(openPR) Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – dieser alte Spruch ist in vielerlei Hinsicht richtig. Sehr häufig trauen Menschen eher dem, was sie sehen, als dem, was sie hören oder lesen. Nicht umsonst setzen Medien sehr auf Fotos und Filme - die Sprache der Bilder ist sehr mächtig. „Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen!“, so denken viele, wenn sie zum Beweis für einen Bericht beispielsweise die „passenden“ Filme präsentiert bekommen. Aber woher soll man eigentlich wissen, dass der Film oder das Foto zum Bericht gehört? Gerade in der aktuellen Situation, wo alle voller Bangen auf Nachrichten aus den Kriegsgebieten in der Ukraine warten, zeigt sich wieder, dass Falschmeldungen sehr schnell die Runde machen.
Das ist in der Tat nicht immer ohne weiteres feststellbar. Zunächst soll man natürlich nicht immer vom Schlimmsten ausgehen, sprich: davon, dass „die Medien“ einen grundsätzlich hinters Licht führen wollen und immer absichtlich falsche Nachrichten verbreiten. Doch Fake News gibt es – leider ist das auch zur Zeit wieder so. Die Berichterstattung zum Thema Krieg in der Ukraine hat wieder einige Leute dazu gebracht, Fake News zu verbreiten. „Vorsichtig zu sein, nicht blind jeder Neuigkeit zu vertrauen, ist durchaus sinnvoll“, so ein Bericht auf techpill.de.
Fake News oder nicht? Am besten die Fakten checken
Wer anfängt, sich mit diesem Thema zu befassen, stellt fest, dass es tatsächlich unglaublich viele Falschmeldungen gibt. Oft werden Bilder von Kriegsschauplätzen gezeigt, die in Wirklichkeit aus dem Archiv stammen. Oder sogar aus irgendeinem Computerspiel. Manchmal sind die gezeigten Filme, zum Beispiel von Explosionen, Schießereien oder zerstörten Häusern zwar echt, stammen aber aus einem völlig anderen Zusammenhang, wie man auch auf techpill.de lesen kann. Da werden Videos von Explosionen ins Netz gestellt, angeblich aus Mariupol in der Ukraine – und in Wahrheit zeigt der Film einen Blitzeinschlag in einem Kraftwerk, wie einige Twitter-User recherchieren konnten. Bis dahin war das Video mit der falschen Titulierung allerdings schon millionenfach aufgerufen worden.
Wer sich nicht sicher ist, ob er bei der Bilderflut aus den Newskanälen seinen Augen trauen kann oder nicht, der kann sich mit Hilfe bestimmter Online-Tools vergewissern, ob z.B. ein Video echt oder Fake ist.
Am zweiten Tag der russischen Invasion in die Ukraine wurde auch eine Reihe von manipulativen Bildern gesendet oder gepostet, die in Wirklichkeit ältere militärische Auseinandersetzungen dokumentieren. Doch als das verifiziert werden konnte, hatte sich das entsprechende Video schon millionenmal weiterverbreitet. Besonders ärgerlich ist es, wenn die gezeigten Bilder nicht mal real sind, sondern aus Computer-Kriegsspielen stammen. Für ungeübte Augen ist das tatsächlich schwer auseinanderzuhalten.
Faktenchecks: Einige Presse-Agenturen haben Listen mit Faktenchecks angelegt, die man sich anschauen kann. Darunter ist die australische Associated Press, RMIT/ABC, Agence France-Presse (AFP) und Bellingcat. So konnte AFP beispielsweise ganz aktuell widerlegen, dass ein Video, das kürzlich eine angebliche Explosion in der Ukraine zeigen sollte, schon viel älter ist: In Wirklichkeit zeigt sie die Explosion bei der Hafenkatastrope in Beirut 2020. Die deutsche Website correctiv.org bietet ebenfalls Faktenchecks an, um Fake News zu entlarven.
Metadaten prüfen: Um sicher zu sein, woher ein Bild oder Video stammt, kann man die entsprechende Datei herunterladen und sie mit Bildsoftware untersuchen. Ob man dabei auf die „üblichen Verdächtigen“ wie Adobe Photoshop zurückgreift oder einen Online-Metadaten-Viewer wie MetaData2Go verwendet, bleibt sich gleich. Wichtig ist lediglich, dass man mit Hilfe solcher Software die Metadaten über den Weblink des Bildes prüfen kann.
Mittlerweile ist es aber leider nicht unüblich, dass die Metadaten von Fotos oder Videos unkenntlich gemacht werden. Gerade in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram sucht man häufig vergeblich danach. Wer sich die Mühe machen möchte, kann versuchen, die Originaldatei anzufordern. Wenn es sich Fake handeln sollte, ist es allerdings fraglich, ob die Datei herausgegeben wird. Natürlich kann man dann wieder versuchen, auf Faktencheck-Plattformen nachzusehen, ob man das jeweilige Bild findet und was es wirklich zeigt.
Ungereimheiten ausfindig machen: Manchmal sind Uhren abgebildet, und die gezeigte Tageszeit stimmt gar nicht mit dem behaupteten Zeitpunkt überein. Häufig sieht man es schon am Lichteinfall oder an anderen Bilddetails, an falscher Ausrüstung, unpassenden Landschaften, ganz anderen Gebäuden als behauptet – wenn man sich ein wenig auskennt und ein geübtes Auge hat.
Bilder-Rückwärtssuche: Gerade bei Archiv- oder Symbolfotos ist die Bilder-Rückwärtssuche der passende Ansatz. Oft wundert man sich, wenn man das Bild bei Google Images oder TinEye eingibt und mit Hilfe der „umgekehrten Bildersuche“ feststellt, dass das Bild aus völlig anderen Zusammenhängen stammt. 100-prozentige Sicherheit gibt es allerdings selten, das ist auch ein einem Experten-Artikel auf techpill.de nachzulesen. Schließlich können Bilder bearbeitet oder gespiegelt worden sein, was die Identifizierung erschwert.
Lieber einmal mehr zögern als sofort alles zu glauben
Wer unsicher ist, ob Filme oder Bilder, die in den Nachrichten auftauchen, tatsächlich zum gesendeten oder gedruckten Beitrag gehören, der sollte lieber vorsichtig sein. Solange man es nicht genau weiß, ist es besser, nachzufragen. Das gilt natürlich nicht nur für das Bildmaterial, sondern auch für die dazugehörigen Nachrichtentexte. Bestimmte Programme wie Forensically helfen, hinter die wichtigen Details zu kommen, die das jeweilige Bild ausmachen: Wer ist der Fotograf? Ist das Bild nachträglich bearbeitet worden oder wirklich das Original? Oder wurde es aus dem Zusammenhang gerissen und mit einer nicht dazugehörigen Nachricht versehen?
Dass es nicht immer einfach ist, die Wahrheit herauszufinden, sieht man schon daran, dass selbst die großen Plattformen wie Twitter oder Facebook manchmal News wieder aus dem Netz nehmen müssen. Dann nämlich, wenn sich mal wieder herausgestellt hat, dass jemand „Fake News“ verbreiten wollte.
Und, so bitter der derzeitige Krieg Russlands gegen die Ukraine auch ist: Auch hier gilt, dass man nicht allem einfach so vertrauen sollte, was einem vor die Augen kommt. Es könnte stimmen – aber eben auch nicht.
Genauere Infos zum Thema gibt es hier:
https://techpill.de/wie-sich-fake-videos-zum-ukraine-krieg-auf-social-media-verbreiten/
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