(openPR) „Corona“ hinter Museumsglas / Kunst in Zeiten von Corona
Drei befreundete Künstler - haben den sogenannten "Lockdown" ab März 2020 zum Anlass genommen, sich regelmäßig in einem Atelier zu treffen.
Sie wollten nicht über das reden, was sie an Ereignissen gerade aktuell überrollte. Nein, sie wollten dem, was sie im Innersten bewegte, Ausdruck verleihen. Daher entschieden sie sich, Synchronbilder zu malen. Das heißt, immer zu dritt an einem Bild oder hintereinander an ein und demselben Bild zu arbeiten. Der Vorteil dieser Arbeitsweise war, dass niemand, seine vorherrschenden Gefühle lange tragen oder sich gar an ihnen festhalten konnte. So mischten sich die Stimmungen zu Farben und fanden ihren Widerhall auf den verschiedensten Malgründen, wie Papier, Leinwand, leeren Kaffeesäcken, abmontierten Rollos ... Sie bemalten so gut wie alles, was ihnen unter die Finger kam. Dabei versuchten sie, nicht zu werten oder zu korrigieren, was da wuchs, sondern Pinsel und Farben freien Lauf zu lassen. Manchmal sind ihnen die unterschiedlichen Temperamente in die Quere gekommen, aber das tat dem freien Malprozess keinen Abbruch, im Gegenteil, es hat ihn oft beflügelt, getreu dem Zyklus vom Entstehen, Halten und Zerstören. Es war spannend zu erleben, wie sich das gefühlte Grau der "Corona-Tage", mit den dazugehörigen Ängsten und Unsicherheiten, ins Lichte und Farbige wandelte. Entstanden sind in den 5 Monaten des gemeinsamen Schaffens, wider Erwarten leichtfüßige, verspielte, mitunter gar verzauberte Bilder, wie zum Beispiel die Trilogie: „Wir tanzen weiter“, „Drei Künstler, drei Leinwände, drei Selbst“ oder die beiden großformatigen Werke „Upcycling“ und „Wir waren froh, dass wir uns hatten“. Etwas düsterer daherkommend und zum Nachdenken anregend, das Bild „Berlin im Lockdown“ auf groben Gewebegrund gemalt. Mit den beiden Werken „Stoff-Masken hinter Museumsglas“ wagen sie einen Blick in die Zukunft: Wenn die Gegenwart Zukunft geworden ist, werden die Stoff-Masken, die heute die Gesichter bedecken, im Museum hängen und den zukünftigen Generationen von der Corona –Zeit erzählen.
Am 25. Oktober 2020 hatten sie die Gelegenheit, zum "Tag der offenen Ateliers“ im Atelier Waldhaus die Gemeinschaftswerke dem Publikum zu zeigen. Ergänzt wurde diese „Bilder Schau“ mit plastischen Arbeiten einer Künstlerin aus dem Trio, die ihre Skulpturen eigens zu dem Corona-Thema geschaffen hat. Es war eine wahre Freude, wie aufgeschlossen und interessiert sich die Besucher auf die Kunst einlassen konnten. Viele von ihnen waren erstaunt darüber, wie es gelingen konnte, mittels Transformation aus der schweren Thematik eine leichte, lebendige Illusion zu schaffen.
Solveig Janetzke, Doreen Zilox und Wolfgang Jahn
Berlin, im November 2020











