(openPR) Die “CoNet” - Verbrauchergenossenschaft ist insolvent. “Clan-Kriminalität” lautet der Vorwurf. Die Schuldigen sind in Haft. Eigentlich könnte man tief durchatmen und zur “Tagesordnung” übergehen. Was jetzt - wie in ähnlichen Fällen geschehen - kommt, ist die Reaktion des Staates auf diese Lage. Wir würden prognostizieren:
- Der Staat verschärft die “Spielregeln”. Dazu gehören wohl auch für die (genossenschaftlichen) Prüfungsverbände entsprechend erhöhte Auflagen.
Aber ändert diese Handlungsweise wirklich etwas an dem bereits jetzt im Deutschland - im Vergleich zu anderen EU-Staaten - bestehenden Grundproblem ? Nein, es verschärft das Problem eher: Deutschland liegt bereits jetzt - im EU-Vergleich - auf einem “Abstiegsplatz". Würden wir Deutschland z.B. mit Frankreich vergleichen, müsste es in Deutschland ca. 25.000 Genossenschaften geben, es gibt aber nur ca. 8000 (!).
Wer den Fall “CoNet” auf den strafrechtlichen Teil reduziert, hat nicht begriffen, worum es wirklich geht:
- Es geht um Selbstorganisation.
Deshalb nutzen wir auch lieber den Begriff “MitUnternehmer”, weil der Begriff “Mitglied” nur wenig, wenn überhaupt, mit “Verantwortung” und “Identifikation” zu tun hat. Das hat CoNet deutlich gezeigt: Man überließ einer “Gruppe” (als “Clan” bezeichnet) die “Regie” und beschränkte sich auf “Zuschauen”, statt “Mitmachen” und “Mitgestalten”.
Der Fall CoNet könnte uns aufgerüttelt haben, den Bereich “Selbstorganisation der Wirtschaft” endlich zu modernisieren. Dafür helfen uns keine weiteren (staatlichen oder verbandlichen) Reglementierungen, dazu bedarf es des entsprechenden politischen Willens.
Nur wenn man die Mit-Wirkungs- u. Mit-Gestaltungsbereitschaft der Menschen befördert, statt weiter auf “Kontrolle” und “Sanktionen” zu setzen, werden Genossenschaften ähnlich attraktiv und nehmen zahlenmäßig zu, wie andere EU-Staaten dies erfolgreich vorweisen. Dass sich “Clan-Mentalität” in einer "Genossenschaft der MitUnternehmer “einschleichen” und “halten” könnte, ist unwahrscheinlich. So etwas geht nur, wenn Mitglieder von “einer” statt “meiner” Genossenschaft denken und entsprechend handeln (besser: nichthandeln).
Genossenschaftsmitglieder, die sich als “MitUnternehmer” sehen und verstehen, hätten längst entsprechende Konsquenzen gezogen: Die Gremien wären andere geworden, “Clans” wären dort “undenkbar”.
Die richtige Konsequenz aus dem “CoNet-Fall" wären:
- Stärkung der Selbstorganisation!
So, wie Unternehmensgründer staatliche Fördermittel beantragen können, sollten auch MitUnternehmer darin einbezogen werden.
Der “Fall CoNet" sollte herausfordern, die “Selbstorganisation” zu stärken. Nicht mehr Kontrolle (Staat, Verbände) ist die Lösung, sondern mehr Mut und Bereitschaft der Menschen, (Selbst-)Verantwortung zu übernehmen. Andere EU-Staaten zeigen uns, dass dies geht und wie das geht.
Und diese EU-Staaten sind erfolgreich dabei, was man von Deutschland (noch) nicht behaupten kann, denn wir liegen - wie gesagt - auf einem “kooperativen Abstiegsplatz”.
Aus “CoNet” lernen, heißt jetzt die Selbstorganisationsfähigkeit und -Bereitschaft" zu stärken. MitUnternehmer statt (nur) Mitglieder wäre ein Schritt in die richtige Richtung.











