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Vermögende Familien und ihr Interesse an der Energiewende

12.05.2025 • 12:15 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Ziel ist es, historische und gegenwärtige Strategien wohlhabender Akteure zu analysieren und ihre Auswirkungen auf energiepolitische Transformationsprozesse zu verstehen. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben mit gut 1,39 Millionen Euro im Rahmen ihrer Förderlinie „(Aus-)Wirkungen von Reichtum“, die sich mit der Rolle von Vermögen in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen auseinandersetzt. Besonders im Fokus stehen interdisziplinäre und internationale Forschungskooperationen mit einem Schwerpunkt auf den Globalen Süden.

Das Projekt „Powering Wealth“ untersucht konkret die Investitionsstrategien von sogenannten High-Net-Worth Individuals (HNWIs) im Hinblick auf die Energiewende. Es ist als historisch-vergleichende Fallstudie für Deutschland und Mexiko konzipiert – also für zwei Länder mit einer hohen Konzentration vermögender Einzelpersonen und einer energiegeprägten wirtschaftlichen Entwicklung. Während Deutschland energiearm ist, verfügt Mexiko über bedeutende Energieressourcen. „Diese strukturellen Unterschiede ermöglichen eine Analyse der Wechselwirkungen zwischen Kapitalinvestitionen, Energiepolitik und langfristigen Vermögensstrategien“, betont Dr. Andrea Binder von der Freien Universität Berlin.

Das Projekt kombiniert historisches process tracing sowie qualitative Interviews und Archivquellen, um Investitionsentscheidungen über einen langen historischen Zeitraum zu rekonstruieren. Die Methode des process tracing erlaubt es, politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse systematisch nachzuvollziehen und die zugrunde liegenden Dynamiken sichtbar zu machen. Theoretisch basiert die Untersuchung auf dem Konzept des „Energiepakts“, der zwischen HNWIs, staatlichen Akteuren und gegebenenfalls der Wählerschaft stattfindet. Darüber hinaus wird eine Typologie generationenübergreifender Investitionsstrategien entwickelt.

Neben der politischen Analyse arbeitet das Forschungsteam mit Künstler*innen beider Länder zusammen. Die Wirkung des Projekts wird damit über den akademischen Bereich hinaus erweitert. Diese interdisziplinäre Herangehensweise vertieft die Reichweite der Forschung und trägt zu einem differenzierten Verständnis der Rolle vermögender Akteure in der Energiewende bei.

Das deutsch-mexikanische Forschungsprojekt läuft noch bis 2029. Die Forschenden erhoffen sich nach Abschluss Antworten auf die Frage, ob Personen mit großem Kapitalvermögen eine fördernde oder bremsende Rolle im Prozess der Energiewende spielen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Theres Rolle, Wissenschaftskommunikation, Otto Suhr Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin, Tel.; 030/83867977, E-Mail: E-Mail

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