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Vom Feind zum Mitmenschen

23.06.202512:44 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Vom Feind zum Mitmenschen

(openPR) Eine aktuelle psychologische Studie der Universität Trier und der Open University of Israel zeigt, wie sich die zunehmende affektive Polarisierung, insbesondere in den USA, entschärfen lässt. Der Schlüssel: moralisch positive Darstellungen des politischen Gegners – selbst, wenn sie fiktiv sind. Medien und Politik könnten diesen Hebel gezielt nutzen, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

„Links gegen rechts, konservativ gegen liberal, Demokraten gegen Republikaner – politische Feindbilder sind allgegenwärtig und spalten ganze Gesellschaften“, sagt Prof. Dr. Eva Walther von der Universität Trier. Gemeinsam mit der israelischen Psychologin Prof. Dr. Tal Moran testete sie ein Modell aus der Versöhnungsforschung, das bislang vor allem nach Konflikten, etwa in Gesellschaften, die aus Bürgerkriegen kommen, angewendet wurde. „Wir haben dieses Konzept zum ersten Mal auf eine aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzung übertragen.“

Moralische Eigenschaften verändern Wahrnehmung

In einer Reihe von Experimenten im US-amerikanischen Kontext wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich selbst als Republikaner oder Demokraten identifizierten, mit Bildern und kurzen Texten konfrontiert. Den Probanden wurden Mitglieder der jeweils anderen Partei gezeigt – teils verbunden mit moralisch positiven Informationen („spendete einem Kollegen eine Niere“), teils mit neutralen Aussagen („bestellte Lieblingsessen bei einem chinesischen Restaurant“). Das Ergebnis: Die positive Darstellung der politischen Gegenseite führte zu einer signifikant höheren Sympathie – auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

„Wir waren selbst überrascht, wie stark der Effekt war“, so Walther. Die moralisch gefärbten Informationen beeinflussten die Bewertung der abgebildeten Personen messbar – sowohl in direkten Befragungen als auch in Tests mit kurzen Reaktionszeiten.

Medien und Politik in der Verantwortung

Die Forscherinnen sehen Medien und Parteien nun in der Pflicht, ihre kommunikativen Muster zu überdenken. „Um sich politisch zum Beispiel nach hitzigen Wahlkämpfen wieder anzunähern, könnten Politiker den politischen Gegner gezielt in einem moralisch positiven Licht darstellen“, erklärt Walther.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn ein Kanzler öffentlich sagt, sein politischer Kontrahent wolle bei allen inhaltlichen Unterschieden „nur das Beste für unser Land“, kann das zur Versöhnung beitragen – unabhängig von politischen Meinungsverschiedenheiten.
Die Studie reiht sich in eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten ein, die nach konstruktiven Ansätzen zur Verringerung politischer Polarisierung suchen. Ihr besonderer Wert liegt in der praktischen Übertragbarkeit auf aktuelle gesellschaftliche Spannungen – auch außerhalb der USA.

„Wir planen weiter zu untersuchen, ob unser Ansatz auch die affektive Polarisierung in Israel effektiv verringern kann. Außerdem ist weitere Forschung nötig, um zu sehen, wie sich die Ergebnisse unserer aktuellen Studie in die praktische Anwendung in der realen Welt außerhalb des Labors übertragen lassen“, kündigt Prof. Tal Moran an.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Eva Walther
Psychologie
Mail:
Tel. +49 651 201-2864

Originalpublikation:
Die Studie:

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