(openPR) Die Temperaturen draußen sind zeitweise zweistellig, die Sonne strahlt. „Bestes Fußballwetter,“ jauchzt der Hobbykicker und geht mit seinen Kumpels zum Bolzen auf die Wiese. Nur die Profis, die pausieren. Nachdem sie ein paar erholsame Tage in der südlichen Sonne gebruzelt haben, befinden sie sich derzeit (bis auf die Malocher des FC Schalke 04) in ihren Wintertrainingslagern im Mittelmeerraum oder der arabischen Welt. Die Bundesliga hat „Winterpause“.
Die Frage ist nur: Wieso?
Eigentlich kann die Winterpause nur traditionelle Gründe haben, denn außer halbgaren (Schein-(?))Argumenten gibt es keine sinnvolle Antwort. Alle Plätze der Liga wären derzeit problemlos bespielbar, da die Winter auch in unseren Breitengraden ohnehin immer wärmer werden. Zeitgleich werden auch die Stadien immer moderner, Rasenheizung und Co. lassen Spielausfälle in den oberen Klassen zur absoluten Seltenheit werden. Wenn man über die Winterpause diskutiert bleibt ein Blick nach England natürlich nicht aus, die Inselkicker haben zwischen Weihnachten und Neujahr mit sage und schreibe vier Spieltagen ihre Hochsaison. Wer die Spiele der Premier-League zu dieser Zeit verfolgt hat, der hat die Begeisterung förmlich gespürt. Alle Spieler waren hochmotiviert, die Stadien rappelvoll. Fußball im Winter kommt an, er ist auf der Insel eine schöne Abwechslung und ein Kontrastprogramm zum Weihnachtsstress und dem hin und wieder grauen Himmel. Trotz der hohen Belastung blieb das Tempo hoch und die Spiele waren stets mitreißend.
Doch nicht nur in England wird „zwischen den Jahren“ gespielt, auch in Holland pilgern die Menschen zu dieser Zeit ins Stadion. In Italien und Spanien wird zwar pausiert, aber lediglich von Weihnachten bis Anfang Januar. Deutschland hinkt also im internationalen Vergleich auch im Bereich „Winterpause“ hinterher. Selbst Franz Beckenbauer hat erkannt: „Die Winterpause ist purer Luxus!“ Und er hat Recht. Niemand erwartet, dass unbedingt am ersten Weihnachtstag oder an Neujahr gekickt werden muss. Man kann den Spielern gerne eine zweiwöchige Pause einräumen, damit sie Weihnachten in Ruhe mit der Familie verbringen können und vor dem Start ins neue Jahr noch einmal ein wenig neue Energie zu tanken. Doch spätestens Anfang Januar sollte nach spanischem und italienischen Vorbild wieder gekickt werden. Es spricht schließlich nichts dagegen. Auch den Spielern käme dies entgegen, hätten sie doch im Sommer eine etwas längere Pause um mal richtig vom Stress der gesamten Saison abzuschalten. Und wenn die Winterpause wegfällt, könnten sich die Vereine die anstrengende und teure konditionelle Aufbauarbeit in südländischen Trainingscamps sparen. Nicht zuletzt aber profitiert vor allem der Fan, der sich nicht mehr mit den Bundesliga-Classics im DSF trösten müsste. Die sind zwar ganz nett, doch die Samstagsnachmittagslangeweile und die Sehnsucht nach Live-Fußball und Stadion-Atmosphäre können sie nicht annährend befriedigen.
In diesem Sinne hoffen wir, dass Sie sich an unserer Aktion „Tranferwelt.de gegen die Winterpause“
beteiligen und sich in die Protest-Liste eintragen, die wir der DFL zukommen lassen.
Mit winterlichen Grüßen
Berthold Berg
Transferwelt.de










