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Pressemitteilung: Journalismuspreis Informatik in Saarbrücken verliehen

14.05.202515:44 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Berlin, 14. Mai 2025 | Der Journalismuspreis Informatik wurde 2006 erstmalig ausgelobt und ist insgesamt mit 16.000 Euro dotiert. Die Preisgelder der Hauptpreise in den drei jeweils mit 5.000 Euro dotierten Kategorien „Text“, „Audio“, und „Video und Multimedia“ stiftet das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie. Zudem stiftet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in diesem Jahr erneut einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis. Ziel des Journalismuspreises Informatik ist, qualitativ hochwertige Berichterstattung über Themen der Informatik zu fördern.

Schirmherr Jürgen Barke, saarländischer Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie sagt: „Mit dem Journalismuspreis Informatik prämieren wir gut erklärte und somit zugängliche Berichterstattung über technologische Fortschritte. Die ausgezeichneten Beiträge zeigen, wie fundierter Journalismus komplexe Themen wie Digitalisierung und KI greifbar machen und dabei helfen kann, Entwicklungen richtig einzuordnen. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren herausragenden Leistungen. Ihre Arbeit stärkt das Verständnis für den technologischen Wandel und unterstützt Politik und Gesellschaft dabei, ihn verantwortungsvoll zu gestalten.“

Insgesamt bewertete die Jury in diesem Jahr 66 Beiträge. Die Jury des Journalismuspreises Informatik bilden Peter Bylda, langjähriger Redakteur der Saarbrücker Zeitung und nun freier Journalist, Peter Hergersberg aus der Redaktion des Wissenschaftsmagazins MaxPlanckForschung, Isabel Münch, Fellow der Gesellschaft für Informatik, Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer der Bundesweiten Informatikwettbewerbe, Florian Possinger vom Saarländischen Rundfunk, Vera Sikes, Fachbereichsleiterin im Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik und Leiterin des BSI-Standorts Saarbrücken, Dr. Christel Weins, Naturwissenschaftlerin und Mitgründerin des Journalismuspreises, der freie Technik- und Wissenschaftsjournalist Peter Welchering und Prof. em. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wilhelm, Informatik-Professor der Universität des Saarlandes und langjähriger Leiter des Leibniz-Zentrums für Informatik Schloss Dagstuhl.

Die prämierten Beiträge des Journalismuspreises Informatik 2024 im Einzelnen:

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis in der Kategorie „Text“ geht an Tim Schröder für den Beitrag „Alles Berechnung“, erschienen am 1. Februar 2024 im Magazin „mare – die Zeitschrift der Meere“. Der Beitrag ist abrufbar als PDF auf dieser Website und ist hier auf der Webseite von mare zu finden.

Begründung der Jury: Kaum eine Wissenschaft kommt heute noch ohne Entwicklungen der Informatik aus, insbesondere Methoden der Künstlichen Intelligenz finden zunehmend Anwendung. In seinem Beitrag „Alles Berechnung“ führt der studierte Zoologe Tim Schröder mit großer fachlicher und journalistischer Kompetenz in ein bislang wenig beachtetes Einsatzfeld ein: KI in der Meeresforschung. Er zeigt klar und präzise auf, wie sich die Algorithmen der Bilderkennung zu unverzichtbaren Werkzeugen entwickeln, um Tiere und Pflanzen zu bestimmen – und dies um das Tausendfache schneller als der Mensch. So schildert Schröder anschaulich, wie Wissenschaftler KI nutzen, um Korallenriffe zu beobachten, Tierpopulationen zu erfassen und auch die Vermüllung der Meere zu erforschen. Besonders gelungen ist, wie er Fachleute aus der Informatik und der Meeresforschung gleichermaßen zu Wort kommen lässt und so Einblicke aus beiden Feldern bietet. Der Beitrag überzeugt durch sachliche Tonalität, klare Einordnung und verständliche Darstellung und ist somit ein außerordentlich gelungenes Beispiel für fundierte Wissenschaftsberichterstattung an der Schnittstelle von Technologie und Umwelt.

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis in der Kategorie „Audio“ geht an Ralf Krauter und Moritz Metz für den Beitrag „KI und Robotik – Hype um humanoide Roboter“, veröffentlicht am 26. September 2024 in der Podcast-Reihe „KI verstehen“ des Deutschlandfunks. Producer der ausgezeichneten Sendung war Maximilian Brose.
Abrufbar unter: https://www.deutschlandfunk.de/ki-robotik-hype-humanoide-roboter-dlf-f5fe8c77-100.html

Begründung der Jury: Im ausgezeichneten Beitrag „KI und Robotik – Hype um humanoide Roboter“ beleuchten Reporter Ralf Krauter und Host Moritz Metz den aktuellen Stand der Technik bei menschenähnlichen Roboter-Butlern. Sie räumen mit gängigen Marketing-Versprechen auf, werfen einen Blick hinter die Kulissen der Entwicklungsarbeit und zeigen, wo Fortschritte erzielt wurden und wo zentrale Herausforderungen bestehen bleiben. Unterstützt durch die O-Töne relevanter Experten vermitteln sie fundiert und verständlich zentrale Aspekte der Robotik, insbesondere den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz. Auch komplexe Neuentwicklungen wie Vision-Language-Action-Modelle werden nicht ausgespart, sondern klar und zugänglich erklärt. Der lockere Stil des Moderatorenduos sorgt für einen unterhaltsamen Zugang und spricht auch ein nicht spezialisiertes Publikum an. Ein hörenswerter Beitrag, der Technik verständlich macht, Erwartungen einordnet und zur kritischen Auseinandersetzung anregt.

Der mit 1.000 Euro dotierte Sonderpreis des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) prämiert den Artikel „Nobelpreis für KI? Wie viel Physik in neuronalen Netzen steckt“ von Sabrina Patsch, veröffentlicht am 5. November 2024 im Computermagazin „c’t“ und bei „heise online“. Der Beitrag ist abrufbar unter: https://www.heise.de/hintergrund/Physik-Nobelpreis-Wie-viel-Physik-in-neuronalen-Netzen-steckt-10001801.html

Begründung der Jury: Als am 8. Oktober 2024 der Nobelpreis für Physik vergeben wurde, sorgte das vielerorts für hochgezogene Augenbrauen – denn ausgezeichnet wurden zwei Wissenschaftler für ihre Beiträge zu neuronalen Netzen, die das maschinelle Lernen und damit die KI revolutioniert haben. In ihrem Artikel „Nobelpreis für KI? Wie viel Physik in neuronalen Netzen steckt“ zeichnet Sabrina Patsch dieses ungewöhnliche Ereignis nach und widmet sich mit großer Klarheit und journalistischer Sorgfalt einem hochkomplexen Thema, das selbst ausgewiesene Fachleute nur schwer in einfachen Worten erklären können – wie einer der Nobelpreisträger, Geoffrey Hinton, selbst anmerkte. Patsch, so schreibt sie mit einem Augenzwinkern, „versuche es trotzdem“ – und schafft es, trotz des begrenzten Platzes eines Magazinbeitrags, zentrale Aspekte des Zusammenspiels von Künstlicher Intelligenz und moderner Physik verständlich darzustellen. Der Beitrag verlangt die volle Aufmerksamkeit, bleibt für ein interessiertes Laienpublikum aber gut zugänglich und bietet eine differenzierte, journalistisch sorgfältige Einordnung eines wissenschaftlich wie gesellschaftlich bemerkenswerten Ereignisses.

In der Kategorie „Video und Multimedia“ hat die Jury in diesem Jahr keinen Preis vergeben.

Hintergrund Saarland Informatics Campus

1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und rund 2800 Studierende aus mehr als 81 Nationen machen den Saarland Informatics Campus (SIC) zu einem der führenden Standorte für Informatik in Deutschland und Europa. Vier weltweit angesehene Forschungsinstitute, nämlich das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, das Zentrum für Bioinformatik, sowie die Universität des Saarlandes mit drei vernetzten Fachbereichen und 24 Studiengänge decken das gesamte Themenspektrum der Informatik ab. https://saarland-informatics-campus.de/

Pressefotos von der Preisverleihung zum Download:

Ein Pressefoto finden Sie auf folgender News-Webseite: https://www.uni-saarland.de/aktuell/journalismuspreis-informatik-2-37313.html
Die Pressefotos können Sie mit Namensnennung des Fotografen als Fotonachweis honorarfrei in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung und der Berichterstattung über die Universität des Saarlandes verwenden.

Redaktion:
Philipp Zapf-Schramm
Max-Planck-Institut für Informatik
Tel: +49 681 9325 5409
E-Mail: E-Mail

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