openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Wann schlägt eine Immuntherapie an?

09.01.2024 • 12:00 Uhr • Gesundheit & Medizin

(openPR) Forscher nehmen die CAR-T-Zell-Therapie genau unter die Lupe

Essen (age) - Schlägt die Chemotherapie bei Patienten mit einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom nicht an oder kommt der Krebs zurück, muss das Behandlungsteam weitere Therapiepfade in Betracht ziehen. Wo früher nur eine höher dosierte Chemo- oder eine Stammzelltherapie in Frage kamen, wird seit wenigen Jahren eine sogenannte CAR-T-Zell-Therapie angewendet. Damit lassen sich zwar mehr Patienten als mit den bisherigen Ansätzen erfolgreich behandeln, eine Forschergruppe am Universitätsklinikum Essen will die Heilungschancen aber noch weiter verbessern. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirkmechanismen der CAR-T-Zellen genauer zu verstehen und wird für ihre Forschungsarbeiten mit rund einer Million Euro von der Deutschen Krebshilfe unterstützt.
 

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste Lymphomerkrankung bei Erwachsenen. Dabei führt eine Genveränderung in Immunzellen dazu, dass diese sich unkontrolliert vermehren und einen Tumor bilden. Heutzutage können etwa 65 Prozent der DLBCL-Patienten mit Hilfe einer Chemotherapie langfristig geheilt werden. Wenn diese allerdings nicht anschlägt oder ein Patient einen Erkrankungsrückfall erleidet, wird auf eine höhere Dosierung oder eine Stammzelltherapie zurückgegriffen. Seit einigen Jahren kann aber in solchen Fällen auch eine CAR-T-Zell-Therapie eingesetzt werden. Sie steigert die Heilungschancen der Patienten, jedoch gelingt selbst mit dieser modernen Methode eine erfolgreiche Behandlung in nur weniger als der Hälfte der Fälle.

T-Zellen sind Immunzellen, die kranke körpereigene Zellen zerstören. Lymphomzellen, wie auch die Zellen vieler anderer Krebsarten, sind allerdings oft in der Lage, sich vor dem Immunsystem zu verbergen. Das Ziel der CAR-T-Zell-Therapie ist es, die T-Zellen eines Patienten auf gentechnische Weise so zu verändern, dass sie die Tumorzellen dennoch identifizieren können. Was dafür im Labor passiert, ist Hightech: Aus dem Blut eines Patienten werden T-Zellen herausgefiltert und mit dem sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet. Dieser kann an bestimmte Moleküle auf der Oberfläche von Tumorzellen andocken. Nachdem die CAR-T-Zellen dem Patienten wieder übertragen wurden, vermehren sie sich und bekämpfen den Tumor.

Professor Dr. Christian Reinhardt verfolgt mit seinem Team an der Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Essen mehrere Ansätze, um die Wirkung der CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit DLBCL zu verbessern. Als „lebendes Arzneimittel“ durchlaufen CAR-T-Zellen eine Vielzahl biologischer Prozesse wie beispielsweise Wachstum, Ausbreitung und Zelltod. Die Essener Wissenschaftler untersuchen, welche Gene und Signalwege diese Prozesse beeinflussen, um besser zu verstehen, wann eine CAR-T-Zell-Therapie erfolgreich ist und wann nicht. Auch bieten diese Mechanismen potenzielle Ziele für Kombinationstherapien. Dabei werden zusätzliche Medikamente verabreicht, um die therapeutische Wirksamkeit der CAR-T-Zellen zu erhöhen. Auf diese Weise könnte beispielsweise das Wachstum der CAR-T-Zellen beschleunigt oder die Zerstörung von Tumorzellen gestärkt werden. Das Team von Professor Reinhardt ist auf das umfangreiche Vorhaben gut vorbereitet: „Dieses Projekt baut auf unseren Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre auf, sowie auf unser klinisches DLBCL-Programm, in dem wir pro Jahr über 40 Patienten mit einer CAR-T-Zell-Therapie behandeln.“, so Reinhardt.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt im Rahmen ihres „Exzellenzförderprogramms für etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“. Dieses Programm richtet sich gezielt an Wissenschaftler, die bereits erfolgreich in der onkologischen Forschung arbeiten. Die geförderten Projekte sollen dabei innovativ, aber auch „gewagt“ sein und das Potential haben, die Krebsmedizin einen entscheidenden Schritt voranzubringen. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betont die Bedeutsamkeit des Forschungsvorhabens: „In den letzten Jahren haben CAR-T-Zell-Therapien unser Behandlungsarsenal im Kampf gegen den Krebs revolutioniert. Mit der Förderung des Projekts von Professor Reinhardt, der ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist, wollen wir weitere wichtige Erkenntnisse für die Patientenversorgung gewinnen.“

Interviewpartner auf Anfrage! 

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1256122
 815

Pressebericht „Wann schlägt eine Immuntherapie an?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe

Bild: Lass mal checkenBild: Lass mal checken
Lass mal checken
Nationale Krebspräventionswoche startet Informationsoffensive zur Krebsfrüherkennung _Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG)_ In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Personen an Krebs. Etwa ein Drittel davon betrifft Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebsgesellschaft starten daher mit der Nationalen Krebspräventionswoche 2026 (21. bis 27.9.) eine Frühe…
Bild: Durchbruch bei der Therapie von Hochrisiko-Leukämie im Kindesalter
Durchbruch bei der Therapie von Hochrisiko-Leukämie im Kindesalter
Immuntherapie senkt Rückfälle und reduziert schwere Nebenwirkungen der Chemotherapie deutlich Für Kinder mit einer besonders risikoreichen Form der akuten lymphatischen Leukämie und hohem Rückfallrisiko eröffnen sich deutlich bessere Heilungschancen: In einer großen internationalen Studie konnte ein Teil der bislang etablierten intensiven Chemotherapie durch eine Immuntherapie ersetzt werden, die körpereigene Abwehrzellen gegen die Leukämie nutzt. Dadurch ging die Zahl der Rückfälle nahezu um die Hälfte zurück, zugleich traten deutlich wenig…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Laktobazillen beugen Erdnussallergien vorBild: Laktobazillen beugen Erdnussallergien vor
Laktobazillen beugen Erdnussallergien vor
Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen. Die Forscher kombinierten eine orale Immuntherapie mit Probiotika vom Typ der Laktobazillen. Die (spezifische) Immuntherapie gehört seit einigen Jahren auch bei Nahrungsmittelallergien zu den möglichen Therapien. Damit lässt sich bei vielen Patienten …
Neue Biomarker sagen Erfolg von Immuntherapie gegen Krebs  voraus
Neue Biomarker sagen Erfolg von Immuntherapie gegen Krebs voraus
Ob Krebspatienten auf eine Immuntherapie positiv ansprechen werden, lässt sich bereits vorgängig im Blut nachweisen. Forschende der Universität Zürich haben entsprechende Biomarker identifiziert. Patienten, bei denen die Therapie nicht wirkt, können frühzeitig mit anderen Methoden behandelt werden. --- Mit einer Immuntherapie kann bereits heute der schwarze …
Bild: Metastasen festgestellt: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die Krebstherapie nicht mehr ausreichend wirkt?Bild: Metastasen festgestellt: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die Krebstherapie nicht mehr ausreichend wirkt?
Metastasen festgestellt: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die Krebstherapie nicht mehr ausreichend wirkt?
IMMUMEDIC erweitert sein Informationsangebot zu Metastasen, Immuntherapie und individuellen Therapieoptionen bei fortgeschrittenen KrebserkrankungenDie Diagnose von Metastasen verändert die Behandlungssituation für Krebspatientinnen und Krebspatienten häufig grundlegend. Besonders viele Fragen entstehen, wenn eine Erkrankung trotz Operation, Chemotherapie, …
Bild: Neue Therapien für PollenallergikerBild: Neue Therapien für Pollenallergiker
Neue Therapien für Pollenallergiker
… Therapien, Rehabilitation und Arbeitsausfälle. Die Behandlungsansätze werden daher immer gezielter und setzen auf Prävention von Folgeerkrankungen. In der spezifischen Immuntherapie von Pollenallergien findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt: Die Kurzzeit-Hyposensibilisierung direkt vor der Pollensaison und die sublinguale Immuntherapie werden als …
Bild: Immer mehr Ärzte und Heilpraktiker setzen auf die MikroimmuntherapieBild: Immer mehr Ärzte und Heilpraktiker setzen auf die Mikroimmuntherapie
Immer mehr Ärzte und Heilpraktiker setzen auf die Mikroimmuntherapie
(Berlin, 12. November 2018) Während die Immuntherapie in der medizinischen Fachwelt aktuell in aller Munde ist, da sie gerade in Bezug auf die Behandlung von Tumorerkrankungen Potenzial verspricht, verzeichnet auch die auf ähnlichen Prinzipien basierende Mikroimmuntherapie (MIT) einen Aufschwung. Knapp 50 Jahre nach der Entwicklung der MIT, wenden allein …
Bild: Zwei große Erfolge für Greifswalder Kinderonkologen
Zwei große Erfolge für Greifswalder Kinderonkologen
Immuntherapie des Neuroblastoms erhält erstmals Marktzulassung DFG unterstützt auch künftig Greifswalder Neuroblastom-Forschung Wissenschaftler forschen an einem Impfstoff gegen Krebszellen --- In den letzten Jahren hat sich die kinderonkologische Abteilung der Universitätsmedizin Greifswald als eines der führenden Zentren im Bereich der Neuroblastom-Behandlung …
Bild: Gesund, vital und aktiv: Immuntherapie schützt vor Krankheit im Alter
Gesund, vital und aktiv: Immuntherapie schützt vor Krankheit im Alter
… bewiesen: Ab dem 40. Lebensjahr lässt die Kraft des Immunsystems allmählich nach. Eine häufige Folge sind Krankheiten, die in früherem Alter kaum vorkommen. Die Immuntherapie mit Thymuspeptiden kann wirksam dazu beitragen, bis ins hohe Alter gesund und vital zu bleiben. Forscher bezeichnen das Phänomen als Immunoseneszenz: Mit zunehmendem Alter findet …
Bild: Laktobazillen beugen Erdnussallergien vorBild: Laktobazillen beugen Erdnussallergien vor
Laktobazillen beugen Erdnussallergien vor
Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen. Die Forscher kombinierten eine orale Immuntherapie mit Probiotika vom Typ der Laktobazillen. Die (spezifische) Immuntherapie gehört seit einigen Jahren auch bei Nahrungsmittelallergien zu den möglichen Therapien. Damit lässt sich bei vielen Patienten …
Apeiron schließt Lizenzdeal für Antikörper zur Krebs-Immuntherapie ab
Apeiron schließt Lizenzdeal für Antikörper zur Krebs-Immuntherapie ab
… begonnenen Initiative zur Kommerzialisierung von APN311 Apeiron Biologics AG (Apeiron) gab heute den Abschluss eines ersten Lizenzabkommens für seine Antikörper-basierte Krebs-Immuntherapie APN311 bekannt. APN311 wird zur Behandlung einer besonders aggressiven Form des kindlichen Neuroblastoms entwickelt. Vor Kurzem initiierte Apeiron eine weltweite …
Deutsche Krebshilfe ehrt herausragende Forscher
Deutsche Krebshilfe ehrt herausragende Forscher
Deutsche Krebshilfe Preis für Verdienste in der Immuntherapie vergeben Bonn (gb) –Anlässlich des Welt-Krebstages verleiht die Deutsche Krebshilfe am 4. Februar 2014 im Rahmen eines Festaktes den Deutsche Krebshilfe Preis 2013. Geehrt werden die beiden Wissenschaftler Professor Dr. Hans-Jochem Kolb und Professor Dr. Hans-Georg Rammensee für ihre richtungsweisenden …
Sie lesen gerade: Wann schlägt eine Immuntherapie an?