(openPR) Frankfurt/Main, 04.03.2025; Ende Februar wurde das spezielle Eichhörnchen Virus Adeno SqAdV-1 nachgewiesen. Die infizierten Tiere stammten aus dem Rhein-Main-Gebiet. Weitere Verdachtsfälle sind aufgetreten. Verbreitung auch in anderen Regionen wahrscheinlich.
Das Adeno Eichhörnchen Virus schwächt das Immunsystem der Tiere, was zu Entzündungen in Darm und Lunge führt. Betroffene Eichhörnchen wirken apathisch, haben Erbrechen, Durchfall und können an Atemnot leiden. Die Symptome treten plötzlich auf, die Todesrate der Tiere ist sehr hoch.
Virus nachgewiesen
Tierärztin Dr. Christine Dickmann: „Das spezielle Eichhörnchen Adeno Virus SqAdV-1 wurde 2016 vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nachgewiesen. Vorausgegangen ist in den Jahren zuvor eine stark erhöhte Sterblichkeit von Eichhörnchen in der Natur und in Wildtierstationen. Betroffen waren sowohl junge als auch adulte Tiere.“
Damit sich Eichhörnchenpfleger und Wildtierstationen auf eine mögliche Ankunft von erkrankten Tieren optimal vorbereiten können, fand in der vergangenen Woche eine bundesweite Infoveranstaltung im Internet statt. Dabei wurde über den Verlauf, die notwendigen Maßnahmen sowie über den Umgang mit den aufgefundenen Tieren aufgeklärt.
Dazu Christine Dickmann: „Das Virus ist hochansteckend für Eichhörnchen. Daher wurden die Stationen in verstärkte Quarantäne- und Hygiene-Maßnahmen eingewiesen, um eine Verbreitung innerhalb der Wildtierhilfen zu vermeiden. Ebenso wurde ein Medikationsblatt für Tierärzte erstellt, das über den Bundesverband der Wildtierhilfen bezogen werden kann.“
Futterstellen reinigen
Das Infektionsrisiko ist auch in der freien Natur gegeben. Besonders an Futterstellen wie in Parks, Gärten oder auf Balkonen. Roxana Frankl, 1. Vorsitzende vom Eichhörnchen Schutz e.V.: „Es ist schön, dass viele Menschen Eichhörnchen mit Wasser und Futter unterstützen. Aber besonders, wenn mehrere Eichhörnchen an einem Platz gefüttert werden, ist es sehr wichtig, diesen täglich zu reinigen. Hilfreich ist bereits kochendes Wasser, da die Viren ab 60° C abgetötet werden. Schalen bitte täglich wechseln. Wenn ein Desinfektionsmittel eingesetzt wird, muss es für unbehüllte Viren geeignet, also begrenzt Viruzid sein. Alternativ zwei Wochen mit der Fütterung aussetzen, wenn es den Verdacht einer Erkrankung gibt“.
Eine Ansteckung anderer Haustiere und Menschen ist unwahrscheinlich. Dennoch dürfen verendete Tiere nicht mit der bloßen Hand angefasst werden, sondern nur mit Einmalhandschuhen. Findet man ein totes Tier im Garten, sollte es mit einer umgestülpten Plastiktüte fest verschlossen in der grauen Hausmülltonne entsorgt werden. Wenn ein Eichhörnchen angefahren worden oder ein Jungtier in Not ist, kann es, wie bisher auch, mit Handschuhen oder einem Tuch gesichert und zum Tierarzt bzw. in die Wildtierstation gebracht werden.
Onlineformular für Meldung
„Um ein Bild über die Situation zu erhalten, wurde ein Onlineformular installiert (https://www.awiar.de/adeno-virus-eichhornchen/). Dort können begründete Verdachtsfälle und nachgewiesene Befunde von Wildtierhilfen und Tierärzten eingetragen werden.“, so Vera Heck vom Bundesverband der Wildtierhilfen.
Verendete Tiere, die unter Verdacht stehen, dass sie vom Virus betroffen sein könnten, sollten im jeweiligen Landeslabor für Virologie abgegeben werden. Wenn sich dort der Verdacht auf die Viruskrankheit erhärten, wird das Labor Proben zum Friedrich-Loeffler-Institut senden, da nur dort das Virus mittels eines speziellen PCR-Tests nachgewiesen werden kann.
Vera Heck weiter: „Wir bitten Wildtierpfleger, Tierheime und Tierärzte dieses Formular online auszufüllen, damit wir mehr über das Virus und dessen aktuelle Ausbreitung erforschen können. Wer sich unsicher ist, ob ein Adeno Fall vorliegt, kann uns gerne kontaktieren. Aber auch Personen, die Eichhörnchen im Garten füttern, können sich bei uns melden, wenn sie plötzliche und gehäuft Krankheit oder Todesfälle beobachten.“




















