(openPR) Viele Menschen in Tagen des Corona Lock-Down fragen sich, ob jetzt noch ein Weihnachtsbaum zum Fest besorgt werden darf oder das auch noch flach fällt. Andreas Frädrich vom Weihnachtsurwald verkauft und vermietet Weihnachtsbäume in Berlin-Prenzlauer Berg und gibt Auskunft und Tipps.
1. Muss der Weihnachtsbaumverkauf ab heute (16.12.2020) auch schließen wie der Einzelhandel?
Frädrich: Der Weihnachtsbaumverkauf ist bundesweit explizit ausgenommen vom harten Lock-Down und darf weiterhin stattfinden. Lokale Ausnahmen sind mir derzeit nicht bekannt. Sogar Baumärkte dürfen nicht mehr öffnen im Gegensatz zum Lock-Down im Frühjahr, außer es gibt eben einen Bereich für Weihnachtsbaumverkauf. Man könnte auch sagen, der Weihnachtsbaum ist in diesen Tagen "systemrelevant". Ich finde das macht auch Sinn: Ansonsten müssten Millionen von Bäumen sinnlos vernichtet werden, es wird ja schon so genug weggeschmissen. Weihnachtsbäume sind in diesen Tagen meines Erachtens die letzte Bastion bzw. das letzte staatliche Zugeständnis: Die Menschen in diesen Tagen dürfen kaum jemand selbst aus der engsten Familie treffen, dürfen nicht verreisen, es ist schon etwas Knast. Der Weihnachtsbaum ist die letzte Instanz, was momentan in der Pandemie noch möglich ist. Wenn also schon Cocooning, dann mit Weihnachtsbaum.
2. Manche werden sich trotzdem nicht raustrauen oder befinden sich sogar in Quarantäne, soll man sich den Baum lieber liefern lassen?
Frädrich: Wir mussten bereits vor 3 Wochen den Lieferservice für unseren nachhaltigen Weihnachtsbäume komplett einstellen, so viele Bestellungen sind eingegangen. Mittlerweile geraten ja auch professionelle Lieferdienste wie DHL an ihre Kapazitätsgrenzen. Ich denke es ist jetzt zu spät für die Beauftragung eines Lieferservice, darum hätte man sich früher kümmern müssen. Hier kann ich leider keinen Tipp mehr geben.
3. Wenn man jetzt zum Weihnachtbaumverkauf rausgeht, was sollte man beachten?
Frädrich: Ich denke die AHA-Regeln sind jedem hinlänglich bekannt. Ich habe festgestellt, dass es auch draußen wichtig ist, sich an die Maskenpflicht zu halten beim Handling mit dem Weihnachtsbaum. Ich empfehle darüber hinaus antizyklisch loszugehen, zum Beispiel mal ganz früh oder ganz spät kurz vor Schluss, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Also nach dem Motto mal etwas früher aufstehen oder knapp vor kurz ... Da bekommt man auch eher seinen Lieblingsbaum.
Wir vom Projekt Weihnachtsurwald haben zudem eine extra zugige Location ausgesucht, nämlich eine Brücke, auf der es ständig dermaßen unangenehm zieht, dass die Aerosole sofort in Bewegung sind und Corona echt keine Chance hat. Des weiteren haben wir bei der Auswahl der Location darauf geachtet, dass es genug Parkplätze gibt und einen sehr guten ÖPNV-Anschluss und dass wir Platz haben für das Abstands-Management von Warteschlangen. Dafür haben eine 200 Meter lange Rampe mitten in der Stadt. Zudem haben wir geplant ein weiteres Pop-Up vor der Markthalle IX in Berlin-Kreuzberg am Samstag zur Entlastung einzurichten. Wir tuen alles um Staus zu vermeiden. Außerdem halten wir am Eingang Desinfektionsmittel bereit und haben eine Art Einbahnstraßensystem, was sich bereits sehr bewährt hat. Bereits seit Öffnung des Weihnachtsurwalds beschäftigen wir einen Sicherheitsdienst, der den Einlass zahlenmäßig kontrolliert, damit es bei der Weihnachtsbaumauswahl nicht zu eng wird. Wir hoffen trotzdem etwas Romantik zu erhalten in diesen schwierigen Tagen.













