(openPR) Karl Hopf wurde am 26. März 1863 in Frankfurt als Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes geboren. Der gelernte Drogist war Artist und Hundezüchter, Lehrer und Weltmeister im Degenfechten, Heirats- und Darlehensvermittler, Zuhälter, Engelmacher und Masochist. Er wurde im Januar 1914 des mehrfachen Giftmordes aus Habgier an seinen Eltern, seinen drei Ehefrauen und seinen zwei Kindern angeklagt. Bei den Taten bediente er sich nicht nur des in die Geschichte als »Erbschaftspulver« eingegangenen Arsens, sondern auch damals schwer nachweisbarer Bakterien wie Rotz, Cholera und Typhus. Noch ins Krankenhaus brachte er seiner dritten Ehefrau Wally vermutlich mit tödlichen Rotzbazillen besprühte Blumen mit, um ihr Lebensende zu beschleunigen. In der Presse wurde dies als »neue wissenschaftliche Art des Mordens« beschrieben. Die infernalische, heimtückische Art und Weise dieser Taten erinnert an die tödlichen Verbrechen einer Lucusta oder der Adelsfamilie Borgia, berüchtigte Giftmischer früherer Zeiten.
Am 17. Januar 1914 wurde Karl Hopf in einem überregional aufsehenerregenden Indizienprozess durch das Königlich Preußische Landgericht in Frankfurt am Main zum Tode verurteilt. Verteidiger von Karl Hopf war der renommierte Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Hugo Sinzheimer, ein erklärter Gegner der Todesstrafe.
Maßgeblichen Erfolg an der Überführung von Karl Hopf hatte der Frankfurter Gerichtschemiker Dr. Georg Popp. Dieser galt als Pionier der mikroskopischen und naturwissenschaftlichen Forensik. Er war einer der ersten Forscher in Deutschland, die sich mit der Daktyloskopie beschäftigten. Mit neuesten wissenschaftlichen Methoden, u. a. durch vergleichende Untersuchungen an toten und lebendigen Hunden wies er in den exhumierten Leichen der Opfer die tödlichen Gifte nach. Selbst in der Leichenasche der verbrannten Mutter des Giftmörders gelang ihm weltweit zum ersten Male der Nachweis von Arsen.
Die Vollstreckung des Urteils erfolgte am 23. März 1914 im Gefängnis Frankfurt-Preungesheim mit dem Handbeil. Die Enthauptung wurde von dem damals bekannten Scharfrichter Carl Gröpler aus Magdeburg vorgenommen. Der »rote Richter«, der auch den Massenmörder Fritz Haarmann hingerichtet hatte, war einer der letzten Henker Deutschlands, die Enthauptungen noch mit dem Handbeil durchführten.
Von der ausgehenden Frankfurter Gründerzeit führt die Geschichte in das beginnende pulsierende 20. Jahrhundert dieser Stadt. Minutiös recherchiert und sehr lebendig schildert der Roman einen vielseitig talentierten Menschen, der mit bis dato wissenschaftlich nicht nachweisbaren Methoden mordete. Außerordentlich fesselnd wird die dramatische 7-tägige Gerichtsverhandlung, die Zeit Hopfs im Gefängnis und die Vollstreckung des Urteils historisch getreu beschrieben.
Frankfurter Giftmorde ist nach den »Heidelberger Mordsteinen« der zweite Roman von Thomas Schnepf, der in unserer Buchreihe »Der historische Fall« erschienen ist. Das Buch ist ab sofort im deutschen Buchhandel erhältlich.
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Thomas Schnepf
Frankfurter Giftmorde
Der historische Fall, Band 2
1. Auflage, 265 Seiten Umfang
ISBN: 978-3-935651-54-7
Ladenpreis: € 12,80
Weitere Informationen unter: https://der-historische-fall.de












