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Kommentar des Songtexters Sutter zur "Layla-Affaire"

26.07.202211:25 UhrKunst & Kultur
Bild: Kommentar des Songtexters Sutter zur "Layla-Affaire"
Songtexter Andreas A. Sutter erläutert seinen Standpunkt (© Sutter privat)
Songtexter Andreas A. Sutter erläutert seinen Standpunkt (© Sutter privat)

(openPR) Ich finde es erstaunlich, an wie vielen Stellen in unserer Presselandschaft ich Berichterstattungen zur - ich nenne es mal Layla-Affaire - finde. Hat unser Land grad’ keine anderen Probleme, als sich so intensiv (u. a.mit Aufführungsverboten) mit diesem Lied zu beschäftigen? Obwohl ich zugeben muss, dass ich etwas neidisch bin, denn als professioneller Textdichter habe auch ich Ballermann-Texte verfasst (Nr. 38 EIN KLEINER DIEB, Nr. 49 BALLERMANN, Nr. 75 SCHATZ, Nr. 120 VALENTINA und Nr. 134 ÖSTROGENE IM ANFLUG - alle zu finden unter was.de) - allesamt zwar auch ballermanngeeignet bzw. speziell für dieses Genre schrieben, aber dennoch mit mehr Inhalt, Story, Tiefe (natürlich …) ?. Ich habe also 3,15% meiner bisherigen Texte diesem Genre gewidmet und schäme mich dafür kein bisschen! Nicht mal für den redaktionellen Hinweis unter der Nr. 38. Aber zurück zum Thema: Würden meine Texte hier und da verboten, wäre ich glücklich, denn dann würde sie bald jeder kennen. 

Es gibt klassische Musik für die Bildungselite,

es gibt leichte Musik für Kinder

es gibt zahlreiche Genres für die Mittelschicht

und es gibt die sogenannte Ballermann-Mucke für das frauenverachtende Proletariat.

(... ja, ja, natürlich gibt es noch ganz viel mehr Musik …)

Wenn es keine Blasphemie ist, keine Gewaltverherrlichung und kein Aufruf zur Verübung von Straftaten, dann darf in Deutschland jeder singen und hören, was er gerne möchte. Insofern bedient die Musikindustrie neben den Mainstream auch jede Nische und das ist auch gut so, denn wir sind ein freies Land in dem man jede Musik hören und mitsingen darf. Und keiner muss sich in diesem Zusammenhang mit etwas befassen, was ihm nicht gefällt, aber allseitige Toleranz wäre schon wünschenswert, und wenn die Musik an manchen Stellen auch noch so flach ist … Oder regt sich unsere Bildungselite etwa darüber auf, wenn Vertreter aller (!) Schichten frauenverachtende Songtexte und ebensolche Büttenreden auf karnevalistischen Herrensitzungen geniessen? Oder wenn es im neuen Hausfrauenroman von Machos nur so wimmelt? Wenn ein schnorriger Kommissar im Fernsehen Frauen über den Mund fährt? Muss man nicht alles gut finden, aber abfinden sollte man sich mit dem, was man eh nicht wird ändern können (und ein Sorry an Frau Heidenreich, die sich anerkennenswert ausdauernd bemüht, aber ganz in den Griff bekommt auch sie es nicht!). 

In diesem Sinne, genießen wir unser Leben und gestehen das auch anderen zu!

Andreas A. Sutter, Velbert

P. S.: Aber vielleicht liest ja jemand meine hier genannten Ballermann-Texte und versuchen dann, sie auf den Index setzen zu lassen - fänd' ich klasse!

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