(openPR) Das Window Shopping bezeichnet den Akt der Betrachtung eines Schaufensters oder einer Vitrine. Betrachtende versetzen sich in das bildhafte Stillleben hinter der Scheibe hinein und imaginieren das Benutzen von Waren und Produkten, ohne eine unmittelbare Kaufabsicht zu verfolgen. Die Gleichzeitigkeit von Betrachten und Benutzen treten im Englischen deutlicher zu Tage als im deutschen „Schaufensterbummel“. Letzterer beschreibt den Akt des Window Shoppen weniger als einen Konflikt von Fantasie und Wirklichkeit, sondern eher als einen Bewegungsablauf des langsamen Gehens, Bummelns und wiederholten Verweilens vor den Auslagen der Schaufenster.
In der Ausstellung Window Shopping treten die Künstlerinnen Eva Berendes und Alexandra Leykauf in Dialog. Beide beschriebenen Rezeptionsformen des Betrachtens von Schaufenstern stehen im Bezug zu den gezeigten Arbeiten und werden von den Künstlerinnen auch im Sinne von Bild- oder Malereibetrachtung im Allgemeinen verstanden. Dargebotene Gegenstände, Objekte oder Anordnungen zeigen sich im Bild und entziehen sich doch unserem Zugriff. Mittels Skulpturen, wandbasierten Arbeiten und ortsbezogenen Interventionen spielen die Künstlerinnen auf konsum- und handlungsbezogene Zusammenhänge an. Sie beziehen sich auf architektonische Elemente des Übergangs von Außen nach Innen und führen die Besucher*innen durch Türen, Tore, Fenster und Schranken in und durch die Ausstellung – in eine andere (Konsum-) Welt.
Eva Berendes beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Erscheinungsformen
abstrakter Malerei im weitesten Sinne. Diese Auseinandersetzung ist geprägt von der Reflexion rein abstrakter Form im Grenzbereich zu Dekor, Display, Möbeldesign und urbaner Infrastruktur. Die Künstlerin hat an der Akademie der Bildenden Künste München, der HdK (UdK) Berlin und am Chelsea College of Art and Design in London studiert. Ihre Arbeiten hat sie in internationalen Ausstellungen in Galerien und Institutionen gezeigt, wie Hara Museum, Tokio; CRG Gallery, New York; Witte de With, Rotterdam, Daimler Sammlung Berlin, S1 Artspace, Sheffleld und de Vleeshal, Middelburg. Stipendien erhielt sie u.a. vom DAAD, der Stiftung Kunstfonds und der Pollock Krasner Foundation. Zuletzt erhielt sie ein Stipendium des Sonderförderprogramms NEUSTARTKULTUR.
In Alexandra Leykaufs Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit Bildräumen ein wiederkehrendes Thema. Der Konflikt zwischen der illusionistischen Dimension und einem Streben nach rationaler Dekonstruktion von Bildern motiviert ihre Arbeit. Leykauf studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam. Ausstellungen fanden z.B. bei Focal Point Gallery Southend, GAK, Bremen, Centre Pompidou, Paris, Stedelijk Museum Amsterdam, Westfälischer Kunstverein, Münster, Musée régional d'art contemporain Languedoc-Roussillon, KunstWerke, Berlin, Wiels, Brussels, Forum Expanded, Berlinale, Berlin statt. Stipendien erhielt sie u. a. von der Stiftung Kunstfonds, dem British Arts Council und der Akademie Schloss Solitude.
Mit dieser Ausstellung eröffnet der Kunstverein Siegen e.V. am Samstag, den 7. November 2020 von 15 – 20 Uhr erstmals nach Sanierungsarbeiten und der Coronabedingten Ausstellungspause in der Städtischen Galerie Haus Seel. Für den 10. Januar 2021,16 Uhr, ist eine Finissage mit Artists' Talk geplant (mit Eva Berendes, Alexandra Leykauf, Dr. Eva Schmidt, Prof. Christian Freudenberger und
Jennifer Cierlitza).
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