(openPR) Ein anderes Leben gibt es nicht - Rezension »Trau dich, 40 Tage anders zu leben« Der Fastenkalender 2007 (HERDER)
So wie es nur eine Welt gibt, so gibt es auch nur ein Leben. Daher lockt der Titel des Fastenkalenders 2007 »Trau dich, 40 Tage anders zu leben« in eine falsche Richtung. Es geht dem Autorenteam Bruder Paulus Terwitte und Marcus C. Leitschuh nur bedingt um ein bewusstes Umstellen des täglichen Trotts für eine kurze Zeit, sondern um das Bewusstsein an sich. Ihr Fastenkalender mit den 40 gestalteten Blätter ist kein Diätbuch. Es gibt keine Nahrungsmitteltabellen, keine Anweisungen, wie viel Liter welchen Tees ich als Leser und Mitwirkender zu trinken habe. Es gibt stattdessen kleine Hinweise, Angebote in Sachen Lebensführung, die sich oft in einem Punkt ähneln. »Rede nicht drüber: Pack es einfach an. Du wirst sehen, es funktioniert!« Ob es ums Aufräumen, die Instandsetzung des Fahrrads, das Auseinandersetzen mit der Vergangenheit oder Zukunft geht, Kapuzinermönch Terwitte und Leitschuh, Religionslehrer und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, machen Mut. Sie sagen »Trau Dich!«, weil das Tun eine befreiendere Wirkung hat als das Nachdenken darüber, ob etwas getan werden sollte.
Selbst wenn es sich um scheinbar profane Tätigkeiten handelt, schlagen die beiden Autoren einen Bogen, der eben genau weit entfernt von jedwedem Profanen endet: In Bibelversen, klassischen Sprüchen und Zitaten bekannter und nicht ganz so bekannter Schriftsteller - und dem Verweis auf Gott.
»Trau Dich«, sagen Leitschuh und Terwitte. Und sie meinen damit die Auseinandersetzung mit sich, mit der Umwelt und mit dem Glauben. »Trau dich, Bücher zu sortieren«, heißt es da, oder: »Trau dich, Grab pflegen.« Es geht ihnen nicht um Verzicht, sondern darum, Dinge zu erreichen und sich an ihnen zu erfreuen. Wer sich seiner eigenen menschlichen Begrenztheit bewusst sei und die Konsequenz daraus ziehe, gewinnt. »Ich überlege mir bewusst, was ich nicht mehr tun will«, sagt Bruder Paulus. Und das schaffe Freiräume für all die anderen Sachen. Das kann dann - so das Autorenduo - ein Spaziergang mit Freunden, ein Einkaufsbummel, ein frühes Zubett-Gehen oder ein Engagement im eigenen Umfeld sein: Von der Reinigung eines Spielplatzes über das regelmäßige Spenden für karitative Zwecke oder sich mittels eines Leserbriefs einzumischen.
Der Fastenkalender ist ein Stückchen Lebenshilfe, Ideengeber und Augenöffner für die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern. Selbst wer nicht fastet oder jede Botschaft wörtlich nimmt, findet in ihm etwas, das ihn zum Nachdenken und vielleicht sogar zur Nachahmung anregt. Und das gilt nicht nur für die Fastenzeit.
Patrick Merck ®
-Freier Journalist-
Kapuzinerkloster
Br. Paulus Terwitte
Minnefeld 36
D-64807 Dieburg
Tel.: +49 (0) 6071 8818 77
Fax: +49 (0) 6071 8818 86











