(openPR) Es war keine Schnapsidee sondern wie so oft das Hinterfragen technischer Gegebenheiten. Warum haben Golfschläger und vor allem Eisen sog. Grooves, diese vertieften Linien auf der Schlagfläche? Ganz klar: für einen besseren Ballkontakt, sprich zur Übertragung des für den Ballflugs notwendigen Backspins. Ganz klar? Mit nichten!
Highspeed-Aufnahmen des Ball-Schläger-Kontaktes im Treffmoment brachten die Fa. Marken-Golf.de auf die Idee, die Sache zu erforschen. Denn hier war ein seltsamer Effekt sichtbar. In ersten Tests ergab sich auch, dass sich die Grooves tatsächlich schneller in den Ball verkrallen, aber genau dieser Umstand bremst die weitere (freie) Entwicklung der Ballrotation. Ineinander verhakt wie ein Zahnradpaar ist klar, dass keines der "Zahnräder" sich schneller drehen kann als das andere. Nun wird jedoch bei einem ordentlichen Eisen (Golfschläger für kontrollierte Schläge) die Schlägerkopfgeschwindigkeit mit dem Faktor 1,3 bis 1,5 auf den Ball übertragen. Der Ball muss also beschleunigt werden (was mit Grooves besser geht), wird aber durch den Zahnradeffekt im Spinwert wieder abgebremst. Bei den "grooveless" Versuchen konnte keine Abbremsung gemessen werden, der Ball wurde beschleunigt und überholte dann ganz einfach den Schlägerblatt-Ballkontakt. Ähnlich einem durchdrehenden Reifen. Doch wie würde das Verhalten am Golfplatz sein?
Praxistest:
Entgegen der logischen Annahme, die Bälle müssten auf dem völlig glatten (und nassem) Schlägerblatt ausrutschen, überraschte das Ergebnis auf breiter Basis: bei jedem Treffer war auf dem Schlägerblatt ein Ballabrieb deutlich sichtbar (ähnlich den grünen Bremsspuren an der Schlägersohle, wenn man von Matten abschlägt). Deutlich war das Ballmuster zu sehen, teilweise um 0,5 bis 1 mm versetzt. Der Ball rutsche also tatsächlich minimal, biss sich aber dann komplett fest. Anhand des Ballflugs konnte man auf den Backspin schliessen. Die ziemlich guten Weiten (weiter als Standardeisen) endeten immer mit senkrechten Bällen und etwas Rücklauf. Selbst bei Eisen 5 und 6, die einen deutlich erhöhten Backspin hatten, sofern man aktuelle Werte als normal ansetzt. Überrascht waren wir auch von den glatten Wedges: selbst oder gerade hier war der Spin deutlich höher, was an der Flugbahn und an dem schnellen Stopp der Bälle auf den extrem harten Isinger Grüns erkannt werden konnte.
Die "Grooveless" Eisen funktionierten also besser als gedacht, in Sachen Backspin fast zu gut. Wunder- und sonderbare Nebeneffekte:
1. die gleichzeitig verwendete neue Metalllegierung spielt sich wunderbar weich. Das "Feeling" für den Ball ist sofort da, man konnte von Anfang an gezielt am Ballflug arbeiten.
2. die Eisen sind seltsamerweise (trotz Blade-Bauweise) nicht anfällig für Slice und Hook. Mit etwas Logik wird dies allerdings auch klar: klassische Eisen haben Grooves. Demzufolge reduzieren sie die Spinübertragung in Loftrichtung (Schwungbahn). Slice und Hook entstehen jedoch durch Sidespin. Quer zum Loft haben jedoch auch klassische Eisen keine Grooves (bzw. dürfen keine haben). Aus obigen Versuch hat sich gezeigt, das glatte Flächen mehr Spin erzeugen, demzufolge erzeugen klassische Eisen auch leichter und mehr Sidespin. Die Grooveless-Eisen sind hier in alle Richtungen neutral und da die Loftrichtung durch die Schräge automatisch leichter Spin erzeugen kann, überwiegt auch bei diesen Eisen der positive Backspin. Im Test zeigte sich auch, dass für einen Draw der Schwung ziemlich korrekt ausgeführt werden muss, ansonsten geht der Ball "einfach nur geradeaus".
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Brigitte Klais
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