(openPR) Berlin, Januar 2007: Wohnungsunternehmen nutzen die elektronischen Medien zur Vermarktung nicht ausreichend. Sie haben damit einen Wettbewerbsnachteil gegenüber privaten Anbietern, da die Vermarktung in vielen Regionen Deutschlands der zentrale Erfolgsfaktor ist. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Globis GmbH, Berlin.
Leistungsfähigkeit von Wohnungsunternehmen selten diskutiert:
Wohnungsunternehmen stehen stark im Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Diskussionen drehen sich um den möglichen Verkauf an „Heuschrecken“, die Angst der Mieter vor Mieterhöhungen und Privatisierung, Schieflagen einzelner Unternehmen und die folgende Belastung öffentlicher Kassen. Die Leistungsfähigkeit von Wohnungsunternehmen wird dabei selten diskutiert, obwohl sie Ursache vieler aktueller Entwicklungen ist.
Mietermarkt macht Vermarktung zum zentralen Erfolgsprozess:
In fast allen Regionen Deutschlands gibt es seit einigen Jahren ein Überangebot an Wohnungen. Damit ist die Vermarktung von Wohnungen an Mieter und Käufer zum zentralen Erfolgsprozess von Wohnungsunternehmen geworden. Elektronische Medien gewinnen dabei eine immer stärkere Bedeutung. Die Globis GmbH hat die Nutzung elektronischer Medien zur Wohnungsvermarktung detailliert analysiert. Im Fokus standen die größten Wohnungsunternehmen Deutschlands mit mehr als 10.000 Wohneinheiten.
Elektronische Medien werden zur Vermarktung nicht ausreichend genutzt:
Die Nutzung elektronischer Medien zur Vermarktung von Wohnungen ist heute mit einer Zielerreichung von 58% nicht optimal. Besondere Schwachstellen sind die Nutzung von E-Mails und die Nutzung von Online-Exposes in Immobilienportalen und auf der eigenen Webseite des Unternehmens. Der werbliche Aufbau der Unternehmenswebseiten ist besser, aber ebenfalls mit Entwicklungspotential. So sind die angebotenen Wohnungen nur selten nach Zielgruppen gegliedert wie z.B. Familien, Senioren, Azubis.
E-Mail-Anfragen nur selten beantwortet:
Glück hat, wer heute eine E-Mail-Anfrage von Wohnungsunternehmen beantwortet bekommt. Nur auf 40% der insgesamt ca. 1.000 E-Mail-Anfragen kamen verwertbare Antworten. Im Inhalt wird dann eine Wohnung im Fließtext dargestellt, meist vergleichbar mit Fließtext-Zeitungsanzeigen. Die Vorteile eines individuellen Kontakts mit einem potentiellen Kunden werden damit verschenkt. Nachgehakt wird fast nie, der Kundenkontakt ist also verloren.
Online-Exposes ohne Vorteilsargumentation:
Wer sich heute ein Online-Expose eines Wohnungsunternehmens anschaut, findet dort vor allem die Kerndaten wie Größe und Miete. Bei vielen Unternehmen sind weitere Ausstattungsmerkmale angegeben, die Beschreibung ist aber eher technisch und selten vollständig. In einigen Fällen liegen die relevanten Daten im Bestandsmanagementsystem des Unternehmens nicht vor oder die IT-Schnittstelle unterstützt den Datentransfer nicht optimal. Individuelle Bilder der Wohnung oder Vorteile der Wohnung wie z.B. „frisch renoviert“, „ruhige Lage“, „gut geschnitten“ werden nur in Ausnahmefällen aufgezeigt. Verglichen mit den Online-Exposes privater Makler findet man kaum Gründe, sich an ein Wohnungsunternehmen zur Besichtigung zu wenden.
Ausrichtung auf Marketing und Vertrieb für Wohnungsunternehmen entscheidend:
Eine vertriebliche Orientierung, die sich durch die Bewerbung von Wohnungen und die Umwerbung von Mietinteressenten ausdrückt, kann nur in wenigen Fällen ausgemacht werden. „Wohnungen werden heute vor allem angeboten, nicht aber beworben. Der Interessent muss selbst die Argumente finden, warum er eine Wohnung anmieten sollte“, so dass Fazit von Felix Küsell, Geschäftsführer der Globis GmbH. „Wenn ein Mietermarkt herrscht, müssen Wohnungsunternehmen organisatorisch auf Marketing und Vertrieb ausgerichtet werden.“, so Felix Küsell weiter. „Dieser Wandel ist aber von vielen Unternehmen noch nicht vollzogen worden. Im Vergleich zu privaten Anbietern besteht damit ein Wettbewerbsnachteil, der auf lange Sicht gefährlich werden kann. Wohnungsunternehmen müssen schnell aufschließen.“
Globis GmbH
Linienstr. 214
10119 Berlin










