openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Land in Sicht: Innovatives System für die Fernerkundung

18.10.202414:21 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Vom Umweltmonitoring bis zum 3D-Stadtmodell
Entstanden ist ein Prototyp mit sechs hochauflösenden Kameras, die bei Flughöhen von 1000 Metern Aufnahmen mit einer Genauigkeit von 10 Zentimetern erreichen. Die Kameras sind mit verschiedenen Filtern kombinierbar, sodass die Erdoberfläche während eines einzigen Fluges in verschiedenen Farbspektren abgebildet wird. Das macht die "Airborne Multispectral Camera" – kurz "AMC-6" – vielseitig einsetzbar: um Umweltdaten zu erheben, digitale Oberflächenmodelle zu erstellen, die Wasserqualität von Seen und Flüssen zur überprüfen, präzise Karten für die Landwirtschaft zu erstellen oder sogar detaillierte 3D-Modelle von Städten anzufertigen.

Fernerkundung zwischen multispektral und hyperspektral
Satellitendaten sind dafür weniger geeignet, weil sie nicht so genau und eingeschränkt verfügbar sind. "Die AMC-6 ist zudem eine Alternative zu komplexen Hyperspektralsystemen und den einfachen multispektralen Systemen, die für Drohnen entwickelt wurden“, erklärt Marvin Gabler von der Hochschule Anhalt. Über rund drei Jahre hat er dafür die entscheidenden Hard- und Softwarekomponenten recherchiert und in dem System zusammengeführt. Auch erste Testflüge mit dem hochschuleigenen Gyrokopter gehörten zu dem Projekt, das vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wurde (Projektträger AiF Projekt GmbH). „Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Projekts ist der anwenderfreundliche Workflow, über den die Bilddaten verarbeitet und ausgewertet werden. Die Nutzung multispektraler Bilder so gut wie möglich zu vereinfachen, war und ist uns besonders wichtig", sagt Prof. Dr. Marion Pause, die das Projekt betreut und seit vielen Jahren auf dem Gebiet bildgebender Technologien für die Fernerkundung forscht.

Technologie im Praxistest
Die Idee für das System geht bereits auf Marion Pauses Vorgänger zurück, Prof. Dr. Lutz Bannehr. Allzu oft machte er die Erfahrung, dass technologische Potenziale für die Fernerkundung nicht in der Praxis ankamen: zu teuer, zu aufwändig oder einfach nicht für bestimmte Fragen geeignet. Solche Hürden können Firmen, die Flugbilder anbieten, nicht allein nehmen, geschweige denn Anwenderinnen und Anwender aus Stadtentwicklung, Landwirtschaft oder Forstwirtschaft. "Dabei wächst das Interesse an innovativen Geo-Informationsprodukten gerade enorm, um Folgen des Klimawandels wie Dürren oder Überschwemmungen zu erfassen und in die Planung von Maßnahmen zu integrieren", erklärt Marion Pause.

Den Wald von oben überwachen
Inwieweit sich das multispektrale Messsystem dazu nutzen lässt, Wälder zu überwachen, erforscht Marvin Gabler in seiner Doktorarbeit. Baumarten, Baumhöhen und Baumzustand werden aktuell oft noch mit bloßem Auge erfasst und händisch dokumentiert. Viel leichter, über weite Flächen und mit vielseitigen Datenvisualisierungen ließe sich das aus der Luft lösen – zum Beispiel, um besser auf Wetterextreme oder Waldbrandgefahren zu reagieren. „Wir arbeiten bereits mit Verantwortlichen aus der Forstwirtschaft zusammen und die sind von den Möglichkeiten begeistert“, erzählt Marvin Gabler.

Fernerkundung und Vermessung an der Hochschule Anhalt
Es dürfte nicht der letzte Einsatz des innovativen multispektralen Messsystems gewesen sein. Bereits auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation e.V. im März sorgte es für Aufmerksamkeit und Marvin Gabler wurde für seine Präsentation ausgezeichnet. Er setzt damit eine lange Tradition der angewandten Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Fernerkundung und Vermessung an der Hochschule Anhalt fort. Insgesamt gehört die Hochschule zu den forschungsstarken Einrichtungen Mitteldeutschlands: Mit Drittmitteln im zweistelligen Millionenbereich und rund 100 parallel laufenden Forschungsprojekten pro Jahr. Dabei werden insbesondere Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen der Region angestrebt.

Die Projektergebnisse wurden unter folgender DOI publiziert: 10.24407/KXP:1885662998. Praxispartner des Projekts ist die MILAN Geoservice GmbH.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Marion Pause ist im Institut für Geoinformation und Vermessung der Hochschule Anhalt auf dem Campus Dessau erreichbar: E-Mail, 0340-51971564. Marvin Gabler ist erreichbar unter E-Mail, 0340-5197 1568.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1270037
 469

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Land in Sicht: Innovatives System für die Fernerkundung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Freie Universität Berlin veranstaltet internationale Konferenz zur nachhaltigen Transformation von Hochschulen
Freie Universität Berlin veranstaltet internationale Konferenz zur nachhaltigen Transformation von Hochschulen
Die Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität Berlin veranstaltet vom 21. bis 23. September 2026 gemeinsam mit der europäischen Hochschulallianz Una Europa eine internationale Konferenz zur nachhaltigen Transformation von Hochschulen. Unter dem Titel „Sustainability in Higher Education: Between Transformation and Vibe Shifts“ kommen Forschende, Hochschulmitarbeitende sowie Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen zusammen, um Forschungsergebnisse, Projekte sowie Erfahrungen und P…
Bild: Universität Bayreuth gründet interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung und Entwicklung verantwortungsvoller KIBild: Universität Bayreuth gründet interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung und Entwicklung verantwortungsvoller KI
Universität Bayreuth gründet interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung und Entwicklung verantwortungsvoller KI
Künstliche Intelligenz durchdringt zunehmend Wirtschaft, Verwaltung und Alltag. Gleichzeitig wächst die Herausforderung, technologische Innovationen mit rechtlichen Vorgaben, ethischen Prinzipien und gesellschaftlichen Erwartungen in Einklang zu bringen. Das ARC adressiert genau diese Lücke zwischen dem technisch Möglichen und dem gesellschaftlich Verantwortbaren. Ziel ist es, KI-Systeme zu erforschen und zu gestalten, die robust, transparent, fair, souverän und rechenschaftsfähig sind und den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellen. …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: NEU: Anbieter für Photovoltaik-Ausschreibungen jetzt online unter wmister-solar.de erreichbarBild: NEU: Anbieter für Photovoltaik-Ausschreibungen jetzt online unter wmister-solar.de erreichbar
NEU: Anbieter für Photovoltaik-Ausschreibungen jetzt online unter wmister-solar.de erreichbar
Das Mister-Solar-System ist ein innovatives Ausschreibungssystem, über das private sowie gewerbliche Interessenten, nach einer ausführlichen und neutralen Beratung, eine Ausschreibung für Ihre Photovoltaik-Anlage durchführen lassen können. Neuss, 12. Oktober 2012. Seit dem 1. Oktober 2012 ist das neue derzeit einzigartige Ausschreibungssystem für Photovoltaik-Anlagen …
Bild: Wolken in 3D sollen Klimamodelle deutlich verbessern: Neue DFG-Forschungsgruppe zum 3D-Strahlungstransport gestartet.
Wolken in 3D sollen Klimamodelle deutlich verbessern: Neue DFG-Forschungsgruppe zum 3D-Strahlungstransport gestartet.
… Bedeckungsgrad, Wolkentyp und mikrophysikalischen Eigenschaften, die bisher weder von Satelliten noch von globalen Modellen ausreichend erfasst werden können.In der Satelliten-Fernerkundung und den Klimamodellen werden Wolken mangels genauerer Informationen vereinfacht als homogene Objekte dargestellt. Seit Jahrzehnten ist jedoch bekannt, dass diese …
Bild: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt erzielt beträchtliche Energieeinsparung mit Server-Cluster von Dell
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt erzielt beträchtliche Energieeinsparung mit Server-Cluster von Dell
Frankfurt am Main, 11. Mai 2009 - Das Institut für Methodik der Fernerkundung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Dell mit der Implementierung einer umfassenden Server-Cluster-Lösung beauftragt. Damit spart dieses DLR-Institut bis zu 5.000 Euro an Energiekosten pro Jahr. Das Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) des DLR hat …
Wenn Boden unter Beton verschwindet
Wenn Boden unter Beton verschwindet
… ist eine Fläche mit Beton versiegelt, die acht Mal so groß ist wie der Bodensee: Das kam bei einer Studie heraus, die der Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Würzburg im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt durchgeführt hat. --- Wo Straßen, Häuser oder Industrieanlagen entstehen, verschwinden große Teile des Bodens unter Beton, Asphalt …
Bild: Von Waldinventur bis moderne Vermessungsmethoden
Von Waldinventur bis moderne Vermessungsmethoden
… (RSGS) und weiteren acht Firmenpräsentationen und Praxispartnern diesen Bereich der IT-Lösungen vorstellen und erläutern, wie die forstliche Fernerkundung mittels Multikopter (Drohnen mit mehreren Propellern) oder Flächenflüglern (dem Beispiel eines Flugzeuges folgend) funktioniert. Pressekontakt: Johanna Köhle Leiterin Hochschulkommunikation Tel.: …
Quantum Battery Metals optimiert und schließt die Planung des Arbeitsprogramms bei Hooks ab
Quantum Battery Metals optimiert und schließt die Planung des Arbeitsprogramms bei Hooks ab
… Kupferkonzession im kanadischen Neufundland, abgeschlossen hat. Das Unternehmen gibt an, dass das Explorationsprogramm Mitte September 2023 durchgeführt werden soll und eine Fernerkundung umfasst, wobei modernste Fernerkundungssatellitentechnologie zum Einsatz kommt, um ein bedeutendes Mineralpotenzial an diesem Standort zu entdecken und zukünftige Ziele …
IEEE: Modernste Fernerkundungstechnologien für den Katastrophenschutz
IEEE: Modernste Fernerkundungstechnologien für den Katastrophenschutz
… die Überwachung der Ökosysteme und Artenvielfalt auszubauen Der weltweit größte technische Berufsverband IEEE und seine Mitglieder wenden modernste Technologien aus dem Bereich der Fernerkundung an, um Veränderungen auf der Erdoberfläche, in der Atmosphäre sowie unter Wasser zu beobachten und zu dokumentieren. Durch die verbesserte Erdbeobachtung ist …
Bild: Hochschule Anhalt erweitert Forschungsinfrastruktur: Neues DFG-Großgerät
Hochschule Anhalt erweitert Forschungsinfrastruktur: Neues DFG-Großgerät
… Datensätze auswerten und Modelle iterativ verbessern, profitieren von der parallelen Rechenleistung der GPUs.Konkrete Anwendung in der LandwirtschaftEin Beispiel aus der Fernerkundung zeigt den praktischen Nutzen: Forschende arbeiten hier mit hyperspektralen Bilddaten aus der Landwirtschaft. Diese speziellen Hyperspektralkameras erfassen nicht nur die …
Fernerkundung und Datenfusion in urbanen Gebieten
Fernerkundung und Datenfusion in urbanen Gebieten
… ein sehr hoher Bedarf an Information über diesen Raum, so genannter Geoinformation. Die Erfassung der Geoinformation erfolgt in großem Umfang mit Methoden der Fernerkundung, die Bildaufnahmen von Luft- und Raumfahrzeugen aus einsetzt. In urbanen Gebieten trifft diese auf besondere Herausforderungen, da aufgrund der hier vorhandenen vielfältigen Gebäude- …
Sie lesen gerade: Land in Sicht: Innovatives System für die Fernerkundung