openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Weniger Quecksilber in deutschen Flüssen, aber weiter ein Problem

16.12.2024 • 11:30 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) „In den vergangenen Jahrzehnten ist die Quecksilberbelastung in den Flüssen deutlich gesunken – ein Erfolg von Umweltgesetzgebung und verbesserter Abwasserreinigung“, sagte der BfG-Wissenschaftler Dr. habil. Jan Wiederhold zu Beginn des deutschsprachigen Symposiums am 5.12.2024. Der Rückgang falle jedoch regional unterschiedlich aus, so der Koordinator des BMDV-Projekts “Quecksilber in Sedimenten und Schwebstoffen (QUISS)”.

Die Elbe und ihre Nebenflüsse Mulde und Saale weisen weiterhin deutlich höhere Quecksilber (Hg)-Werte auf als andere große Flüsse in Deutschland, etwa Rhein und Donau.

Transformationsprodukt ist gefährlicher als reines Quecksilber

Die heimische Fischfauna und andere aquatische Organismen profitieren bislang nicht vom Rückgang des Hg-Gesamtgehaltes in den Gewässern, sondern der Quecksilbergehalt ist in den Tieren weiterhin zu hoch. Obwohl die Einträge hierzulande heute deutlich geringer sind, findet sich Quecksilber als historische Altlast z. B. aus der chemischen Industrie und Bergbauaktivitäten weiter in den Sedimenten. „Besonders gefährlich wird es, wenn unter dem Einfluss von Mikroorganismen, die in sauerstofffreien Bereichen der Gewässer vorkommen, das anorganische Hg in das Nervengift Methyl-Hg umgewandelt wird“, erklärt Jan Wiederhold.

Bessere Hg-Risikobewertung dank neuer analytischer Methoden

„Der Einfluss von Methyl-Hg auf die Nahrungskette ist schon lange bekannt. Unbekannt sind jedoch die konkreten Prozesse, die zur Bioverfügbarkeit unter wechselnden Umweltbedingungen führen und wie hoch der eigentliche Methyl-Hg-Anteil am Gesamt-Hg-Gehalt in Wasser, Sedimenten und Schwebstoffen ist“, beschreibt der QUISS-Koordinator wesentliche Ziele des im Jahr 2022 gestarteten Forschungsprojektes. Im Projekt QUISS entwickelten die beteiligten Forscher/-innen u. a. analytische Methoden zur Bestimmung von Methyl-Hg in Umweltproben.

„Nun sind wir in der BfG in der Lage nicht mehr nur das Gesamt-Hg zu messen, sondern wir können auch den Anteil an Methyl-Hg bestimmen. Das ist ein wesentlicher
Fortschritt für ein umfassenderes Verständnis zur Beurteilung der Belastungssituation“, sagt Dr. Lars Duester, Leiter des Referats für Radiologie und Gewässermonitoring in der BfG.

Die Hg-Belastung ist einer der wesentlichen Gründe, dass der chemische Zustand der deutschen Fließgewässer nach EU-Wasserrahmenrichtlinie weiterhin als „nicht gut“ eingestuft wird. „Es ist daher wichtig die zugrundeliegenden biogeochemischen Prozesse und Transportpfade von Hg besser zu verstehen, um neue Erkenntnisse, wenn möglich, zukünftig auch in das Gewässermanagement einfließen zu lassen“, so der Referatsleiter.

Quecksilber in Flüssen ist ein weltweites Problem

Die große Bedeutung des Themas für Deutschland, aber auch international zeigte sich an
der großen Beteiligung am QUISS-Symposium. Beim englischsprachigen Online-Teil des
Symposiums beteiligten sich über 130 Experten/-innen aus 16 Ländern.

Der zweite Teil des Symposiums fand zwei Tage später am 5. Dezember an der BfG in Koblenz statt. An der deutschsprachigen Präsenzveranstaltung nahmen 45 Personen aus verschiedenen Bundesund Landesinstitutionen, von Universitäten sowie andere Akteure des Gewässermanagements teil.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1274009
 466

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Weniger Quecksilber in deutschen Flüssen, aber weiter ein Problem“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Dr. Daniel Habeck mit Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2026 ausgezeichnet
Dr. Daniel Habeck mit Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2026 ausgezeichnet
„Ich freue mich sehr, dass ich den Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2026 gewinnen konnte, besonders weil die Auszeichnung auf dem Votum der Studierenden beruht. Die damit verbundene Anerkennung sehe ich als zusätzlichen Anreiz, mich weiterhin in gleicher Weise für 'gute Lehre' zu engagieren“, sagte Dr. Daniel Habeck im Anschluss an die Preisverleihung am 29. September in Mainz, an der auch Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Wehner teilnahm. Die Auszeichnung des Landes ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert und kann frei für …
Bild: Schnellster Aufstieg im THE-Ranking: Constructor University unter den besten 17 % weltweit
Schnellster Aufstieg im THE-Ranking: Constructor University unter den besten 17 % weltweit
Die Gesamtplatzierung der Constructor University für 2027 wurde durch signifikante Zuwächse bei den Forschungs- und Lehrbewertungen gestärkt, neben ihrer historisch starken Leistung bei Industriekooperationen und internationaler Ausrichtung. Die neuesten Rankings sind ein Zeugnis und eine Bestätigung der ehrgeizigen Strategie der Universität, sowohl ihre Größe als auch ihr Profil als globale Führerin in wichtigen akademischen Bereichen wie Physik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften zu steigern. „Diese Ergebnisse sind ermutigend, nicht …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Technologien für die ZukunftBild: Technologien für die Zukunft
Technologien für die Zukunft
… entschärfen und vor allem auch Privatleuten den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, wird angestrebt eine dezentrale solare Meerwasser-Entsalzung, sowie Wasserreinigung aus Flüssen und Seen zu betreiben. Die Mehrzahl der aktuell eingesetzten Systeme nutzt dazu hohe Temperaturen und Unterdrucksysteme. Diese haben einen sehr hohen Energiebedarf, der …
Bild: Zahnärzte der Amedis Klinik in Hannover begrüßen das geplante Quecksilber Verbot
Zahnärzte der Amedis Klinik in Hannover begrüßen das geplante Quecksilber Verbot
Seit mehr als 150 Jahren werden in der Zahnheilkunde hoch quecksilberhaltige Amalgam Füllungen eingesetzt. Die Befürworter behaupten, dass dadurch schon bewiesen sei, dass Amalgam harmlos sein müsse. Die Diskussion über den Einsatz dieses Materials wird jedoch seit Jahren kontrovers geführt. Technisch ist der Ersatz der quecksilberhaltigen Amalgam Füllungen …
Bild: Klarer Sieg für LEDs: Im Vergleich zu Energiesparlampen haben sie die Nase vornBild: Klarer Sieg für LEDs: Im Vergleich zu Energiesparlampen haben sie die Nase vorn
Klarer Sieg für LEDs: Im Vergleich zu Energiesparlampen haben sie die Nase vorn
LED-Lampen bieten klare Vorteile gegenüber Energiesparleuchten: Sie verbrauchen noch weniger Energie, halten insgesamt länger, kommen ohne giftiges Quecksilber aus und verbreiten sofort angenehmes, warmweißes Licht. Die Vergleichstabelle zeigt, dass LEDs von Aruana in alle wesentlichen Punkten wie Energieverbrauch, Schaltfestigkeit, Anschaltzeit, Lebensdauer, …
UNGEBORENE HABEN ES NICHT LEICHT MIT SCHWERMETALLEN
UNGEBORENE HABEN ES NICHT LEICHT MIT SCHWERMETALLEN
Wissenschafter der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems und der Medizinischen Universität Wien klären Transportsysteme der Plazenta. Quecksilber & Eisen im Fokus. Krems, 19. Februar 2019 – Getarnt als Aminosäure kann das toxische Schwermetall Quecksilber durch die Plazenta in das Blut des Ungeborenen gelangen. Das hat ein Forschungsteam der Karl …
Schwermetall- Vergiftung und Entgiftung
Schwermetall- Vergiftung und Entgiftung
… sie auch bei Unterbrechung der Zufuhr noch über Monate abgegeben werden. Die drei im europäischen Raum hinsichtlich einer toxischen Wirkung wichtigsten Schwermetalle sind das Quecksilber, Cadmium und Blei, welche alle vornehmlich über die Nahrung oder das Trinkwasser aufgenommen werden. In Bezug auf die Aufnahme über Teekräuter fehlen systematische Untersuchungen, …
Bild: Erhalt von Flussauen ist Hochwasser- und Artenschutz
Erhalt von Flussauen ist Hochwasser- und Artenschutz
Die Verschlammung von Flüssen und Bächen führt zu Problemen für Fische, Muscheln und andere Gewässerlebewesen, weil ihre Lebensräume schwinden. Doch nicht allein intensive Landwirtschaft und Erosion vernichten diese Lebensräume. Eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) widerlegt diese weitverbreitete Ansicht. Um die …
Drei Tiburtius-Preise erhalten BHT-Studierende für ausgezeichnete Masterarbeiten
Drei Tiburtius-Preise erhalten BHT-Studierende für ausgezeichnete Masterarbeiten
… Oks, Studiengang: VerfahrenstechnikSeit dem Importverbot für russische Kohle wird im Berliner Steinkohlekraftwerk Reuter West südafrikanische Kohle verbrannt. Sie enthält mehr Quecksilber, weswegen das Kraftwerk absehbar die immer strenger werdenden Emissionsgrenzwerte für Quecksilber überschreiten würde. Um dem Problem zu begegnen, erprobte BHT-Student …
Bild: Quecksilber - die Gefahr ist nicht gebannt
Quecksilber - die Gefahr ist nicht gebannt
Quecksilber in jedem Haushalt zu finden Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber Man sollte annehmen, dass allgemein Abstand von Quecksilber genommen wird, wegen seiner Toxizität – zumindest in allgemeinen Verbrauchsprodukten. Dem ist aber bei weitem nicht so. In den seit geraumer Zeit eingeführten Energiesparlampen ist u.a. neben Phenol auch …
Bild: Zahnärzte der Amedis Klinik in Hannover begrüßen das geplante Quecksilber Verbot
Zahnärzte der Amedis Klinik in Hannover begrüßen das geplante Quecksilber Verbot
Seit mehr als 150 Jahren werden in der Zahnheilkunde hoch quecksilberhaltige Amalgam Füllungen eingesetzt. Die Befürworter behaupten, dass dadurch schon bewiesen sei, dass Amalgam harmlos sein müsse. Die Diskussion über den Einsatz dieses Materials wird jedoch seit Jahren kontrovers geführt. Technisch ist der Ersatz der quecksilberhaltigen Amalgam Füllungen …
Bild: Proindex Capital Invest über Quecksilber in ParaguayBild: Proindex Capital Invest über Quecksilber in Paraguay
Proindex Capital Invest über Quecksilber in Paraguay
Quecksilber gelangt in Paraguay vor allem durch die Müllverbrennung in die Atmosphäre – Andreas Jelinek klärt auf Suhl, 12.11.2018. In dieser Woche beschäftigt sich Andreas Jelinek von der Proindex Capital Invest mit dem Quecksilber-Problem in Paraguay. „Quecksilber gelangt vor allem durch die Müllverbrennung, aber auch durch die Goldgewinnung in die …
Sie lesen gerade: Weniger Quecksilber in deutschen Flüssen, aber weiter ein Problem