(openPR) Saarbrücken 3. Juni 2020 – Die Gusswerke Saarbrücken werden Ihre Produktion zum 30. Juni 2020 einstellen. Die verbliebenen 230 Mitarbeiter wurden heute vom Insolvenzverwalter Franz J. Abel im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die bevorstehende Schließung informiert. Das Unternehmen hat im September 2019 beim Amtsgericht Saarbrücken Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde im November eröffnet. Mit Kunden wurden mehrfach zeitlich befristete, bedarfsorientierte Fortführungen der Produktion vereinbart, zuletzt bis zum 30. Juni 2020.
Unterstützt von langjährigen Kunden und Lieferanten haben Insolvenzverwaltung und Management in den vergangenen Monaten alle Anstrengungen unternommen, dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Selbst nachdem sich in den Monaten Oktober und Dezember 2019 zwei Großkunden mit einem Umsatzanteil von mehr als 60 Prozent unerwartet zurückgezogen haben, wurden im Rahmen eines strikten Sanierungsprogramms Kapazitäten, Produktionsprozesse und Kosten an die rückläufige Auftragsentwicklung angepasst. Zeitgleich wurden die im November 20019 aufgenommenen Gespräche mit Investoren vertieft und konkrete Verhandlungen zur Übernahme des Unternehmens geführt. Alle Maßnahmen wurden dabei stets positiv durch die Landespolitik begleitet.
Die mit Ausbruch der COVID-19-Krise und den umfangreichen Lockdown-Maßnahmen zunehmend unsicheren Zukunftserwartungen in den relevanten Abnehmerbranchen Automobil, Nutzfahrzeuge und Agrartechnik führte jedoch ab April 2020 zu einer auftragsbedingten Unterauslastung von weniger als 15 Prozent der technisch verfügbaren Produktionskapazitäten mit zuletzt nur noch einem langjährigen Kunden. Aufgrund ausbleibender Folgeaufträge ist ein kostendeckender Geschäftsbetrieb ab Juli 2020 nicht mehr möglich.
Insolvenzverwaltung und Management bedauern sehr, dass trotz der zwischenzeitlich positiven Signale und trotz des fortgeschritten Verhandlungsstands mit Investoren bis zum heutigen Tage keine wirtschaftlich nachhaltige Fortführungsperspektive für das Unternehmen entwickelt werden konnte.
Es ist geplant, die Betriebsstilllegung innerhalb von drei Monaten mit einer Kernmannschaft von etwa 40 Mitarbeitern vorzubereiten und umzusetzen. Für alle anderen Mitarbeiter endet das Arbeitsverhältnis spätestens zum 30. Juni 2020. Entsprechende Kündigungen wurden bereits allen Mitarbeitern gegenüber im Dezember 2019 ausgesprochen.
Insolvenzverwaltung und Management bedanken sich bei allen Kunden und Lieferanten, die dem Unternehmen bis zuletzt treu geblieben sind, und bei der Landesregierung für ihren außerordentlichen Einsatz. Ein besonderer Dank geht an die Belegschaft, die über die letzten Jahre hervorragende Arbeit geleistet hat und bis zum heutigen Tage Produkte mit herausragender Qualität und verläßlicher Liefertreue fertigt.









