(openPR) „Keine Zeit zu sterben“ (2021) wird am 02. April 2021 in den deutschen Kinos anlaufen – – zwar dann um ein Jahr verspätet, aber 007 lässt sich durch Corona schließlich nur bremsen und nicht etwa aufhalten.
Menschen in aller Welt sehen die Abenteuer des britischen Geheimagenten 007, der als Inbegriff des Gentleman Frauen verführt, für den kulinarisch nur das Beste gut genug ist und der stets wie „aus dem Ei gepellt“ seine Missionen besteht.
Aber ist James Bond im Bereich der Umgangsformen wirklich so versiert, wie alle meinen? Nicht ganz.
Danny Morgenstern, James Bond-Kenner, Mitglied im James-Bond-Club Deutschland und Knigge-Coach hat 007s Verhaltensweisen in seinem neuesten Buch genauer unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Besonders der erste James Bond Darsteller Sean Connery war auf diesem Gebiet ziemlich unerfahren. Regisseur Terence Young, ein wirklicher Gentleman, gab Connery Tipps zu guten Weinen und eleganter Kleidung und coachte ihn auch in anderen Bereichen des Benehmens – nicht immer mit Erfolg. Im ersten Bond-Film „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) steigt Connery als 007 aus einem Auto und schließt den unteren Knopf seines Jacketts. Dieser bleibt aber immer geöffnet, 1962 wie auch heute, und das gilt auch für den untersten Knopf einer Weste. Diese Umgangsform geht auf König Edward VII (1901-1910) zurück, der seinerzeit schlicht zu dick war, als dass er den untersten Knopf hätte schließen können. Da taten es ihm seine Untertanen aus Respekt gleich.
In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) wirft Connery eine Speisekarte auf den Tisch und hält sein Messer beim Verzehren einer Seezunge wie ein Skalpell. Auch legt er das Besteck falsch ab: Nur so viel: Es gibt in der Bestecksprache lediglich zwei Zeichen für die Servicekräfte: Gekreuztes Besteck auf dem Teller heißt: „Ich bin noch nicht fertig“, wird das Besteck parallel und leicht nach rechts unten abgelegt (auf die 4-Uhr-Stellung), bedeutet dies, dass der: „Bitte abräumen, ich bin fertig“.
James Bond beherrscht allerdings auch in den aktuelleren Filmen Tischmanieren nicht immer sicher. Er fasst zum Beispiel in vielen Filmen (etwa in „Die Welt ist nicht genug“ oder in „Ein Quantum Trost“) das Martini-Glas oben am Rand an, als er trinkt. Nicht nur aus optischen Gründen fasst man dieses Glas aber immer am Stiel an. Als er Madeleine Swann das Glas in „SPECTRE“ (2015) reicht, greift er ebenfalls an den Rand, ganz entgegen der Regel: Niemals das Glas dort anfassen wo andere Menschen es mit den Lippen berühren.
Der Film bietet noch mehr Umstrittenes. In einer Szene des letzten 007-Abenteuers trägt der Agent seine Krawatte deutlich kürzer, als es die Stilregeln vorsehen. Den Fehler beging er schon einmal in „Diamantenfieber“ (1971), dazu noch mit einer farblich unpassenden rosa Krawatte.
Beim Umgang mit Frauen bekommt 007 eine glatte „Sechs“. Er betrachtet Frauen oft als Spielzeug, schlägt und belügt sie („Der Mann mit dem goldenen Colt“) oder benutzt sie nur, um an sein Ziel zu kommen. Fest steht: So sicher, wie es scheint, beherrscht James Bond die Umgangsformen nicht. Aber für gutes Benehmen ist es nie zu spät. Vielleicht erleben wir in „KEINE ZEIT ZU STERBEN“ (2021) im nächsten Jahr eine große Überraschung und James Bond wird doch noch zu einem echten Gentleman.
Danny Morgensterns neues Buch „Unnützes James Bond Wissen“ erscheint bereits am 15. Oktober, genau richtig, um die Wartezeit zum neuen Bond zu verkürzen.








