(openPR) Eigentlich hatte sich der Pforzheimer Triathlon-Senior Manfred Klittich schon vor 3 Jahren nach zwei erfolglosen IRONMAN-Rennen vom Langdistanz-Triathlon verabschiedet. Ab 2017 ging er in der Altersklasse 80 nur noch bei Kurz- und Sprintdistanz-Rennen an den Start. So sollte es noch mindestens bis zur Altersklasse 85 weiter gehen.
Doch dann kam Corona und es wurden fast alle Wettkämpfe weltweit abgesagt. Doch es eröffneten sich neue Möglichkeiten. Wettkämpfe wurden sozusagen ins Internet verlagert. Auf der Plattform „IRONMAN Virtual Club“ wurden an den Wochenenden regelmäßig virtuelle Triathlon-Wettkämpfe angeboten. Als vorläufiger Höhepunkt der virtuellen Wettkampfserie 2021 wurde Mitte Mai ein IRONMAN 70.3-Wettkampf als „Championship Race“ ausgetragen. Dabei wurden auch 50 Startplätze für die reale IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft vergeben, die nach aktueller Planung am 18. September 2021 in St. George, Utah,USA stattfinden soll. Klittich faßte den Entschluß nun doch noch einmal die WM-Qualifikation zu versuchen.
Der Wettkampf fand in einem streng regulierter Modus statt, so daß alle Teilnehmer weitgehend gleiche Bedingungen hatten und eine „kreative“ Ergebnisbeeinflussung etwa durch Wahl von günstigen Streckenverläufen ausgeschlossen war. Für das Radfahren war für alle Teilnehmer die gleiche IRONMAN-Radstrecke der Radfahrer-Plattform ROUVY vorgeschrieben. Das heißt, alle Teilnehmer fuhren zuhause auf ihrem in eine sogenannte Smarttrainer eingespannten Rad die gleiche virtuelle Strecke. Das Laufen mußte im Freien Als Rund- oder Wendepunktstrechke stattfinden und der Streckenverlauf mußte mit GPS-Tracking nachgewiesen werden. Auch das Schwimmen war im Freiwasser als Rund- oder Wendepunktkurs mit GPS-Tracking zu absolvieren, wobei der Schwimmstart in einem Video aufgezeichnet werden mußte, um nachweisen zu können, daß tatsächlich geschwommen wurde und nicht etwa die Strecke mit einem Paddelboot zurückgelegt wurde. Die drei Aktivitäten mußten wie bei einem realen Rennen in der Reihenfolge Schwimmen, Radeln Laufen ausgeführt werden. Gewertet wurden dann die Nettozeiten der einzelnen Disziplinen, also ohne die von den individuellen Gegebenheiten abhängigen Wechselzeiten. Allerdings wurde die gesamte Wettkampfzeit auf 12 Stunden festgesetzt, um so den Athleten genügend Zeit für die Fahrt vom Freiwassergelände nach hause zum der über Internet mit der Virtualplattform verbundenen Fahrrad zu geben. Die verbliebene Zeitreserve konnte dann genutzt werden, um nach dem Wechsel vom Rad zum Laufen zum gewählten Start- und Zielpunkt der Laufstrecke zu kommen. Am Ende mußten alle Wettkampfdaten zur Überprüfung durch die Kampfrichter freigegeben werden.
Klittich beendete das Rennen in einer vorläufigen Nettozeit von 7:57:18 Stunden als 232ster unter 245 Finishern und Erster in der Altersklasse M80. Damit war allerdings die Qualifikation für die WM noch nicht sicher. Zuvor mußten die vorläufigen Ergebnisse noch einzeln vom Kampfgericht überprüft werden. Sechs Wochen nach dem Wettkampf erst standen die offiziellen Ergebnissen fest. Von den ursprünglich 232 Finishern kamen genau 100 Athleten, 75 Männer und 25 Frauen in Pool für die Vergabe der WM-Startplätze. Mindestens ein Startplatz wurde jeder Altersklasse zugeordnet. Damit hatte Klittich als ältester Teilnehmer den Startplatz sicher. Nun bleibt nur noch zu hoffen, daß das Rennen in der Wüste von Utah im September stattfinden kann.













