openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Nicht nur bei Hodentumoren an den Fertilitätserhalt denken

14.06.202313:38 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) DGA appelliert: Aufklärung über Kryokonservierung muss alle Menschen erreichen

Der Schock einer potenziell tödlichen Krebsdiagnose, das möglicherweise junge Alter der Betroffenen, Scham sowie Unsicherheit über die Kostenübernahme: Es gibt viele Gründe, warum die Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen und von Eierstock- oder Hodengewebe bisher längst nicht alle Patient:innen erreicht. Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA) setzt sich für mehr Aufklärung der Öffentlichkeit, aber auch von Ärztinnen und Ärzten, ein und verweist auf die Leitlinie zum Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen, die Betroffenen und Behandlern konkrete Orientierungshilfe bietet.

Die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Androlog:innen, die im Rahmen der Reproduktionsmedizin die Fruchtbarkeitsstörungen aufseiten des Mannes erforschen und behandeln, will der Fertilitätsprotektion in ihrer ganzen Bandbreite mehr Aufmerksamkeit verschaffen. "Im Falle einer Krebserkrankung tritt der Gedanke an einen späteren Kinderwunsch oft in den Hintergrund. Besonders für betroffene Kinder und Jugendliche sowie junge Krebspatienten zwischen 18 und 39 Jahren, die heute zu 80 Prozent geheilt werden können, bedeutet das eine verpasste Chance auf ein normales Leben mit der Aussicht auf eine eigene Familie", so DGA-Pressesprecher Dr. Christian Leiber-Caspers. "Bei Hodentumoren ist das Bewusstsein für den notwendigen Fertilitätserhalt eher vorhanden. Tatsächlich bergen Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung auch bei zahlreichen anderen Krebserkrankungen ein hohes Risiko für die Spermienqualität oder die Erektionsfähigkeit und können zeugungsunfähig machen", erklärt Dr. Leiber-Caspers. Fertilitätserhaltende Maßnahmen sollten deshalb wann immer möglich vor dem Beginn der Krebstherapie ergriffen werden. Beim Mann geht es vorrangig um die Kryokonservierung, also das Einfrieren und Lagern, von Spermien, die aus dem Ejakulat oder mithilfe der sogenannten testikulären Spermienextraktion aus dem Hodengewebe - in den Fällen, in denen keine Spermien im Ejakulat vorhanden sind - gewonnen werden.

Neben Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter und Hodentumoren, die vor allem junge Männer betreffen, bedroht die Behandlung von Prostata-, Blasen- oder Peniskarzinom die Fruchtbarkeit der Patienten. Trotz des höheren Erkrankungsalters kann auch bei diesen Männern der Wunsch nach Fertilitätsprotektion bestehen. Ebenso kann die Behandlung von Anal- und Rektumkarzinomen (Darmkrebs), von Blutkrebs, Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin- und Non- Hodgkin-Lymphomen) zu Unfruchtbarkeit führen. "Konkrete Handlungsempfehlungen für die Beratung und Anwendung von fertilitätserhaltenden Maßnahmen bei Präpubertären und Patienten:innen im reproduktiven Alter, die sich einer keimzellschädigenden Behandlung unterziehen müssen, bietet die Leitlinie zum Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen", sagt DGA-Präsidentin Prof. Dr. med. Sabine Kliesch. Sie ist Ko-Koordinatorin der interdisziplinären Leitlinie, die derzeit aktualisiert und in Kürze neu aufgelegt wird.

Wenig bekannt: Auch die Behandlung gutartiger Erkrankungen kann die Fruchtbarkeit bedrohen

"Auch die Behandlung gutartiger Erkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder auch eine Organtransplantation, kann aufgrund der angewandten und potenziell keimzellschädigenden Medikamente zu einer Fertilitätseinschränkung führen", betont die Chefärztin für Klinische und Operative Andrologie am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universitätsklinikum Münster. Sie appelliert: "Frühzeitige Aufklärung über die Möglichkeiten der Fertilitätsprotektion muss, angefangen bei Kindern und Jugendlichen, alle in der Gesellschaft erreichen und im Falle einer Erkrankung zum Standard bei der Therapieplanung und -beratung gehören".

Krankenkassen müssen die Kosten für die Kryokonservierung und Lagerung von Spermien, Hodengewebe und Eizellen erst seit 2021 übernehmen. Die vom Patienten über Jahre selbst zu tragenden Kosten habe auch, laut Prof. Kliesch, den breiten Einsatz fruchtbarkeitserhaltender Maßnahmen bisher verhindert. Ab Juli 2023 soll zudem die Kostenübername für die Kryokonservierung von Eierstockgewebe für Frauen ab der ersten Regelblutung erfolgen. "Aber die Kinder und Jugendlichen, die die Pubertät noch nicht durchlaufen haben, sind von den Fortschritten in der Medizin auch 2023 noch ausgeschlossen. Wer heute nichts einfriert, wird es morgen nicht nutzen können, es sei denn, er trägt die Kosten und Folgekosten selbst. Dies ist gerade für Tumorpatienten im Kindesalter bitter, denn die Kryokonservierung von kindlichen Stammzellen im Hoden und unreifen Eizellen sind existierende experimentelle Verfahren, die langfristig in die Klinik überführt werden", kritisiert die DGA-Präsidentin.

Medienvertreter:innen haben auf dem Kongress des Dachverbands Reproduktionsbiologie und -medizin e.V. (DVR) im September 2023 in Bonn Gelegenheit, sich rund um die Reproduktionsmedizin und die medizinischen Optionen der assistierten Reproduktion zu informieren. "Journalist:innen sind auf den wissenschaftlichen Veranstaltungen des Kongresses herzlich willkommen", so der Pressesprecher der DGA, die ihre 35. Jahrestagung unter dem Dach des DVR-Kongresses abhält und für das Jahr 2023 ein Forschungsstipendium in Höhe von 10.000 € zum Thema "Auswirkungen der modernen Lebensweise und/oder Umweltfaktoren auf die männliche reproduktive Gesundheit" ausgeschrieben hat. Bewerbungsschluss ist der 23. Juli 2023.

Kontakt:
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Andrologie e.V.
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm
Wettloop 36c
21149 Hamburg
Tel: 040 - 80205195
Fax: 040 - 79 14 00 27
Mobil: 0176 - 44 40 82 05
Mail: E-Mail
Internet: www.dg-andrologie.de


Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V./ Pressestelle
Frau Bettina Wahlers
Wettloop 36c
21149 Hamburg
Deutschland

fon ..: 040 80205195
fax ..: 040 79140027
web ..: http://www.dg-andrologie.de
email : E-Mail

Die DGA ist eine interdisziplinäre wissenschaftlich-medizinische Gesellschaft mit dem Ziel, die Andrologie sowohl als Forschungsgebiet als auch als klinisches Fach zu stärken, zu fördern und weiter zu entwickeln. Die DGA vertritt die Interessen aller mit andrologischen Fragestellungen befassten Fachgruppen. Andrologie umfasst die Physiologie und Pathologie der männlichen Fortpflanzungsfunktionen, sexualmedizinische und endokrinologische Aspekte auf Seiten des Mannes und die Problematik des alternden Mannes in Forschung und Klinik.


Pressekontakt:

Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V./ Pressestelle
Frau Bettina Wahlers
Wettloop 36c
21149 Hamburg

fon ..: 040 80205195
web ..: http://www.dg-andrologie.de
email : E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1246835
 745

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Nicht nur bei Hodentumoren an den Fertilitätserhalt denken“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Deutsche Gesellschaft für Urologie: Erste S3-Leitlinie Hodentumoren finalisiert
Deutsche Gesellschaft für Urologie: Erste S3-Leitlinie Hodentumoren finalisiert
… berücksichtigt die Leitlinie therapiebedingte Spätfolgen und Langzeitschäden wie den Testosteronmangel oder kardiovaskulären Risiken und legt besonderes Augenmerk auf den Fertilitätserhalt. "Spätestens vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie soll den Patienten die Kryokonservierung von Spermien angeboten werden", sagt die DGU-Leitlinienkoordinatorin …
Immunabwehr gegen Hodenkrebs
Immunabwehr gegen Hodenkrebs
Team der Universitäten Gießen und Monash (Australien) erforscht immunologische Behandlungsmöglichkeiten von Hodentumoren – Mögliche Alternativen zur Chemotherapie --- Hodenkrebs gehört bei Männern zwischen 20 und 45 Jahren zu den häufigsten Krebserkrankungen. Zwar ist Hodenkrebs bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung in 95 Prozent der Fälle heilbar. …
Bild: Deutsche Gesellschaft für Urologie schreibt „Medienpreis Urologie 2015“ ausBild: Deutsche Gesellschaft für Urologie schreibt „Medienpreis Urologie 2015“ aus
Deutsche Gesellschaft für Urologie schreibt „Medienpreis Urologie 2015“ aus
… die gutartige Prostatavergrößerung oder Tumorerkrankungen von Blase, Niere und Prostata. Ebenso gefragt sind zum Beispiel Beiträge über Prävention, Männergesundheit, Fertilitätserhalt bei Krebserkrankungen, aber auch über gesellschaftlich kontrovers diskutierte Fragen etwa zu Früherkennungsuntersuchungen auf Prostatakrebs, zu Organ-, speziell Nieren-, …
Bild: Paracetamol: Aktuelle Warnung vor der Einnahme in der SchwangerschaftBild: Paracetamol: Aktuelle Warnung vor der Einnahme in der Schwangerschaft
Paracetamol: Aktuelle Warnung vor der Einnahme in der Schwangerschaft
… (Kryptorchismus) nach neuen Studienergebnissen. Bei den Betroffenen kann dies später zu einer verminderten Zeugungsfähigkeit und erhöhtem Risiko für das Auftreten von bösartigen Hodentumoren führen. Die Spermienanzahl und Spermienvitalität im späteren Leben können reduziert werden. Die kombinierte Einnahme von zwei Schmerzmitteln bei Schwangeren war mit …
Kinderwunsch und Krebs
Kinderwunsch und Krebs
… Eierstöcken, die bis zum vollständigen Verlust der Fertilität führen können. Mit Hilfe der modernen Reproduktionsmedizin konnten in den letzten Jahren Techniken zum Fertilitätserhalt entwickelt werden. Hierzu gehören z.B. das Einfrieren von befruchteten und unbefruchteten Eizellen sowie von Eierstockgewebe oder die operative Versetzung der Eierstöcke …
Albertinen-Krankenhaus: Zertifizierte Qualität im Hodenzentrum
Albertinen-Krankenhaus: Zertifizierte Qualität im Hodenzentrum
… dass die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum tatsächlich die größtmögliche Erfolgsaussicht bietet. Im Albertinen-Hodenzentrum Hamburg werden jährlich rund 50 Patienten mit Hodentumoren behandelt. Damit gehört das Albertinen-Hodenzentrum zu den größten Zentren seiner Art in Deutschland. Ärztlicher Leiter des Hodenzentrums ist Prof. Dr. Klaus-Peter …
Ein Urologe mit vielen Zusatzqualifikationen
Ein Urologe mit vielen Zusatzqualifikationen
… Harnblase, Harnröhre) bei Kindern und Erwachsenen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung der bösartigen Erkrankungen (vor allem Nieren-, Harnblasen-, Prostata- und Hodentumoren). Hier beinhaltet das Spektrum der Klinik neben der Vor- und Nachsorge sowie der Tumorchirurgie auch die organerhaltenden Behandlungsverfahren, die ambulante und …
Ärztliche Zweitmeinung verbessert Therapieverlauf
Ärztliche Zweitmeinung verbessert Therapieverlauf
… Universitätsklinikum Charité in Berlin. Schrader hat so genannte Zweitmeinungszentren für eine Studie genutzt. Diese Zentren sind Mitglied der Deutschen Studiengruppe zu Hodentumoren und nahezu an allen Universitätskliniken in Deutschland vertreten. Die an der Studie beteiligten niedergelassenen Urologen verpflichteten sich, jeden diagnostizierten Hodenkrebs-Fall …
Bild: Therapieresistenter Hodenkrebs im FokusBild: Therapieresistenter Hodenkrebs im Fokus
Therapieresistenter Hodenkrebs im Fokus
… EntstehungDottersacktumoren treten oft als Mischtumoren in Kombination mit anderen Hodenkrebsarten auf. Dabei können sich die Tumorzellen aus den Zellen anderer, gut behandelbarer Hodentumoren entwickeln. Die dahinterstehenden Mechanismen sind jedoch kaum erforscht – das soll sich jetzt ändern. Die Deutsche Krebshilfe fördert daher ein Forschungsprojekt …
Bild: 69. Urologen-Kongress: Einladung zu Pressekonferenz und ÖffentlichkeitsforumBild: 69. Urologen-Kongress: Einladung zu Pressekonferenz und Öffentlichkeitsforum
69. Urologen-Kongress: Einladung zu Pressekonferenz und Öffentlichkeitsforum
… Kampagne: die Handball-Rekordnationalspieler Uli und Michael Roth, die beide durch rechtzeitige Diagnosestellung von ihrem Prostatakarzinom geheilt wurden. Mit dem Zweitmeinungsportal Hodentumoren, der Entscheidungshilfe für Patienten mit Prostatakarzinom und den Urologischen Themenwochen werden weitere aktuelle Projekte aus dem umfangreichen Portfolio …
Sie lesen gerade: Nicht nur bei Hodentumoren an den Fertilitätserhalt denken