(openPR) Marianne-Strauß-Klinik richtet Medizinische Trainingstherapie ein
Starnberg – Kempfenhausen, 28. Februar 2021. Im Mittelpunkt der Medizinischen Trainingstherapie stehen Ausdauer, Koordination, Kraft und das eigene Gleichgewicht. Die neue Therapieeinheit soll ab April allen Patient*innen der Marianne-Strauß-Klinik zur Verfügung stehen. Das Besondere: Über das Training an speziellen Geräten können MS-Betroffene ihre Selbständigkeit und Lebensqualität erhöhen.
„Viele Studien beweisen, dass Patient*innen, die unter Multipler Sklerose leiden, durch angepasstes Koordinations-, Kraft- und Kraftausdauertraining bei Multipler Sklerose ihren Alltag besser bewältigen können“, erklärt Prof. Ingo Kleiter, Ärztlicher Leiter der Marianne-Strauß-Klinik. Seit mehr als dreißig Jahren werden in der Spezialklinik am Starnberger See MS-Patient*innen, auf hohem medizinischen und therapeutischen Niveau versorgt. Mit dem ganzheitlichen und interdisziplinären Therapiekonzept zählt das Behandlungszentrum in Kempfenhausen zu den wenigen Fachkliniken für Multiple Sklerose in Deutschland. Ab April ergänzt die „Medizinische Trainingstherapie“ (MTT) das komplexe, therapeutische Angebot.
„Die MTT hat in der Neurorehabilitation eine sehr große Bedeutung. Fehlende Kraft, Ausdauer und durch Paresen oder Fatigue bedingte Schwäche, erschweren Bewegungsabläufe und den Behandlungserfolg. Das bewirkt einen Teufelskreis mit weiteren körperlichen Begleiterscheinungen wie z.B. Einschränkungen des Herz-Kreislaufsystems, der Lungenkapazität und sich weiter entwickelnden Kräfteverlusten“, informiert Mandy Kerzendörfer-Gruhn. Sie leitet den gesamten Therapiebereich der Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen. „Ein Verlauf, wie ihn viele unserer Patient*innen erfahren“.
Multiple Sklerose ist als „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ bekannt, da die Symptome so vielfältig sind. Je nachdem welche Nerven betroffen sind, kann die Erkrankung Auswirkungen auf körperliche und geistige Fähigkeiten haben. Die „Fatigue“, die rasche Ermüdbarkeit oder Energielosigkeit, ist wohl das am weitesten verbreitete Symptom. „Mit der MTT setzen wir nicht nur auf körperlichen Trainingserfolg, sondern verfolgen eine ganzheitliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit und deutliche Erhöhung der Lebensqualität. In Studien wurde nachgewiesen, dass die Müdigkeit der Betroffenen abnimmt und ihre Stimmungslage ausgeglichener wird“. Ein gezieltes Ausdauertraining verschiebt sogar den Zeitpunkt des Ausbruchs der Fatigue deutlich nach hinten.
Die Medizinische Trainingstherapie kombiniert Gerätetraining mit Koordinations- und Gymnastikübungen. Ziel ist es, die Kraft und Kraftausdauer aller großen Muskelgruppen im Rahmen eines Ganzkörpertrainings zu fördern. Dabei werden nicht nur Mobilität, Flexibilität, Muskel- und Gelenk-Funktion, Gleichgewicht und Koordination angesprochen, auch nach längerer Inaktivität sollen Muskelkraft und Muskelleistung gesteigert werden. Erfolge sind in allen Krankheitsstadien zu erwarten.
„Ausdauertraining spielt in der MS-Therapie eine wichtige Rolle: Ein mangelhafte Ausdauerleistung kann schnell einen Verlust der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit nach sich ziehen“, führt Kerzendörfer-Gruhn aus. MS-Betroffene können durch die Erkrankung selbst, aber auch durch geringe alltägliche Belastungen, noch häufiger als Gesunde in einen untrainierten Zustand geraten. Durch das betreute Training im MTT-Zirkel soll das Herz- und Kreislaufsystem angeregt und die Beweglichkeit der Patient*innen individuell gesteigert werden. Gleichzeitig werden alltägliche Bewegungen erleichtert und das körpereigene Abwehrsystem gestärkt, auch die Merk- und Gedächtnisfähigkeit wird verbessert. „Durch die gesteigerte körperliche Fitness fühlen sich unsere Patient*innen wohl und entdecken bisher versteckte Kraftpotentiale und Fähigkeiten ihres Körpers wieder. Sie lernen, wieder auf sich zu vertrauen und bauen Ängste ab. Sie gehen wieder auf andere zu und sind motivierter im Alltag und im Training“.
Im MTT-Zirkel stehen bald unterschiedliche Geräte bereit: ein Trainingsgerät für den Rücken, eine Beinpresse, eine Hüftrotationsmaschine, sowie je eine Lastzug- und Adduktorenmaschine. „Unsere Therapeut*innen sind speziell für die MTT ausgebildet und entscheiden nach Befunderhebung, welches Gerät für den Trainingszyklus und Bedarf unserer Patient*innen am geeignetsten erscheint. Abhängig von deren individuellen Leistungsfähigkeit, wählen sie die passenden Übungen aus. Wir setzen auf die Kräftigung einzelner Körperpartien. Dabei ist es uns wichtig, zuerst die Zahl der Wiederholungen zu steigern und erst später die Intensität der Übungen anzugehen. Unsere Patient*innen sind die Expert*innen ihres Körpers, sie wissen sehr genau, wie weit sie sich fordern dürfen. Unsere Therapeut*innen unterstützen sie dabei“. Mandy Kerzendörfer-Gruhn macht jedoch sofort deutlich: eine Einzeltherapie ersetzt MTT nicht. „MS-Betroffene müssen beim Training ihre Beeinträchtigungen berücksichtigen, damit es nicht zu Verletzungen kommt.“










