikation wirkt erst, wenn sie beidseitig und respektvoll geschieht
• Verbindung ist mehr als ein Transportmittel – sie verleiht Energie durch für Vertrauen und Wertschätzung.
Die Rednerin Imke Götz nimmt in ihrem Vortrag zu den Themen: Teamgeist, Respekt und Gewaltfreie Kommunikation in Unternehmen unter dem Titel: "Teamgeist oder Organversagen – die Anatomie erfolgreicher Teams" genau diese Spannungen in den Blick. Es geht dabei nicht um schnelle Lösungen, sondern um die Frage:
- Wo geht Energie verloren – obwohl alles vorhanden wäre?
- Wo funktionieren Abläufe – doch echte Verbindung fehlt?
Der Vortrag bietet Raum für Reflexion über das, was zwischen Menschen fließt – oder stockt: mangelnde Kommunikation, fehlender Respekt, unklare Rollen.
Energiegeladene Verbindungen sind kein Luxus – sie sind lebenserhaltend
Im Vortrag wird klar was Teams zusammen und was Unternehmen über Krisen hinweg lebendig hält .
„Ein möglicher Schlüssel“, so Imke Götz, liegt in einer „Gewaltfreien“ Kommunikation und im systemischen Denken.“ Es hilft, nicht nur auf Einzelteile zu schauen, sondern auf das Ganze – und auf die Dynamik zwischen den Beteiligten und deren Kommunikation untereinander. Die dem Menschen wichtigsten Bedürfnisse bzw. Werte im Miteinander sind Zugehörigkeit und Autonomie.
• Zugehörigkeit: Jeder braucht seinen Platz im Leben, in der Familie und auch im Unternehmen. Im Körper ist es genauso: Jedes Organ hat seinen Platz und kann genau dort seine Aufgabe am besten erfüllen. Was nützt es, wenn der Kopf im Becken sitzen würde, er hätte nicht den Überblick.
In Unternehmen ist es Energie raubend, wenn Mitarbeiter nicht an dem Platz sitzen, der ihren Fähigkeiten entspricht. Stellt man sich im Körper vor, dass Hände und Füße ab dem nächsten Tag den Platz tauschen, wie es oft bei Umstrukturierungen geschieht, geht Potenzial verloren. Ausnahme: Sie waren vorher gar nicht an der vorgesehenen Stelle – dann könnten durch den Platzwechsel Potenziale endlich genutzt werden. Dann wäre vieles besser zu händeln und es könnte endlich aus einem sicheren Stand heraus zugepackt werden. Wenn Organe übernatürlich über sich hinauswachsen, was bei Tumoren leider der Fall ist, dann ist eine Grenze missachtet worden und somit der Respekt dem Nachbarorgan, oder unternehmerisch gedacht, dem Kollegen gegenüber verloren gegangen. Damit ist die Lebendigkeit in Gefahr. Jeder kennt es, dass einer die Stimmung des gesamten Teams stören kann.
Können Zellen besser kommunizieren als wir ?
Autonomie: Jede Zelle ist für sich verantwortlich und gleichzeitig vom Umfeld abhängig. Sie selbst entscheidet, wann sie Nährstoffe /Informationen reinlässt und wann sie etwas – ein Produkt – abgibt. Dazu bedarf es einer klaren Kommunikation. Die Zelle spricht Klartext ohne Vorwürfe und erledigt ihre Aufgaben nach bestem Gewissen.
In Unternehmen und in der Gesellschaft geschieht dieser Arbeitsprozess leider häufig mit verbalen Angriffen wie Urteilen, Vorwürfen oder über Forderungen. Die Sprache, in der die meisten von uns aufgewachsen sind, ist nicht gewaltfrei. Bewertungen stehen im Vordergrund und schaffen „Höhenunterschiede“. Werte wie Geben und Nehmen im Gleichgewicht zu halten geraten schnell in Vergessenheit. Die Wechselwirkung, dass jede Bewegung/Wort oder Geste – auch eine kleine – das Ganze verändern kann, wird schnell außer acht gelassen – im positiven als auch im negativen Sinne.
Die Energie muss da sein und fließen können nicht nur in Stromnetzen, sondern auch in Unternehmen. Verbindung, Gleichgewicht und Kommunikation sind keine „Soft Skills“, sondern lebenswichtige Größen. Sie machen deutlich: Es geht nicht nur darum, Aufgaben zu verteilen – sondern Beziehungen zu gestalten.
Gewaltfreie Kommunikation nach M.B. Rosenberg
Die Speakerin, die ebenfalls Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation ist, erwähnt in ihrem Vortrag, dass die Sprache der Ausdruck der inneren Haltung ist. An ihr kann spürbar werden, ob Respekt wirklich geschenkt wird oder Respekt verloren gegangen ist.
Respekt wird erlebbar durch Teamgeist in Meetings, im achtsamen Umgang mit Kunden oder Lieferanten. Und gleichzeitig ist es unerlässlich, die eigenen Grenzen zu respektieren, um nicht wie beim Burnout energielos zusammenzubrechen. Da sind Energieleitungen zwar vorhanden – doch es ist keine Energie mehr da. Den inneren Teamgeist zu bewahren zwischen allen Organen bzw. Strukturen, geschieht durch die Einstellung zum Leben – einem „Ja“ zum Leben, einem „Ja“ zu seinem Platz, eine, „Ja“ zu seinen Aufgaben und einem „Ja“ zum Miteinander im Unternehmenssystem.


Imke Götz ist Rednerin und zertifizierter Business Coach und begleitet Führungskräfte, Teams und Organisationen auf dem Weg zu mehr Klarheit, Achtsamkeit und Empathie in Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit. 





