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Covid-19: Eine deutsche Geschichte von Pech, Ignoranz und verpassten Chancen

01.10.202009:47 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Covid-19: Eine deutsche Geschichte von Pech, Ignoranz und verpassten Chancen

(openPR) Im Ausland gibt es inzwischen zahlreiche Studien zur Wirkung von Vitamin-D auf den leichteren Verlauf der Covid-Erkrankung. Auch in Deutschland gibt es eine Studie vom Deutschen Krebsforschungszentrum, die ebenfalls diesen Zusammenhang nahelegt.


Ansonsten gibt es in Deutschland keine einzige eigene Studie, die sich mit dem Thema beschäftigt, oder in der zumindest die Vitamin-D Werte von Covid-19 Patienten erfasst wurden.
Dadurch gibt es ist hier seit 5 Monaten kein Ergebnis dazu, sei es positiv oder negativ.

Dabei ist eine Studie aus Indonesien, die als erste einen starken Zusammenhang von Vitamin-D mit dem Verlauf der Erkrankung herstellte, schon am 26.4.2020 veröffentlicht worden.
Daraufhin haben viele andere Europäische Länder begonnen, dies zu überprüfen, und alle Studien haben einen Zusammenhang bestätigt.
Inzwischen gibt es sogar zwei Studien aus England und Spanien, bei denen Patienten erfolgreich auf der Intensivstation mit Vitamin-D behandelt wurden.
Dadurch sank in Spanien die Quote der zu beatmenden Patienten um Faktor 49.
Gestorben ist dort gar keiner mehr der, mit Vitamin-D behandelt wurde.

Es lohnt sich also, dies auch in Deutschland zu untersuchen, denn wenn dies hier auch bestätigt wird, dann würde auch hier die Bundesregierung nicht um hin kommen, eine Empfehlung zur Vitamin-D Supplementierung auszusprechen.
Es gibt in Frankreich, England, Wales, Schottland schon seit ca. 4 Monaten entsprechende Empfehlungen der jeweiligen Gesundheitsbehörden.

In Deutschland wurde bisher nichts herausgegeben, es gab aber im Bundestag am 17.6.2020 einen Antrag dazu.
Hier hat Deutschland schon mal Pech gehabt, da der Antrag von der nicht von einer der Regierungsparteien kam. In der Abstimmung vom 3.7.2020 sind wahrscheinlich die Abgeordneten ihre jeweiligen Parteivorgabe gefolgt und haben den Antrag abgelehnt, vielleicht sogar ohne zu wissen worum es geht.
Es wurde somit nicht nur abgelehnt, die Bevölkerung zu informieren, sondern auch Studien diesbezüglich zu unterstützen.
Dadurch gibt es auch keine Studien zu dem Thema, und ohne finanzielle Unterstützung gibt es anscheinend auch keinen Arzt in Deutschland, der die Patientendaten von Covid-19 Patienten mal durchgeblättert hat um zu sehen, wie der Vitamin-D Spiegel der Patienten war, und welcher Patient verstorben ist.
Beraten wird der Bundestag auch vom Max-Rubener Institut, das anscheinend nicht über unsere Grenzen hinausschaut. An 28.7 wurde in den deutschen Parlamentsnachrichten ein Artikel von diesem Institut, das den folgen Text enthält „Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel als Schutz vor einer Corona-Infektion sei nicht sinnvoll. So gebe es keine Studien die belegen, dass Vitamin D-Präparate eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 oder der Auslösung der Erkrankung COVID-19 verhindern“ veröffentlicht.
Es kam aber schone eine Woche davor, am 23.07.2020 eine Studie aus Israel zu dem Thema heraus, die etwas anderes herausgefunden hat „In the matched cohort, we found a significant association between low vitamin D levels and the risk of Covid-19“. Nach dieser Studie ist die Ansteckungsgefahr mit ausreichendem Vitamin-D Pegel in Blut um etwa Faktor 2 reduziert. Einen ähnlichen Wert hat auch die Unversität von Chicago am 3.9.2020 bestätigt.
Der Artikel (Link angehängt) steht heute noch so in den Parlamentsnachrichten, obwohl das Institut inzwischen auf die fehlerhafte Aussage hingewiesen wurde. Sie können den Link ja zum Spaß mal wöchentlich öffnen um zu sehen, wie lange es dauert, bis er entfernt oder der Text geändert wird.
Falls dieses Institut auch die Abgeordneten bezüglich der Abstimmung über eine Informieren der Bevölkerung zu Vitamin-D beraten hat, ist es kein Wunder, dass die Abgeordneten noch nichts von Empfehlungen in den anderen europäischen Ländern gehört haben, denn die waren da ja zu dem Zeitpunkt der Abstimmung “erst“ 1 ½ Monate alt. Hier kann nur hoffen, dass der Bundestag sich nochmal mit dem Thema beschäftigt, und dann die Abgeordneten besser informiert sind.

Jetzt kommt der Teil mit der verpassten Chance, oder finanzieller Sparsamkeit bei Studien.
Es gibt eine große Studie der AOK die am 28 Juli 2020 veröffentlicht wurde, und in der Daten von über 10.000 Patienten aus 920 Krankenhäusern in Deutschland erfasst wurden.
Dazu gehörten Informationen wie Alter, Bodymaßindex, Erkrankungen, ob sie beamet werden mussten und ob sie gestorben sind usw., aber nicht die Vitamin-D Werte der Patienten.
Dabei ist schon seit langer Zeit bekannt, dass es einen starken Zusammenhang von Vitamin-D mit der Sterblichkeit bei Lungenerkrankungen gibt. Dazu gibt es z.B. eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums vom April 2013. „Strong associations of 25-hydroxyvitamin D concentrations with all-cause, cardiovascular, cancer, and respiratory disease mortality in a large cohort study “. Die Studie sollte hoffentlich jedem Arzt bekannt sein. Ist sie aber anscheinend den Machern der AOK Studie nicht, so dass eine Erfassung dieser Werte nicht erfolgte.

Bei Anrufen in verschieden Kliniken, ob dort Vitamin-D Werte von Covid-19 Patienten vorliegen, hat sich herausgestellt, das nicht einmal in Lungenfachkliniken die Vitamin-D Werte gemessen werden. Hier fragt man sich, wie viele Studien muss es noch geben muss, bevor dieser Wert standardmäßig erfasst wird.

In der aktuell herausgegeben Studie(Link angehängt) des Deutschen Krebsforschungzentrums (DKFZ) vom 18 August wurde bei den Probanden, die an Atemwegserkrankungen litten, ein starker Einfluss von Vitamin-D auf die Sterblichkeit festgestellt. Hier ließen sich statistisch 41% der Todesfälle auf einen mangelhaften Vitamin-D Spiegel zurückführen.
Darauf basierend, hat das DKFZ die tägliche Einnahme von 1500-2000 I.E Vitamin-D empfohlen. Da Covid-19 unter anderem auch eine Atemwegserkrankung ist, übertragen sie ihre Ergebnisse auch auf diese Erkrankung.
Es wurde auch ein Einfluss auf die Sterblichkeit bei Herz- Kreislauferkrankungen mit 52 % und auf Krebserkrankungen mit 38% ermittelt. Das sind gute Gründe immer dafür zu sorgen, dass möglichst nie ein Vitamin-D Defizit vorliegt, und nicht nur wegen Covid-19.

In Saarland haben knapp 15% der Bürger über 50 einen schweren Vitamin-D Mangel. Diese müssen, den bisherigen Studien zufolge, bei einer Covid-19 Erkrankung mit einem schweren Verlauf rechnen. In der am 26.4.2020 herausgegeben indonesischen Studie, deren grundsätzliche Richtigkeit bisher nicht bezweifelt wurde, sind in den Staatlichen Krankenhäusern von 179 Patienten mit vergleichbarem Vitamin-D Mangel 177 gestorben, es haben also nur 2 überlebt.
Die Vitamin-D Werte kommen aus dem Saarland, aber die Werte werden in anderen Bundesländern ähnlich sein.

Das in deutschen Krankenhäusern bezüglich Covid-19 Sterblichkeit und Vitamin-D Status der Patienten noch niemand eine kleine Statistik erstellt hat ist, ist merkwürdig. Man sollte ja meinen, dass es auch für Deutschland interessant ist, ob die indonesische Studie und andere ausländische Studien stimmen oder nicht.
Hier spielt aber entweder Unwissenheit zu diesem Thema oder Ignoranz eine Rolle, so unter dem Motto, es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Zu einer richtigen Studie gehört natürlich mehr, als sich nur mal 2 Werte wie den Vitamin-D Pegel im Blut und ob verstorben oder nicht anzusehen, aber man hätte dann hier einen ersten Hinweis, dass es auch hier sinnvoll ist, den Zusammenhang genauer zu untersuchen.
Denn wenn alles stimmt, würden letztendlich durch Vorsorge und Behandlung mit Vitamin-D deutlich weniger Leute schwer Erkranken oder Sterben als bisher.

Es gibt zwar inzwischen ein Medikament, durch das die Sterblichkeit im Krankenhaus deutlich reduziert. Das ist Dexamethason, ein Kortison. Dies ist nach Studienlage sehr hilfreich, wenn es bei Patienten, die beatmet werden müssen, eingesetzt wird. Aber wer möchte schon gerne beatmet werden, und kommt aus einer Beatmung ohne Spätfolgen heraus. Dazu könnten noch mögliche zahlreiche Nebenwirkungen von Dexamethason kommen, die abhängig von der Behandlungsdauer sind (Google Suche „gelbe Liste Dexamethason“)
Eine Vitamin-D Supplementation im Krankenhaus zeigte nach einer Englischen und einer Spanischen Studie (Link angehängt) "Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19:A Pilot Randomized Clinical study" eine deutlichere Wirkung.
Es sorgte schon dafür, dass gar nicht erst beatmet werden musste, und senkte die Quote der zu beatmenden Patienten, wie oben schon erwähnt, um Faktor 49. Während von den Patienten, die kein Vitamin-D bekamen, jeder 2te beatmet werden musste, mussten von den Patienten die Vitamin-D bekommen haben, nur noch einer von 50 beatmet werden , dies ist ein Riesenfortschritt in der Behandlung von Covid-19 Patienten.

Ohne Studien, die dies auch hier überprüfen, wird es hier wohl noch lange dauern bis Patienten tatsächlich die bestmögliche Behandlung bekommen, wenn sich die Wirkung bestätigt.

Daher ist es besser, es gar nicht so weit kommen zu lassen, und einen Vitamin-D Mangel zu vermeiden. Folgen Sie daher möglichst der Empfehlung des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Von anderen Stellen in Deutschland ist erst mal nichts zu erwarten.

Und hier noch ein Aufruf:
Falls Sie wissen, dass eine Klinik in Deutschland Vitamin-D Werte von Covid-19 Patienten aufgenommen hat, dann teilen sie mir dies bitte mit. Die Information werde ich dann an einen Mitarbeiter des DKFZ weiterleiten, der dann versuchen wird, die Daten zur Statistischen Auswertung zu bekommen. Dadurch könne Sie mithelfen Untersuchungen zu diesem Thema zu beschleunigen.
E-Mail: E-Mail

Links
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Pressemitteilung des deutschen Bundestages 28. Juli 2020
„….. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel als Schutz vor einer Corona-Infektion sei nicht sinnvoll. So gebe es keine Studien die belegen, dass Vitamin D-Präparate eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 oder der Auslösung der Erkrankung COVID-19 verhindern. ….“
https://www.bundestag.de/presse/hib/707172-707172

Spanien Andalusische Krankenhäuser 29. August 2020
Vitamin-D Supplementation im Krankenhaus: Patienten bei denen der Vitamin-D Mangel nicht ausgeglichen wurde, mussten viel häufiger an Beatmungsgerät angeschlossen werden
"Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study"
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7456194

Deutsches Krebsforschungszentrum 18 August 2020
"Vitamin D insufficiency and deficiency and mortality from respiratory diseases in a cohort of older adults: potential for limiting the death toll during and beyond the COVID-19 pandemic"
https://www.mdpi.com/2072-6643/12/8/2488

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